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Alle Artikel kategorisiert unter »Portrait«

Gottes Geschenk an die Klaviertasten

15.06.21 (Ernst Burger) -
Kein Geringerer als „Dizzy“ Gillespie hielt ihn für den „begnadetsten Pianisten, den wir je hatten“, der Jazzpianist Billy Taylor nannte den knapp 160 cm großen Erroll Garner den „Giganten unter den Jazzpianisten“ und George Shearing schreibt in seiner Autobiografie „Lullaby of Birdland“: „There‘s never been another pianist quite like Erroll Garner, and I don‘t think there ever will be.“
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„Ich möchte mir nichts vorsetzen lassen“

28.05.21 (Claudia Irle-Utsch) -
Es sei an der Zeit gewesen. So kommentierte Reinhard Goebel die Nachricht, dass ihm die Bach-Medaille der Stadt Leipzig verliehen werden sollte. „Kein deutscher Musiker hat einen derart hohen Einfluss auf die Entwicklung der historischen Aufführungspraxis ge­habt wie Reinhard Goebel“, befand die Jury damals, 2017. Nicht ganz stimmig an dieser Beurteilung ist die Wahl des Tempus. Denn Reinhard Goebel arbeitet unentwegt daran, das Werk eines Komponisten im engen Bezug zu dessen Zeit zu verstehen und auch interpretatorisch verständlich zu machen. Aktuell stellt der Musiker, Musikwissenschaftler und Dirigent den letztjährigen Jubilar Ludwig van Beethoven im Spiegel von Zeitgenossen wie Johann Nepomuk Hummel, Anton Eberl, Jan Václav Voríšek oder Antonín Reicha vor. Über „Beethoven’s World“, ein Langzeitprojekt mit Langzeitwirkung, über seinen Blick auf den Musikbetrieb und auch über das, was ihn antreibt, begeistert und wundert, sprach Reinhard Goebel mit Claudia Irle-Utsch.

Aus dem Vergessen gespielt

08.04.21 (Claudia Irle-Utsch) -
Sie hat ihn gepackt, die Musik des Anfangs, die erste Begegnung mit einem ihm fremden Werk, die Musik, die er erst spielen musste, um sie hören zu können, die er für sich und dann für andere auch erschließen wollte, um sie zu verstehen. Damit hat Alexan­der Breitenbach einen Schatz gehoben.

Man zahlt immer einen Preis

19.03.21 (Andreas Kolb) -
Anlässlich des nmz-Dossiers „Geschlechtergerechtigkeit“ im Interview gefragt, ob es für eine (Mezzo-)Sopranistin ein Gender-Thema gäbe, kommt von der Sängerin und Musikwissenschaftlerin Anne-May Krüger Klartext: „Ja. Auch wenn wir Sängerinnen – außer in der Alten Musik vielleicht – keine männliche Konkurrenz im eigenen Fach haben, spielt das eine Rolle. Wenn wir uns den sogenannten Markt anschauen, dann dominieren die Männer doch in den meisten entscheidenden Positionen: als Veranstalter, Intendanten, Dirigenten, Komponisten, oft sogar auf den zu besetzenden Solisten-Positionen, obwohl man unter den Interpretierenden doch mittlerweile 50/50 ausbildet. Will man hier etwas ändern, muss man vermutlich doch mit Quoten und ähnlichen Werkzeugen arbeiten. Gleichzeitig möchte ich aber betonen, dass Emanzipation für mich bedeutet, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und auch von Seiten der Frauen auf das Spiel mit Genderstereo­typen verzichten. Also weg mit patriarchalen Gesten, aber auch mit ‚sex-sells‘-Attitüden. Wir sollten zuallererst Kolleg*innen sein. Oder besser vielleicht noch: einfach Menschen.“

Leidenschaftlicher symphonischer Architekt

02.03.21 (Christoph Schlüren) -
Zu einer Zeit, als der kreative Krieg der 1920er-Jahre zwischen Avantgarde und Tradition zu einem Kalten Krieg der Ideologen erstarrt war, taten sich jene Komponisten bei den öffentlichen Meinungsbildnern schwer, die sich nicht klar abgrenzten von überlieferten Werten. Noch in seinem letzten Lebensjahr sagte mir Günter Bialas, nichts sei gefährlicher als „der Beifall von der falschen Seite“. (Interessant ist hier natürlich auch der aktuelle politische Bezug.) Jene Epoche der radikalen Ausgrenzung der vorgeblich Rückständigen aus dem ästhetischen Diskurs wurde in den 1950er-Jahren eingeläutet und ver­lief sich ab den 1990er Jahren in einem nicht enden wollenden Decrescendo – für viele Komponisten, die sich dem seriell-fragmentarischen Zeitgeist nicht beugen wollten, zu spät.

Vom Vorzeigemädchen zur Staatsfeindin

24.02.21 (Georg Rudiger) -
Musikalische Träume, potenzielle Staatsfeindin, Leben im Stillstand, Klassikzirkus-Abwehr – Franziska Pietschs problematische deutsch-deutsche Lebensgeschichte steht auch in ihrer künstlerischen Vita, weil die Musik für die Geigerin überlebenswichtig war und es immer noch ist.

Auf der Bühne stehen, da bin ich in meinem Element

21.02.21 (Ursula Gaisa) -
Die 1986 in Titisee/Neustadt geborene Magdalena Ganter hat getanzt, bevor sie gehen konnte und gesungen, bevor sie sprechen konnte. Im Schwarzwald werden Familienfeste immer groß und wild gefeiert – mit Musik und vor allem auch mit Tanz, so hatte sie einen sehr natürlichen Zugang zur Musik. Also war es auch kein Wunder und fast unvermeidbar, dass sie Sängerin wurde: „Das war so natürlich und klar und kein großes Ding. Zu Hause, ich komme ja aus einer Zimmerei, hat man mich sowieso immer gehört. Und weil es dort eh laut war, hat es auch keinen so dolle gestört. Die haben sich gefreut, sie haben mich sehr unterstützt.“

Pfotenabdrücke in nassem Zement

19.02.21 (Dirk Wieschollek) -
Alles schon gemacht und getan, gedacht und geschrieben, gesehen und gehört, das x-te Mal das Rad neu erfunden. Nicht selten ertappt man sich dabei, in diesen skeptizistischen Tenor einzustimmen, der das Vertrauen ins Innovationspotenzial von Gegenwartskomposition seit längerem in Frage stellt, auch wenn derartige Verdikte im Grunde auf einem in die Jahre gekommenen Fortschrittsbegriff fußen. Allen Unkenrufen zum Trotz müht sich auch die musikalische Kunst doch immer neu und anders voran, wenn auch weniger mit neuen Materialversprechen als den aktuellen Verheißungen und Möglichkeiten digitaler Transformation und Kontextualisierung.

Mehrdimensionalität der Wahrnehmung

10.12.20 (Gisela Nauck) -
Die Kompositionen von Paul-Heinz Dittrich sind künstlerische Zeugnisse eines wagemutigen Individualismus. Sein Schaffen zeichnet sich, wie das anderer in der DDR lebender Komponisten seiner Generation, durch eine Besonderheit aus: Es entwickelte sich in zwei grundlegend verschiedenen Gesellschaftssystemen, in denen Kunst und Kultur einen jeweils anderen Stellenwert hatten: zuerst innerhalb des diktatorischen Sozialismus der DDR, dann innerhalb der Gesellschaft der wiedervereinigten BRD.
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