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Alle Artikel kategorisiert unter »Pop-Rockmusik«

Ich leb’ wohl auf ‘ner Insel

01.11.03 (Viktor Rotthaler) -

Irgendwie spukte sein Name seit Jahrzehnten in der deutschen Popmusikszene herum: Michels. Aber irgendwie konnte man sich auch kein rechtes Bild von ihm machen. Einmal sang er in englischer Sprache, dann wieder in seiner Heimatsprache. Und in allen Rocklexika suchte man seinen Namen vergeblich. Selbst in Christian Grafs „Lexikon der Singer & Songwriter“ taucht Michels nicht auf. Irgendwann um 1990 hatte er einen kleinen Single-Hit in den deutschen Charts: „Dancin’ On The Edge Of Life“. Doch damals firmierte er unter „Percewood“. Es schien, als wollte er seine Spuren verwischen.

Deutsch wieder musikalische Amtssprache?

01.11.03 (Nora Klopp) -

„Wunderbaren Jahren“ von Sportfreunde Stiller, „Mein Sein“ von Virginia Jetzt!, „Liebesmaschine“ von Die Springer, „Alles Neu“ von Mia, „Ich bin jung und brauche das Geld“ von Eko Fresh, „Aurélie“ von Wir sind Helden. Songtitel, die der englischen Einheitspopsprache geschickt entwischen und trotzdem insbesondere bei jüngeren Konsumenten Gehör finden. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen deutsche Songtexte automatisch Siegel´sche Ver-linkungen hervorriefen. Das Neue: Die Songs infiltieren erstmals sämtliche Musiksparten und gehen über die bisher „deutsche Texte-Hochburg“ HipHop hinaus.

Nachschub

01.10.03 (Helmut Hein) -

In besseren Zeiten formulierte Diedrich Diederichsen, damals noch der wichtigste Theoretiker der Dissidenz und ihrer kulturellen Produktionen und nicht deutscher Kunst-Professor, im post-Orwell’schen new speech eines jugendbewegten radical chic: „Pop ist die rascheste Weise, die Wahrheit zu sagen.“ Die jungen sollten immer Recht haben, nur weil sie jung, vital, sexy und modebewusst waren, und die außerinstitutionellen Medien der jamaikanischen Sound Systems und der Nachbarschafts-Partys in den Schwarzen-Ghettos der USA gegen Irrtum gefeit sein. Dann kam der Schock von Rostock-Lichtenhagen und Diedrich Diederichsen reagierte wie ein besorgter Vater, der seine Tochter beim Kiffen oder Petting erwischt: „The Kids Are Not Allright.“

Kapriolen und blühende Fantasie

01.12.02 (Ssirus W. Pakzad) -

„Herrschaften! Bitte! Das geht doch alles von Ihrer Zeit ab...“ Der Rotschopf, der wie ein etwas außer Kontrolle geratenes Batterie-Männchen vor sich hinzuckt, versucht mit einer Wegwerfbewegung den aufbrausenden Applaus zu unterdrücken. Dann setzt er noch mal neu an. Das macht Mister Duracell alle paar Sekunden.

Pulsationen, Collagen mit scharfen Schnittkanten

Die Achse USA – Europa scheint zumindest in der Musik keine auffallenden Krisen zu haben. John Corbett, Musikwissenschaftler und Journalist aus Chicago, hatte 2002 die künstlerische Leitung fürs Berliner Jazzfest. Sein Programm, das auf ein verbindendes Motto verzichtete, hatte dennoch deutliche Merkmale transatlantischer Korrespondenzen. Einige Ausschnitte davon werden hier vorgestellt.

Mit der Stimme des Staatsfeinds

01.12.02 (Helmut Hein) -

Liegt der Ursprung des Bösen in der Popkultur? Sind Rocker und Rapper für Schulmassaker und Selbstmorde verantwortlich, können die „Kids“ im Pixelzeitalter ihre Fantasien nicht mehr von der Realität unterscheiden? Das Beispiel des weißen Rappers Eminem („Staatsfeind Nr. 1“) lehrt, wie hysterisch die „liberale“ Mittelklasse in Amerika und Europa mittlerweile ist – und dass die „Wissenschaft“ alles beweist, was nicht zu beweisen ist.

