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Alle Artikel kategorisiert unter »Pop-Rockmusik«

Auf dem steinigen Weg ins Profilager

06.09.08 (Jan Hoffmann) -
Es war schon immer schwer, mit einer Band den Sprung vom intensiven Hobby in die Professionalität zu schaffen. Da wäre es doch toll, wenn man Tipps von eingefleischten Profis bekommen könnte, um die häufigsten Anfängerfehler vermeiden zu können – und genau diesen Wissensvorsprung bietet das PopCamp seinen Teilnehmern.

Rockmusik als kruder Erlebnispark

01.05.06 (Sven Ferchow) -

Die klapprige Wellblech-Arena ist voll; kein anderer Club als das „Backstage“ dürfte die norwegische Kapelle Kaizers Orchestra willkommen heißen. Nur dieses Ambiente passt. Klein genug, atmosphärisch dicht und nostalgisch sowieso. 1998 starteten Jan Ove Ottesen (Gesang, Piano, Resonanzkörper), Geir Zahl (Gitarre, Gesang), Terje Vintersto (Gitarre, Mandoline), Rune Solheim (Schlagzeug, Perkussion), Helge Risa (Pumporgel, Piano) und Jon Sjoen (Bass) in Bergen (Norwegen) ihr skuriles, eher ungewöhnliches Orchester. Rockmusik trifft da auf russische Polka-Seele, Tom-Waits-artige Destruktivität und auf unendliche Tanzbarkeit.

Alte Bäume verpflanzt man nicht

01.04.05 (Sven Ferchow) -

Den Jobgipfel überstanden, den sommerlichen Ozonwahn vor uns, schreiten wir weiter, das Leben hinter uns zu bringen, wenn sonst schon niemand vor uns steht. Im Kreise unserer Liebsten geht es also los: Tim Renners neue „Motor“ Plattenfirma meldet sich mit der ersten Vertragsunterschrift: dorfdisko. So nennt sich ein Kölner Quartett aus der Pampa. Die EP „Unterwegs“ soll ausloten, ob ihre Punk angekratzte Mischung aus Neuer Deutscher Welle, Alter Deutscher Welle und einem Stäubchen Pop beim Open Air Publikum funktioniert. Könnte klappen, weil „dorfdisko“ nicht so laut-plakativ ist wie alle anderen Deutschsinger. Ein guter Schuss Realitäts-Rock lässt den Schlund auf mehr Material gierig offen stehen. Die Düsseldorfer Subterfuge umweht seit jeher ein strenger Monsun des Geheimtipps. Die idyllischsten Kritiken sahnten sie für ihre Indie- Perlen ab –, zum Aufmerksamkeits- Durchbruch reichte es nie. Musste es auch nicht, beschloss die Band einst und spielte für 2005 „The Legendary Eifel Tapes“ ein, die als Gemeinschafts-Erlebnis genannter Region entstanden. Tragfähiger Pop mit Schwere, heftige Traurigkeitsmelodien verhaften lockere Songstrukturen, Bläser lassen an Burt Bacharach erinnern, rockigere Fetzen an Morrissey, und weil „Subterfuge“ sämtlichen Pomp verbannt haben, genießt man ein formidables Popalbum im Sinne des erhabenen Songwritings. Mit knapp 14 Jahren nahmen die Norweger Jaga ihr erstes gewollt orientierungsloses Album auf, nun, elf Jahre später, evolutionierte man sich zu einer homogenen Rockband mit dem Album „What we must“, das die Raumzeit experimentell rockig zu füllen weiß. Orientalisches Flair wird mit behutsamen Jazzakkorden angereichert, der Humus aller Songs sind Prog-Rock-artige Gitarrenideen, die wohl temperiert in elektronische Gefilde fliehen und mal Schlagzeug dann Tasten unter Strom setzen. Nicht unbedingt gewagt, aber der Stil ist vielfältig und provokativ.

Das Warten hat sich gelohnt

01.10.04 (Michael Heß) -

Vor knapp einem halben Jahr war das Debütalbum der Band Velvet Revolver mit dem Titel „Contraband“ erschienen. Wem das Line Up der Band bekannt war, konnte ahnen, dass diese Platte nach oben stürmen würde. Duff Mc Kagan (Bass), Matt Sorum (Schlagzeug) und Slash (Gitarre), alle drei einst Kreativköpfe bei Guns’n’Roses, bilden den Kern der Gruppe, die durch Dave Kushner, einem vielbeschäftigten Studio-Gitaristen instrumental komplettiert wird. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen wurde Grunge- Ikone Scott Weiland (Ex-Stone Temple Pilots und von einem Gericht zum Zwangsentzug verurteilter Ex-Junkie) als Sänger verpflichtet. Mit insgesamt fünf Konzerten war im August auch Deutschland auf dem Tourplan. Den Löwenanteil des Publikums bestritten die Anfang- bis Mittdreißiger. Jene, die sich vor dem Konzert noch über ihre 90er- und 92er-Guns’n’Roses-Tourerlebnisse austauschen mussten.

