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Alle Artikel kategorisiert unter »Redunzl Semmelmanns Musica viva«

Als ich die Revolution ausrief

01.12.06 (Redunzl Semmelmann) -

Vor ein paar Tagen habe ich mir einen FM-Transmitter für meinen iPod gekauft. Da mein Black Blitz nur ein altertümliches CD-Autoradio ohne USB, GPS und Sexmaschine hat, konnte ich meinen iPod im Auto bisher leider nicht nutzen. Doch für diesen Fall gibt es jetzt solche FM-Transmitter. Das sind kleine UKW-Sender, mit deren Hilfe man die Musik des iPod irgendwie per Strahlung zum Autoradio übertragen kann. Tolle Sachen gibt‘s. Man sucht sich am Autoradio eine Frequenz, auf der kein Radiosender sitzt, stellt die gleiche Frequenz an dem kleinen FM-Dingens ein, schließt den iPod daran an, und schon hat man köstliche Musik im Autoradio drinnen und somit auch in der Fahrgastkabine. Und es funktioniert sogar. Die Qualität ist nicht gerade exquisit, aber zum Mitsingen und -schunkeln reicht es allemal.

Äppelkonto

01.10.06 (Redunzl Semmelmann) -

Wenn ich früher frische Musik in meinen Besitz bringen wollte, musste ich das Haus verlassen und einen Schallplattenladen aufsuchen. Die Öffentlich-Rechtlichen (andere gab es noch nicht) verließen fast nie den Mittelstreifen, und die Aufgabe von Radio und Fernsehen war schon damals, die Konsumbereitschaft der Hörer und Zuschauer zu fördern. Witzigerweise funktionierte das damals fast ganz ohne Werbung.

Bayreuth was a gas

01.09.06 (Redunzl Semmelmann) -

So sehr sie uns auch immer auf den Sack geht, diese elendige Brut der selbstherrlichen Polit- und Weiß-ich-was für-Prominenz, so gibt es doch einen Tag im Jahr, an dem mich dieser Popanz für einige wenige Augenblicke völlig verzückt und meiner Kehle sogar kurze, spitze Aufschreie des orgiastischen Vergnügens entlockt. Ich rede von dem Tag, an dem die alljährlichen Festspiele des Judenhassers Richard von Wagner im rabenschwarzbayerischen Bayreuth eröffnet werden. Und ich in Nachrichtensendungen das Defilee des bourgeoisen Packs ablachen darf. Ach, du sonst so grausame Welt, das entschädigt mich für so vieles. Da freue ich mich jedes Jahr drauf. Ehrlich. Was man da alles zu sehen bekommt. Fratzen, bis zur Unkenntlichkeit getüncht. Frisuren, die man sonst nur auf den Catwalks geistig völlig verwirrter Modezaren zu sehen bekommt. Fummel, die ich nicht mal als Putzlumpen in den Unterschrank der Spüle packen würde.

Tod im Achtelfinale

01.07.06 (Redunzl Semmelmann) -

Selbst Leute, die mich wenige Tage vor dem Start der WM noch hasserfüllt anguckten, nur weil ich ohne Scham zugab, mich auf die WM zu freuen, rennen heute mit Deutschlandtrikots, Deutschlandfahnen, Deutschlandkäppi, Deutschlandschminke, Deutschland­tangas und anderem mehr oder weniger schwachsinnigen Vaterlandsgedönse in der Gegend herum. Tiefsitzende Minderwertigkeitsgefühle wittern die Chance auf dauerhafte Kompensation und noch mehr. Je kleiner das Hirn, desto größer die Fahne. Das war schon immer so. Das sind Programmierungen des menschlichen Genoms, denen man nur mit der Atomphysik oder Ähnlichem zu Leibe rücken kann.

Kick it!

Wenn diese Nummer der nmz erschienen ist, sind es nur noch wenige Tage, bis ein Ereignis seinen Lauf nimmt, vor dem mir inzwischen Himmelangst ist: die Fußballweltmeisterschaft. Wahrscheinlich ist es der nmz bis dato gelungen dieses Thema aus ihren Seiten herauszuhalten – so genau lese ich sie nicht – aber nun ist es doch so weit.