Nachschub

01.12.02 (Helmut Hein) -

Lange galt im Lande Pop nur eine Formel: Hip war, wer cool war. Emotionen schienen bloß legitim, wenn sie sich als Inszenierungen erwiesen. Die Seele konnte nur maskiert passieren. Passionen ließ man höchstens den Schwarzen durchgehen. Ansonsten konnte man mit heftigeren Gefühlen zwar Reichtum, aber keinen Respekt erwerben. Selbst ein Bob Dylan setzte seine Reputation aufs Spiel, als er zu Zeiten seines heftigeren Erwecktseins („Saved“, „Slow Train Coming“) seine Pathosformel verkündete: dass jeder dienen müsse und man nur die Wahl zwischen dem „demon“ und dem „lord“ habe. Mittlerweile scheinen Rolle und Kostüm, Ironie und Satire „out“: Die neuen Meisterwerke des Pop verdanken sich einer liaison dangereuse zwischen Reflexion, „Gebrochenheit“ und Pathos. Anders als in der Zwischenkriegszeit, als das „maximale innere Ergriffensein“ (Aby Warburg) vom Futurismus bis zum Faschismus eine vitalistische Renaissance erfuhr, erscheint das Pathos heutzutage nicht mehr als Projekt, sondern als Erfahrung.

Hits & Clips

01.12.02 (Stefan Raulf) -

Gerade noch war das Pop-Sternchen Jeanette als deutsche Biedermann-Aguilera zu hören/sehen („Rock My Life“), da wird sie wieder zur deutschen Biedermann-Dion. Für die vorweihnachtliche Zeit bieten sie und der britische Sonnyboy Ronan Keating diese alte Mainstream-Ballade an, von Bob Seger geschrieben, von Kenny Rogers und Sheena Easton vor knapp 20 Jahren als Hit etabliert. Mit aller Macht ist das Duett auf das obligatorische Kuschel-Feeling hin produziert. Das Piano gibt die Akkorde vor und darüber schichten sich im Laufe der Strophen die Streicher in den Liebesausbruch, um am Ende die Vergewisserung der gemeinsamen Nacht zu hauchen. Nur gibt es gar kein „Gemeinsam“ – zumindest nicht im Video. Tatsächlich versucht das geschickt montierte Spiegelkabinett darüber hinwegzutäuschen, dass die beiden Interpreten in keiner Einstellung zusammen zu sehen sind. So bleibt Jeanette Biedermanns „No Sex“-Image nach wie vor unangetastet.

Die Grenzen zwischen Jazz, Rock und Weltmusik sind fließend

01.11.02 (Barbara Lieberwirth) -

Wahre Jazzfans haben alljährlich Ende September/Anfang Oktober einen festen Termin im Kalender stehen, der alle anderen in die Kategorie „entbehrlich“ verschiebt. Der Grund dafür ist plausibel: die Leipziger Jazztage.

Kräfte zehrende Mammuttouren

01.11.02 (Wieland Ulrichs) -

Noch bis zum 17. November unterwegs ist das „Irish Folk Festival“ (IFF), eine Traditionsveranstaltung, die für musikalische Qualität bürgt, seit der südniedersächsische Lehrer und Folk-Freak Carsten Linde 1974 das reisende Musikfest mit jeweils drei bis vier Gruppen und/oder Solisten erfand. Der Publikumserfolg war regelrecht gigantisch, bis sich Linde ab 1982 eine Kunstpause gönnte, hatte er doch das Ganze bisher praktisch vom Wohnzimmer aus organisiert. 1988 ging es dann wie gewohnt im Herbst weiter, und der alte Erfolg blieb nicht aus. Wieder im Boot saß der Irland-Fan Axel Schuldes, und der nebenberufliche Tournee-Veranstalter Peter Wennerhold sorgte jetzt für die Logistik.

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