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Energiezentrum der zeitgenössischen Musik

21.02.20 (Hans-Jürgen Linke) -
Vierzigste Geburtstage geben Gelegenheit zum Rückblick auf die zurückliegenden Mühen der Ebenen und unbedingt auch zum Blick nach vorn auf die noch zu erreichenden Gebirge.

Kollektive Mehrfachbelichtung

16.01.20 (Dirk Wieschollek) -
Der vehemente Zugriff der jüngeren Komponistengeneration auf interdisziplinäre Formate und mediale Instrumentarien, der die „Neue Musik“ vor geraumer Zeit aus einem latenten Dämmerzustand selbstreferenzieller Klang- und Strukturgefüge geholt hatte, ist mittlerweile ein alltägliches Phänomen kompositorischer Praxis. Auch Ole Hübner, mit 26 einer der Vielversprechendsten seiner Zunft, der bei Michael Beil und Johannes Schöllhorn in Köln Komposition studierte, zieht in seinen Kompositionen alle Register ästhetischer und technischer Verfügbarkeiten.

Orpheus mit Röntgenblick

15.12.19 (Rainer Nonnenmann) -
„Kritisches Komponieren behandelt Probleme, die den Menschen betreffen, aber sich in Musik widerspiegeln.“ Dieses analytische Komponieren gibt Auskunft über Musik und das darin sich niederschlagende menschliche Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Handeln. Im Mittelpunkt steht also nicht die Musik selbst, nur weil man vielleicht gerade zufällig Komponist ist, sondern der Mensch. Das heißt, der Komponist macht nicht einfach Kultur, „sondern leistet Arbeit, nützliche Arbeit für den Menschen“. Diese starken Sätze stehen in Nicolaus A. Hubers kurzem Text „Kritisches Komponieren“ von 1972, der während der politisierten Nach-68er-Jahre auch bei öffentlichen Veranstaltungen verlesen wurde.

„Mich selbst nehme ich nicht ernst“

29.11.19 (Georg Rudiger) -
Seit über 30 Jahren ist Max Raabe mit dem Palast Orches­ter auf der Bühne. Georg Rudiger hat sich mit dem ausgebildeten Opernsänger unterhalten über die richtige Mischung zwischen Ernst und Komik, seine Zusammenarbeit mit Herbert Grönemeyer und über die Frage, wie politisch ein Künstler sein muss.

Der baltische Weg

11.11.19 (Burkhard Schäfer) -
Es war die bis dato längste Menschenkette aller Zeiten und sie ging ins Guinness-Buch der Rekorde ein. Was war geschehen? Am 23. August 1989 versammelten sich rund zwei Millionen Balten auf den Straßen. Sie reichten sich die Hände und bildeten eine Kette, die von Tallinn über Riga bis nach Vilnius reichte – mehr als 600 Kilometer lang. Friedlich und, vor allem, singend machten sie den sowjetischen Besatzern unmissverständlich klar, dass sie sich die staatliche Unabhängigkeit zurückwünschten, die sie am 23. August 1939, also genau 50 Jahre früher, mit dem Hitler-Stalin-Pakt praktisch eingebüßt hatten.

Die Saiten lockern, über die Revolution reden

29.10.19 (Luisa Mergel) -
Am Wochenende vom 14. bis 15. Dezember wird Beethovens Musik in zahlreichen gemütlichen Wohnzimmern, in Ateliers und auf kleinen Bühnen und mancherorts sogar auf öffentlichen Plätzen erklingen. Mit der Hauskonzertreihe „Beethoven bei uns“ möchte Andreas Kern, der unter anderem auch die „Piano City“ – eine ähnliche Konzertreihe rund um Klaviermusik – ins Leben gerufen hatte, einen besonders vielfältigen Auftakt mit möglichst vielen Beethoven-Begeisterten auf die Beine stellen. Gerade diese Vielfalt soll das Wochenende auszeichnen: Nicht nur „klassische“ Konzertformate mit hochkarätigen Künstlern, sondern auch viele Crossover-Projekte mit anderen künstlerischen Disziplinen, beispielsweise das Konzert des Klenke Quartetts, das von Axel Milberg um literarische Texte aus verschiedenen Epochen ergänzt wird, zahlreiche Schülerprojekte und gemeinsames Musizieren, Diskutieren und Reflektieren stehen auf dem Programm.

Der abhängige Unabhängige

25.10.19 (Ralf Dombrowski) -
Es ist ein fließender Prozess, befeuert von Zahlen. Denn mit einem Mal fangen Journalisten, Kollegen aber auch die Künstler selbst an, die eigene Arbeit als Lebenswerk zu reflektieren. Auch für Nikolaus Brass hat dieser Prozess im Vorfeld seines 70. Geburtstags eingesetzt: „Ich bin schon beim Aufräumen. Das ist neu, merke ich. Und es hängt durchaus mit dieser magischen Zahl zusammen, dass ich mir alte Stücke noch einmal vornehme, Überarbeitungen oder zweite Fassungen schreibe, vor denen ich früher zurückgeschreckt bin. Ich fange an, in die Vergangenheit zu blicken, überlege, manche Sachen durchzustreichen oder einfach wegzuschmeißen. Denn es ist schon ein wenig die Frage, was ich unter meinem Namen eigentlich hinterlassen will.“

Ein Mann des Musiktheaters

22.10.19 (Joachim Lange) -
Manfred Trojahn ist ein Komponist, der sich jeder Gattung stellt: Lied, Kammermusik, Chorwerk, Sinfonie. Alles da. Und jede Abteilung des Werkverzeichnisses imponierend gut gefüllt. Nach Hans Werner Henze und zwischen Aribert Reimann und Wolfgang Rihm ist er zudem der renommierteste für Opernnovitäten zuständige Deutsche. Da seine fünfte und bislang letzte Oper „Orest“ die Nagelprobe der Nachinszenierungen nach der Amsterdamer Uraufführung von 2011 schon mehrfach bestanden hat, ist sie auf gutem Weg zu einem Stammplatz im Repertoire.     

Der unerschrockene Marathon-Mann

10.10.19 (Guido Krawinkel) -
Am 15. September 2019 wurde in der – im Übrigen bei weitem nicht ausverkauften – Elbphilharmonie Musikgeschichte geschrieben. Um genau 23.10 Uhr setzte der britische Organist Kevin Bowyer (58) mit geradezu markerschütternden Akkorden einen gewaltigen Schlusspunkt unter ein geradezu gigantomanisches Unterfangen: die vollständige Aufführung der zweiten Orgelsinfonie von Kaikhosru Shapurji Sorabji an einem Tag.

140 Noten für vier Streicher können genug sein

28.08.19 (Juan Martin Koch) -
Der Tag danach: Etwa 15 Stunden ist es her, dass das Signum Quartett sich im Regensburger Musikverein unter anderem mit vollem Risiko dem Ausnahmezustand von Beethovens Großer Fuge op. 133 hingegeben hat. Viel Zeit zum Rekapitulieren haben die Musiker nicht. Der Vormittag wird genutzt, um an neuem Repertoire zu arbeiten, das Mittag­essen, um der nmz Rede und Antwort zu stehen. Dann geht es auch schon weiter, und die Vier setzen sich in Richtung ihrer anderweitigen Beschäftigungen in Bewegung: Florian Donderer, seit 2016 Primarius, ist Konzertmeister der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen; Annette Walther leitet eine Violinklasse an der Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“; Xandi van Dijk ist Solobratscher beim Münchener Kammerorchester; Cellist Thomas Schmitz unterrichtet an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz.
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