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Alle Artikel kategorisiert unter »Pop-Rockmusik«

Hits & Clips

01.11.01 (Stefan Raulf) -

Eine Überraschung. Der smarteste Typ der deutschen Pop-Landschaft, Sasha mit dem Appeal für Schwiegermütter, erweitert beständig seinen Horizont. Was vor ein paar Jahren so schlagerhaft begann, mündet nun, nach Reggae, Dancepop und Xavier Naidoo-Kooperation, in einem satten Rocksong. Das Glockenspiel-Intro lockt noch auf die falsche, die alte Fährte. Doch unvermittelt bricht ein breiter Gitarrensound dazwischen, der sich stilsicher am erfolgreichen amerikanischen College-Rock orientiert. Rasant geht er durch die Strophen, hebt sich im Refrain in die klassischen euphorischen Höhen, bindet im C-Teil nochmals das Glockenspiel ein – und dann ist er auch schon durch. Sehr kompakt. Und was der Song an Individualität missen lässt, wird im angenehm ironischen Video nachgereicht: Sasha macht als verliebter Boxer eine gute Figur.

Aufgeschlossen oder mucksmäuschenstill

01.11.01 (Michael Kuhlmann) -

Um ein Haar wäre das Jubiläum ausgefallen – infolge der Subventionssperre in Sachsen. Doch am 3. August erhielt der Jazzclub Leipzig das erlösende Fax. Absender: das Dresdner Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Inhalt: 40.000 Mark für das Jahr 2001 fließen nun doch. Und damit stand den Leipziger Jazztagen in ihrer 25. Ausgabe nichts mehr im Wege.

Nachschub

01.11.01 (Helmut Hein) -

In der Pop-Musik gibt es keine Identitäten – jedenfalls keine, die fest und natürlich wären. Wer Pop macht, rechnet mit dem Schein: Sein Kapital sind die Wünsche und die Träume des Publikums, die er bedient; seine Methode ist die Täuschung. Im Lande Pop ist nichts Natur und alles Projekt. Der Held der Pop-Musik ist die Puppe, die ein Reflex des Begehrens des anderen ist. Sie imitiert Leben; aber sie lebt nicht.

Du musst zum Cyborg werden...

01.10.01 (Viktor Rotthaler) -

Ich gestehe, ich bin kein Fan der ersten Stunde. Björks hysterisches Gekreische bei den „Sugarcubes“ ging mir eher auf den Wecker. Aber seit ihrem „Debut“-Album, 1993, und den Songs „Venus As a Boy“ und „Play Dead“ hat sie mein großes Pop-Herz erobert. Und spätestens seit ihrer zweiten Platte mit „Hyper-Balladen“ („Post“) ist sie zur Ikone geworden, zur „Cyber-Björk“. „Wenn es eine Eigenschaft gibt, die das Wesen des modernen Popstars definiert“, schreibt Rick Poynor in dem schönen, zeitgleich erschienenen „Björk“-Bilderbuch (Schirmer/Mosel), „dann ist es die Fähigkeit, das Publikum mit einem permanenten Imagewechsel zu überraschen. Zu einem gewissen Grad trifft das für die meisten Performer zu – andere Klamotten, neue Frisuren, alte Posen werden abgelegt, doch einige der einflussreichsten und langlebigsten Stars vermitteln den Eindruck, dass jede Verwandlung der äußeren Erscheinung einen Wandel der Identität widerspiegelt: dass sich der Künstler, wie sein junges Publikum in einem Prozess permanenten psychologischen Experimentierens und Selbstentdeckens befindet.“

Die ungeahnten Varianten von La Paloma

01.10.01 (Wieland Ulrichs) -

Als der in Folklore- und Weltmusikkreisen bekannte Harfenist Rüdiger Oppermann 1989 zum ersten „SommerMusikFest“ in die Jugendherberge Mosenberg bei Homberg/Efze einlud, stand ein kalifornisches Musik-Camp Pate, bei dem diverse Größen unterschiedlichster Folklore-Stile ein Fest feiern und dabei für (zahlende) Gäste Workshops anbieten. So gab es auch dieses Jahr wieder alternative Musikvermittlung, unkonventionellen Unterricht, Austausch über unterschiedlichste Grenzen hinweg, und jede Menge Musik, Tanz und Spaß.

