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Alle Artikel kategorisiert unter »Rückblende«

Vor 100 Jahren

29.10.20 (Paul Marsop) -
Es ist mir eine liebe Pflicht, unserem Jenner im Namen der Amtsgenossen ein Wort des Abschieds zu weihen. Fünfundzwanzig Jahre sind nun verflossen, seit wir den Dreißigjährigen, als Nachfolger des unvergessenen Richard Barth, zum Universitäts-Musikdirektor berufen haben. Was unsere Aufmerksamkeit gerade auf ihn lenkte und ihm unter den Bewerbern den ersten Platz sicherte, war seine Beziehung zu Meister Johannes Brahms. Jenner war, wie man weiß, der einzige, der sich rühmen konnte, im eigentlichen Sinne Schüler von Brahms gewesen zu sein.

Vor 50 Jahren: Nur bekannte Namen wurden eingekauft

29.10.20 (Karlheinz Roschitz) -
Proteste gegen geschäftstüchtige Avantgarde-Komponisten und die etablierte Gesellschaft, Provo-Attacken gegen Festivalmanager, Buh- und Pfeifkonzerte heizten bei den vergangenen Festivals zeitgenössischer Musik in Venedig die Atmosphäre stets kräftig an. Das Spiel auf dem Vulkan des Protests erzeugte Spannung, stellte so manche angekündigte Sensation bis zur letzten Minute in Frage. Nicht so diesmal, beim 33. Musikfest im Teatro „La Fenice“, bei dessen Start internationale Prominenz wie äußerer Glanz, sonst Venedigs Stärke, eher karg bemessen waren. […]

Musikkritiker und Zeitungsinserat

23.10.20 (Paul Marsop) -
[…] Schneidet doch einmal aus einer größeren angesehenen Tageszeitung die in einem Musikwintermonat der Gegenwart gedruckten Konzert- sowie Opernkritiken aus und geht sie hintereinander durch: auf der Hand liegt, daß der Musikredakteur und seine Helfer mit völlig belanglosen Auslassungen über die Notenfabrikate wiederkäuender Komponisten jeglicher Farbe und Herkunft, mit unausgesetztem Breittreten an gleicher Stelle tausendmal besprochener Loewe-Abende und Beethoven-Reproduktionen, mit Aufzählung läppischer Wunderkindereien trotz aller Papierknappheit eine Unzahl Spalten füllen. Notgedrungen, auf Befehl.

Ein großer Initiator – Zum Tode von Heinrich Strobel

29.09.20 (Gerhard R. Koch) -
Heinrich Strobel, der in diesem August in Baden-Baden gestorben ist, war, obwohl weder als Komponist noch als Interpret tätig, eine der Vaterfiguren der Neuen Musik, als Schriftsteller und Organisator ein Motor von Bedeutung.

44. Weltmusikfest der IGNM in Basel

18.09.20 (Ulrich Dibelius) -
Immer noch ist es eine Frage eher des Glaubens und des Vertrauens als der sachlichen Beurteilung, ob man die Weltmusikfeste der IGNM für notwendig oder überflüssig, ihre Ergebnisse für langweilig, passabel oder unerträglich hält. Denn das tatsächliche Erscheinungsbild spricht nicht für die Sache. […]

Gedanken über Gartenkonzerte

16.09.20 (Bruno Leipold) -
In den letzten Wochen leitete ich einige Instrumental-Gartenkonzerte und wurde dadurch aufs neue angeregt und bestärkt zur längst geplanten Auslassung meiner persönlichen Ansichten über derartige Unternehmungen. Liest man Programme der üblichen Gartenkonzerte, so könnte man auf den Gedanken kommen, als sei das Verlangen nach guter, bildender und fördernder Musik nur für den Winter vorhanden, während der „Musikhunger“ unseres Publikums im Sommer nur durch ein Konglomerat von Märschen, Potpourris, Fantasien, Tänzen, Posaunen-, Xylophon- und besonders Pistonsoli zu stillen sei.

Vor 100 Jahren: Die Mission unserer Hausmusik

21.08.20 (R. Hübner) -
Wer die große Bedeutung guter Hausmusik hervorhebt, der wird oft eine hochmütige Ablehnung erfahren und das absprechende Wort „Dilettantismus“ zu hören bekommen, womit viele – Berufsmusiker wie Nichtmusizierende – alles sogenannte unkünstlerische Musizieren so leicht und gern abtun. Mit Unrecht! Sie verkennen das Wesen einer rechten Musikpflege im Hause, die gar hohe Werte in sich schließt.

Vor 50 Jahren: Musik in Osaka

20.08.20 (neue musikzeitung) -
Noch immer gilt Deutschland als das Land der Musik. Ob das tatsächlich berechtigt ist, und ob derlei ausschließliche und zum Superlativ tendierende Formulierungen heute überhaupt noch sinnvoll sind, scheint fraglich und sollte eher stutzig machen, Verdacht erwecken, erinnert fatal an deutsches Wesen, an dem die Welt hätte sollen genesen. Dennoch scheinen die für den bundesrepublikanischen Beitrag zur Weltausstellung in Osaka Verantwortlichen entschlossen gewesen zu sein, den Ruf Deutschlands als Musiknation zu bekräftigen.

Vor 50 Jahren

26.06.20 (Konrad Boehmer) -
[…] Wenn ein Festival primär der Begegnung „der Fachleute“ dienen soll, dann ist das im Zeitalter des Telefons und der Schallplatte so unsinnig wie der Reflex auf ein „großes“ Publikum. Die erste Alternative fördert die Inzucht und Langeweile, wie sie bei allen Festivals herrscht, die vornehmlich für die Beteiligten selbst abgehalten werden. Die zweite Alternative ist eine Fiktion, solange kein Mensch darüber nachdenkt, was denn dies „große“ Publikum ist.

Vor 100 Jahren

25.06.20 (Paul Stefan) -
Der denkbar glänzendste Rahmen, die freudigste, großmütigste Gastfreundschaft umgab diese Veranstaltung. Willem Mengelberg, der musikalische Erzieher und Reformator Hollands, feierte das Fest seiner fünfundzwanzigjährigen Dirgientenwirksamkeit am „Concertgebouw“ in Amsterdam. Und da er zwar alle modernen Komponisten von Bedeutung von Strauss bis Schönberg und Ravel eifrig gefördert hatte, seinen durch gegenseitige Bewunderung gewonnenen Freund Mahler aber am meisten und liebsten, so sollte sein Fest zugleich ein Mahler-Fest sein, das erste, und im größten Stil ausgeführt. […]
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