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Alle Artikel kategorisiert unter »Pop-Rockmusik«

Wenn Rocker Freejazz machen

01.09.02 (Mathias Bäumel) -

Hatte das Schweizer Trio Steamboat Switzerland bereits vor einiger Zeit mit ihrer „Live“-CD (Unit Records) und ihren intelligenten, ungestümen Soundimprovisationen zwischen Freejazz und Heavy Rock aufhorchen lassen, bleibt einem nun angesichts der Parallel-Veröffentlichung von „Budapest“ und „ac/dB [Hayden]“ (beide GROB) fast der Atem weg. Keyboarder und Hammond-Organist Dominik Blum, Bassgitarrist Marino Pliakas und Schlagzeuger Lucas Niggli entwickelten ihr Konzept einer an allen kategorisierenden Schubladen vorbeischlitternden, auf Klangflächen orientierten, rockigen Improvisationsmusik weiter.

Für Liebhaber der Zwölftakt-Musik

01.09.02 (Wieland Ulrichs) -

Die deutsche Kleinkunstszene ist durch sinkende Fördermittel, rückläufige Besucherzahlen und vieles andere mehr derzeit schwer gebeutelt. Das trifft natürlich auch die „Zulieferer“, allen voran die Musiker, Kabarettisten wie auch Plattenfirmen und Fachzeitschriften.

Anjaka: Wer fliegen will muss hören

01.09.02 (Sven Ferchow) -

O-Ton eines „Runden Tisches”: „Wir brauchen Neues, Aufregendes. Einen neuen Sound. Ein neues Gesicht. Irgendwas mit Pop. Aber frischer. Innovativer. Keine Alanis-Morissette-Kopie. Einen eigenen Kopf soll sie haben. Eigene Ideen. Auf keinen Fall aber zu kommerziell. Eine starke Frau. Mit Power. Und guten Songs”. So klingen die revolutionären Gedankenstürme in austauschbaren Meetings, Konferenzen oder Creative Pools in plattenvervielfältigenden Unternehmen, wenn es um neue Strategien, Marketing- Konzepte oder Tools geht. Unwesentlich weniger ausphrasiert philosophieren Radioredakteure und Printredakteure. Einfach mal fordern. Um etwas gesagt zu haben. Ein Lebenszeichen von sich gegeben zu haben. Aus dem Format-Off. Aus den Redaktionen. Oder den A&R-Intensivstationen der gebrannten Kinder. Den Frauen und Männern kann geholfen werden. Weg von der Null-Linie. Hin zum Bluthochdruck.

Gegen den Strom

01.09.02 (Jürgen Stark) -

In der Hölle ist der Teufel los. Selbst die altehrwürdige Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt inzwischen in ihrer Sonntagsbeilage (!) lieber kumpelhaft und verständnisvoll über norwegische Satanisten in der Rockmusik als über die Erben John „Imagine“ Lennons. Das Böse im Sinne einer wachsenden Inhumanität ist postmodern, jeder ist sich selbst der Nächste oder wie der Jugendforscher Klaus Farin anmerkt, „asozial ist in“. Dementsprechend wird nun die kalte Kosten-Nutzen-Rechnung zur alles beherrschenden neuen Glaubenslehre, von Menschen und Musen mag keiner mehr sprechen, der Geldspeicher will gefüllt werden. Die letzte Shell-Jugendstudie beweist, wie der Weg der Jüngeren sich nun dementsprechend verengt: Leistung, Sicherheit, Macht und Einfluss sind wichtiger geworden. „Karriere und Familie schließen sich bei den meisten heute nicht mehr aus“, bemerken die Autoren. Letzteres macht deutlich, wie falsch dieser vermeintliche tolle Weg sein kann, den zum Beispiel die Norddeutsche Rundschau jubilierend begleitet: „Null Bock war gestern: Die Jugend packt‘s an... Optimismus und Leistungsbereitschaft bei junger Generation.“ Letzteres en detail: Kinder werden kaum noch erzogen, sondern abgeschoben, Omas, Kindergärten und Lehrer sollen sich nach der Geburt um den Rest kümmern, die Kohle-Eltern schieben gelegentlich mal Scheine Richtung Nachwuchs. Sorry, Mammi hat keine Zeit, sie muss Karriere machen. Diese Kosten-Nutzen-Generation wägt ab und kalkuliert: CD im Laden kostet Geld, im Internet aber gar nix und der geloadete Klon lässt sich auf dem Schulhof hehlermäßig zu Kohle machen. Andere Studien ergänzen: Nur noch sechs Prozent der musikinteressierten Jugendlichen spielen dauerhaft ein Instrument und selbst das passive Hören ist auf dem Rückzug.