Nachschub

01.10.01 (Helmut Hein) -

„Man muss absolut modern sein!“ Das bilderstürmerische Motto der Avantgardisten-Ikone Rimbaud wurde zum Leitmotiv der ästhetischen Bewegungen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, die vor allem eins sein wollten: up to date, und zwar ohne Rücksicht auf Verluste. Und selbst der vergleichsweise coole Bert Brecht befand, dass man sich besser am schlechten Neuen als am guten Alten orientiere. Im Lande Pop verband sich dann die Überbietungs- und Aktualitäts-Ästhetik noch mit den Gesetzen des Marktes, der nur ein Regime zu kennen scheint: das der „nouveauté“. Nichts ist so alt wie die Neuheit von gestern: das kann rasch zum Problem werden für die Helden und Herrscher der letzten Saison. Wer nicht einfach verschwinden oder in engen Genre-Nischen überleben will, der muss sich etwas überlegen. „Relaunch“ heißt das Zauberwort post-moderner Ökonomie und PR-Kunst.

Hits & Clips

01.10.01 (Stefan Raulf) -

Die schottische Band legt einen Schmachtfetzen nach dem anderen als Singleauskopplung aus dem Album „The Invisible Band“ hin. Außer der Refrainzeile „The Grass Is Greener On The Other Side“ ist nichts an diesem Lied so richtig zu fassen. Irgendwo sind natürlich Strophe und Refrain auszumachen, jedoch bewirkt diese klebrige Soundwatte einen erstaunlichen Weghöreffekt. Der funktioniert erst recht, wenn man das Video dazu betrachtet: Die blass-schüchterenen vier Jungs um den Sänger und Chef Fran Healy gehen auf UFO-Forschung, die am Ende in Sachen Effektaufwand Spielberg’sche Ausmaße erreicht. Die Band soll gepusht werden, die Anbiederung an den US-Markt ist, parallel zu den weit reichenden Touren der Band, offensichtlich. Neulich hatte ein Fan im Chat angemerkt, dass er eigentlich mit dem Song alles andere als diese UFO-Show assoziiere…

Nachschub

01.09.01 (Helmut Hein) -

„Revenants“, das sind Wesen aus dem Horror-Kosmos: Untote, Wiedergänger; Gespenster, die keine Ruhe geben können, weil es da noch etwas Unabgegoltenes gibt. Im Pop-Kontext spricht man gern, harmloser, von „Revival“. Aber Revivals sind etwas anderes: Dinge, die niemand braucht; außer denen vielleicht, die ihre Miete bezahlen müssen.

Hits & Clips

01.09.01 (Stefan Raulf) -

Eine einsame Mundharmonika zur akustischen Gitarre legt im Intro eine falsche Fährte. Doch hier geht es mit der Stimme von Nina Persson weiter, gebettet in ein üppiges, fein ausgearbeitetes Arrangement. Die Sängerin der schwedischen Band Cardigans reiht sich mit ihrem Solo-Projekt in eine Linie moderner Singer/Songwriterinnen mit Hang zu Autobiografischem ein. Diese leichtfüßige Abhandlung über „Geld und Liebe“ entfaltet allerdings den unwiderstehlichen Charme eines guten Paul McCartney-Songs. Die Melancholie wird aus dem Kitschsumpf gezogen. Liegt es an der harmonisch eleganten Verzahnung zum Refrain? An Perssons Stimme, die dessen schlichter Melodie Leben einhaucht? Oder an dem Beatles-Melotron, das die Harmonika später umspielt? Diese Musikerin gewinnt von Jahr zu Jahr, auch in den Videos: In dieser kleinen Story zum Song darf sie sowohl sich selbst als auch die mondän-versoffene Tochter aus gutem Hause geben. Sieht beides enorm echt aus.

Der freundliche Star

01.09.01 (Marcus A. Woelfle) -

Die Wege des Jazz-Business sind unerforschlich. Sehr spät, in den 90er-Jahren, kam sein Durchbruch. Joe Henderson (siehe Bild) hatte eine Reihe von Tribut-Alben eingespielt und sich vor Billy Strayhorn, Miles Davis und Tom Jobim verbeugt, als die Öffentlichkeit in dem seit Jahren relativ im Hintergrund wirkenden Joe Henderson einen Giganten ausmachte.

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