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Alle Artikel kategorisiert unter »Portrait«

Mit Schostakowitsch zurück in die Zukunft

27.02.18 (Marco Frei) -
In Kasan erlebt das Tatarische Nationalorchester gegenwärtig eine neue Blüte. Dafür steht auch ein Schostakowitsch-Zyklus, der jetzt auf CD erschienen ist. Und dies in einer Stadt, die für Orchester kein einfaches Pflaster ist.

Raus aus der Komfortzone

23.02.18 (Dirk Wieschollek) -
Es ist ein populärer Irrglaube, „Neue Musik“ sei gleichbedeutend mit verkopften Struktur-Exerzitien, deren adäquate Umsetzung hochspezialisierten Ausnahmekönnern vorbehalten bleibt, die die nervenaufreibende Ereignisfülle tiefschwarzer Notenblätter mit der Perfektion eines Uhrwerks vorantreiben. Dass jede zeitgenössische Musik aber auf der Ebene des Sinnlichen ansetzt, und auch ganz anders funktionieren und lebendig werden kann, daran erinnert jenseits virtuoser Hochseilartistik oder kurzlebiger Education-Projekte seit geraumer Zeit eines der hierzulande ambitioniertesten musikalischen Vermittlungsprojekte: das Ensemble der Länder.

Synchronizität in Zeiten des Streamings

22.02.18 (Holger Kurtz) -
Zwei noch junge Musiker, die sich nie getroffen haben, stehen am gleichen Punkt in ihrem Leben, als sie beschließen, etwas gegen die drohende Auflösung ihrer Ensembles zu unternehmen. Einer von ihnen entwickelt eine Software, die der andere zehn Jahre später entdeckt, um damit eintausend Kilometer zu überbrücken.

Eine tönende Autobiografie

31.12.17 (Ssirus W. Pakzad) -
Gesagt hat Mary Halvorson an diesen drei Tagen im „Alten Schl8chthof“ im oberösterreichischen Wels auf der Bühne nicht viel. Mehr als eine etwas schüchterne, karge Vorstellung ihrer Mitspieler war nicht drin. Die 37-jährige Gitarristin und Komponistin ließ lieber das von ihr kurartierte Programm der 31. Ausgabe von „Unlimited“ für sich sprechen. Vielleicht nahm niemand ihrer Vorgänger den Namen dieses Festivals bisher so wörtlich wie die in Boston geborene und in New York lebende Musikerin. Grenzenlos war der „Ribbons of Euphoria“ übertitelte Stilmix, den die zusammen gestellt hatte. Er war eine Art tönender Autobiografie.

Eine Lobrede auf klare Partituren und rätselhafte Musik

15.12.17 (Moritz Eggert) -
Im Gedenken an ihre Söhne Christoph und Stephan und im Bestreben, deren Liebe zur Musik lebendig zu erhalten, gründeten Karlheinz und Christiane Kaske 1988 eine Stiftung zur Förderung der Neuen Musik und ihrer Weiterentwicklung. Preisträger der Stiftung sollen hochbegabte Komponistinnen und Komponisten sein. Im Geiste dieser Gründungsidee entwickeln Joachim und Dagmar Kaske und ihre Kinder Katharina, Johannes und Fabian die Stiftung weiter.

Kein schneller Konsum, kein bequemes Schlagwort

28.11.17 (Mátyás Kiss) -
Wer sich einen Überblick über das ­Koechlin’sche Œuvre verschaffen möchte, ist für so manches symphonische Hauptwerk auf die Segnungen des Internets angewiesen. Dort sticht gerade im Vergleich zu vielen „moderneren“ Tonsetzern ins Auge, wie wenige gefilmte Aufführungen etwa auf YouTube hochgeladen wurden – was die geringe Repräsentation Koechlins im internationalen Musikleben widerspiegelt. Dafür muss es Ursachen geben, die weiter zurückreichen.

„Die spielen um ihr Leben“

06.10.17 (Eckhard Stengel) -
„Willst Du eine sichere Rente – oder Musik machen?“ Als der Oboen-Student Ulrich König vor drei Jahrzehnten mit dieser Frage eines Musikprofessors konfrontiert wurde, musste er nicht lange überlegen. Nein, „Orchesterbeamter“ wollte er nicht werden, zumal die Zufriedenheit von Berufsmusikern damals angeblich niedriger war als die von Gefängniswärtern. König verzichtete also auf Bewerbungen bei Staatsorchestern mit Tarifbindung, sondern schloss sich 1988 lieber der Deutschen Kammerphilharmonie an – einem jungen selbstverwalteten Ensemble, das damals noch in Frankfurt am Main residierte und 1992 nach Bremen umzog. Inzwischen ist es das vermutlich unkonventionellste Spitzenorchester der Welt.

Raum für Neue Orgelmusik

Orgelkonzerte sind im allgemeinen Musikbetrieb immer irgendwie etwas Spezielles. Vielleicht deshalb, weil solche Veranstaltungen aus naheliegenden Gründen nicht in erster Linie im Konzertsaal, sondern überwiegend in Kirchen stattfinden. Vielleicht liegt es auch am Charakter der Musik, die oft als „geistlich“ empfunden wird, auch wenn viel Orgelmusik spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts längst profan gemeint ist. Orgelkonzerte ziehen auch eine bestimmte Hörer-Klientel an, die sich aus Menschen zusammensetzt, von denen sich nicht wenige durchaus als Orgel-Experten bezeichnen würden, die aber oft aus dem Milieu des Ins­truments stammen. Aus diesem Grund gibt es wenig Außenkontakt der Orgelszene und kaum Berührungspunkte mit aktuellen Komponisten.

Musikdramatischer Hörspaziergang mit Smartphone

19.09.17 (Anna Schürmer) -
München ist nicht gerade bekannt für seine Industriekultur; schon gar nicht in Form von Ruinen und ihrer ästhetischen Umnutzung, wie man sie aus Berlin und dem Ruhrgebiet kennt. Und doch befindet sich am westlichen Rand der bayerischen Hauptstadt ein solches Denkmal: das ehemalige Heizkraftwerk Aubing – eine morbide Kathedrale des Industriezeitalters von knapp 30 Metern Höhe; darin nur drei riesige, mit mehr oder weniger gelungenen Graffitis verzierte Hochöfen. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie Anfang der 90er-Jahre die ersten Raves des Techno-Zeitalters in der stillgelegten Anlage gefeiert wurden und auch deshalb liegt es nahe, dass Mathis Nitschke hier vom 18. bis 20. Oktober seine Mixed-Reality-Techno-Oper MAYA spielen lässt.

Gegensätze und Volkstöne

15.09.17 (Verena Düren) -
Manchmal entstehen aus einem Zufall heraus die besten Dinge. So in der Art kann man dies wohl auch von dem inzwischen renommierten und äußerst gefragten Vokalensemble „Kölner Vokalsolisten“ behaupten, das in diesem Jahr mit einem Konzert sein zehnjähriges Bestehen gefeiert hat.
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