Alternative, progressive Popkultur

01.07.02 (Stefan Raulf) -

Es hat sich mittlerweile zu einem formidablen Marketing-Instrument verselbstständigt. Remixe müssen sein, irgendwie. Sie fördern die Präsenz der Stars, ohne dass diese wirklich mit neuem Material aufzuwarten hätten. Die Produzenten und Tonstudio-Wizards werden’s schon richten, und ein aufgepepptes Video wird’s verbreiten. Jennifer Lopez kann erst einmal wieder einen Film drehen oder sich um ihren Hintern kümmern, während trotzdem ein, zwei „neue“ Clips in der Rotation sind. Und Destiny’s Child können ihre Tour vorbereiten, während aufgefrischte Versionen ihrer Hits durch die Charts geistern. Alles nur Verkaufsförderung.

„Gut genug ist nicht gut genug“

01.07.02 (Marcus A. Woelfle) -

„Elegantes Klarinettenspiel, Leitung eines erfolgreichen Orchesters, viele Swing-Hits...“ Denken Sie bei diesem Steckbrief auch zuerst an Benny Goodman? Mit Artie Shaw und Benny Goodman verhält es sich nämlich wie mit Schiller und Goethe. Im Zweifelsfall sind immer Goethe und Goodman die Bekannteren, Populäreren, Zitierten, nicht Shaw und Schiller. Doch Artie Shaw hat gegenüber seinem Erzrivalen Goodman einen Vorteil: Er lebt noch und kann Einfluss darauf nehmen, wie sein Lebenswerk rezipiert wird.

Nachschub

01.07.02 (Helmut Hein) -

Kultur bedeutet Aufschub: Sie verhindert, dass man sich dem Schmerz und der Lust sofort und vollkommen hingibt. Sie bewahrt einen vor dem, was der Philosoph Hans Blumenberg den Absolutismus der Wirklichkeit genannt hat. Sie mildert und sublimiert sogar die eigenen Ängste und Wünsche. Sie schützt und sie entfremdet. Kultur hat es mit Repräsentation zu tun. Sie ist das Terrain der „substitutes“.

Patriotische Gotteskinder versus quietschbunte Discoqueen

01.07.02 (Stefan Raulf) -

Innerhalb von einer Woche waren im Juni in der Festhalle zu Frankfurt am Main zwei Diven-Acts der internationalen Charts zu erleben: Destiny’s Child und Kylie Minogue. Die Konzerte sind natürlich groß, bunt und perfekt. In Ästhetik und Aussage jedoch waren eklatante Unterschiede festzustellen.

Hit & Clips

01.07.02 (Stefan Raulf) -

Joy Denalane: Geh jetzt Diese Sängerin, die aus Südafrika stammt, und ihre Band haben, wo immer sie waren bei den Aufnahmen (in Stuttgart), im richtigen Moment den richtigen Nektar getrunken: Soul mit etwas Jazz-Touch. Und dann nahmen sie sich die Zeit, um diesem Lied das angemessene, wirkliche langsame Tempo zu gönnen. Dafür vermag ein traumwandlerisches Timing für die emotionale Geste im Arrangement des Trennungsschmerzes jeder oberflächlichen Phrase („Hab ich mich so in dir getäuscht“) enorme Tiefe verleihen: ein einzelner Gitarrenschlenker gleich in der ersten Strophe, ein Snareschlag, ein Basston, der mit der Verletztheit der Leidenden ins Dunkle abschmiert. Wenn sich Bläsersatz, Streicher und Chor aufschwingen („Du hast Scheiß gebaut“) und in einer spannungsgeladenen Pause wieder zusammensacken, ist es nur schade, dass das Video so konventionell den Barroom-Klischees folgt.

Und flinke Hände tanzen über das Vinyl...

01.06.02 (Stefan Pieper) -

Bandleader Mathias Rüegg mag die Inszenierung seiner Führungsrolle überhaupt nicht. Meist steht er lässig am Bühnenrand, und wenn er gestisch ins Geschehen eingreift, dann ist auch dies ein entspannter Gegenpol zur Aufsehen erregenden Präzision „seines“ Vienna Art Orchestras, das beim 31. Moers-Festival sein 25. Bühnenjubiläum feierte.

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