Polarnacht

01.05.06 (Redunzl Semmelmann) -

Während noch nicht ganz klar ist, ob Benito – äh, sorry – Silvio Berlusconi seine mediale und somit politische Macht nutzen kann, um die Wahl in Italien erfolgreich anzufechten und dem politischen Gegner Wahlbetrug unterzuschieben; während der iranische Präsident in alle Welt posaunt, dass es seinem Land auf dem Weg zur Bombe gelungen ist, Uran anzureichern; während sich die Amis für einen weiteren Krieg rüsten; während das von jedem aufrechten Fußballfan erwartete „Wunder vom Millerntor“ ausgeblieben ist, während in Indien ein Schauspielstar stirbt und daraufhin Massenunruhen ausbrechen und mir ein „Die spinnen, die Inder“ durchs Hirngebälk zischt; während sich all das und noch vieles mehr auf unserem Planeten zuträgt, sitze ich hier in meiner kleinen Butze, einen Tag vor dem Tag, an dem vor bald 2000 Jahren eine Art Freiheitskämpfer von seinen eigenen Landsleuten ermordet wurde, weil deren Führer es für erstrebenswerter hielten, sich mit den Okkupanten ihres Landes zu arrangieren, hielt das doch die politische Lage im Lande einiger-maßen stabil und die eigenen Vorratskeller prall gefüllt ... – sitze ich also hier in meiner kleinen Butze und starre bewegungslos zum Fenster hinaus. Die Warterei auf den Frühling kann zermürbend sein.

Sentimentalitäten

01.04.06 (Redunzl Semmelmann) -

Letztes Wochenende lag ich mal wieder im Wohnzimmer vor dem Plattenregal und habe meine Langspielplatten durchgeguckt. So eine Sammlung, völlig egal wie umfangreich sie auch ist, vermittelt dem Durchgucker nicht nur einen Einblick in das Leben des jeweiligen Sammlers, sondern irgendwie auch ein Gefühl des Stillstands. Denn der zeitliche Kontext einer Plattensammlung ist endlich. Zumindest der von meiner, denn ich gehöre nicht zu den Vinylfetischisten, die nach dem Aufkommen der CD weiterhin Vinyl kauften, nur um Vinyl zu haben und als edler Liebhaber und Bewahrer des wahren Musikgenusses zu gelten.

Vegetativer Geschmack

01.03.06 (Redunzl Semmelmann) -

Über Geschmack lässt sich angeblich nicht streiten. Oder trefflich streiten. Wie heißt das denn jetzt eigentlich? Nicht streiten oder streiten? Egal. Über Geschmack… Dieses Wort in diesem Zusammenhang zu verwenden ist mehr als blöd. Aber so ist sie nun mal, unsere Sprache. Über Geschmack lässt sich ganz vortrefflich streiten, und ich habe mich an solchen Streitereien immer sehr gerne beteiligt, insbesondere dann, wenn es um die Musik im Allgemeinen und im Speziellen ging. Denn bei diesem Thema treffen nicht nur Geschmackswelten aufeinander, sondern Weltanschauungen. Und wenn es um die Art und Weise die Welt anzuschauen geht, gibt es immer Streit.

Semmelmanns Musica viva

01.02.06 (Redunzl Semmelmann) -

Weißes Licht. Weiße Hitze. Der Winter ist nicht meine Jahreszeit. Sich irgendwelche Bretter unter die Füße schnallen und waghalsig Abhänge hinunterstürzen?

Agitprop

01.12.05 (Redunzl Semmelmann) -

Schon wieder neigt sich ein Jahr seinem Ende zu. Turbulent war es. Obwohl die Turbulenzen nichts genutzt haben. Denn bewegt hat sich eigentlich gar nichts. Im Gegenteil. Politisch „geführt“ werden wir in Zukunft von der Interessengemeinschaft Macht, dem Zusammenschluss dreier Vereine, die sich gemeinsam das Wohl unseres Landes und seiner Bevölkerung auf die Fahnen geschrieben haben. Das Gedrängel auf dem politischen, contentlosen Mittelstreifen ist inzwischen kaum mehr übersehbar und die IG Macht wird in Zukunft mehr damit beschäftigt sein, ihre Führung zu verteidigen denn sich dem Wohl des Volks zu widmen. Uns, ihrem Arbeitgeber, spielten sie zähes, wochenlanges Ringen vor, um am Ende für uns alle das Optimum, nein, das Maximum rauszuholen. Total aufgeräumt und mit Brechreiz erregend guter Laune präsentierten schließlich die vier Grüßaugusts der IG Macht ihr Vertragswerk „Dem Deutschen Volke“ dem deutschen Volk. Besonders hervorgetan hat sich in dieser Zeit des Ringens der Anführer des regional im Süden Deutschlands agierenden Vereins. Wochenlang war er auf der Suche. Nach Lösungen. Aus dem deutschen Dilemma. Wochenlang hat er sich verzehrt. Nur für uns. Man sagt, gefunden habe er nichts.

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