Museum für leichte Zeitgeist-Musik

01.09.04 (Sven Ferchow) -

Europa hat nun sein erstes Rock- und Popmuseum. Seit 21. Juli 2004 können sich Besucher über Popmusik, Popkultur und Popidentität informieren. Doch nicht Berlin, Hamburg oder München wurde als Standort gewählt. Die westfälische Stadt Gronau sollte es sein, nahe der niederländischen Grenze. Denn Udo Lindenberg, oft missbrauchtes Kultur-Schutzschild und gebürtiger Gronauer, darf als geistiger Vater des Museums bezeichnet werden. Mit Musikerkollegen hatte er vor einigen Jahren die Idee, Popmusik ins Museum zu bringen. Aber nicht nur um Devotionalien zu bestaunen, sondern auch mit dem Anspruch neue Konzepte und Diskussionen in das Thema Musikvermittlung zu bringen. So war es geplant.

Große Kleinstadt: Stomper, Bürger, Breakdance

01.09.04 (Theo Geißler) -

Schwere Gedanken machen sich unsere Bildungspolitiker leider erst seit PISA, wie sie denn das Schulsystem gründlich reformieren könnten. Mit Kompetenz von außen sollen die an Bürokraten-Reißbrettern entstandenen Lehrpläne durchlüftet werden. Kompetente Bürger sind gefragt, Ingenieure, Kaufleute, Redakteure, die ihr berufspraktisches Wissen an Kinder und Jugendliche weitervermitteln. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Zusätzliche Etats dürften in ausreichendem Maße kaum zur Verfügung stehen. Und besitzen diese externen Pädagogen – so man sie auftreibt – dann auch die notwendigen Vermittler-Tugenden? Da heißt es erst mal, wieder drei Evaluations-Kommitees ins Leben rufen – und für viel Geld gutachtern lassen. Die Zeit verrinnt.

Letzte Ausfahrt vor dem Dschungel

01.03.04 (Sven Ferchow) -

Ohne Berater und Millionenbudget gründeten Sebastian Horn (Gesang, Bass), sein Bruder Peter Horn (Gitarre, Gesang) und Florian Rein (Schlagzeug) die Bananafishbones. Nie mit der Absicht, der Kommerzschiene zu folgen, ergab es sich dennoch, dass sie ihren ersten Hit über eine C&A-TV-Werbung („Come to Sin“/1998) landeten. Leider wurde diese Begebenheit allzu oft oberflächlich und plakativ als „Bananafishbones-Stempel“ ausgelegt. „Kommerzband“ lautete der Vorwurf und nicht selten kamen „One Hit Wonder“-Abkanzelungen. So sind die strengen glaubwürdigen Medien der Oberfläche, darunter paddeln sie mit den Schwimmflügeln in der Nähe ihrer „pay to play“-Anzeigenküsten.

Songwriter mit Band, aber doch alleine

01.02.04 (Sven Ferchow) -

Chris Carrabba ist tätowiert. An beiden Armen fast vollständig. Vielleicht Synoym für seine noch jungen Emotionsnarben, allerdings nicht gleichbedeutend mit lauter und hässlicher Musik. Chris Carrabba hat Metarmorphorsen hinter sich. Mehr noch Häutungen. Keine ungewöhnlichen, aber prägende. Dem jungen Carrabba wurde das Herz gebrochen. Verdächtig wird eine Frau. Gefrustet nahm er mit seiner Gitarre 2000 das akustisch-romantsiche Schmerzensalbum „The Swiss Army Romance“ auf und vertrieb es in Eigenregie. Mit einem Stuhl als Bühnendekoration machte er sich auf Tournee und erzählte allen von seiner verletzten Seele.

Tiefe Einsicht in musikalische Prozesse

01.12.03 (Bert Noglik) -

Er zählte zu den scharfsinnigsten und zugleich zu den sensibelsten Autoren, die sich der improvisierten und der Neuen Musik zuwandten. Seine Ernsthaftigkeit, seine Genauigkeit im Detail, sein Talent, in großen Zusammenhängen zu denken, neue Verknüpfungen herzustellen und den Klängen auf den Grund zu gehen, machten ihn unverwechselbar: Peter Niklas Wilson.

Begrenzte Unmöglichkeiten

01.12.03 (Andi Kuhn) -

Ob nun Spiderman, Daredevil, Hulk oder X-Men. Heroen mit Superkräften liegen momentan schwer in Mode. Nicht nur auf der Kinoleinwand. In Deutschland schickt sich eine Band an, die Musiklandschaft von der Eintönigkeit zu befreien, und schmückt sich mit sensationell bescheidener Aufmüpfigkeit schon jetzt vorsichtshalber mit Lorbeeren. Diese fahren sie im Moment ein, die vier jungen Recken, die in Berlin leben, wenn sie nicht gerade auf Tour sind. Frech wie Oskar nennen sie ihre Musikkapelle „Wir Sind Helden“ und ohne zu wissen, wer dieser ominöse Oskar überhaupt sein soll, ziehen sie inzwischen eine Fanschar hinter sich her wie seiner Zeit der gute alte Rattenfänger.

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