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Alle Artikel kategorisiert unter »Rückblende«

Vor 100 Jahren: Musikbriefe (1921/05)

28.04.21 (Juan Martin Koch) -
Tokio. Wenn wir heute über eine Beethoven-Gedächtnisfeier in Tokio berichten, wird mancher Leser vielleicht ungläubig fragen, wie ist das möglich? Woher die Kräfte, die im fernen Osten unserem gewaltigen Beethoven gerecht werden können? Und dennoch, allen Zweiflern sei gesagt, Beethovens 150. Geburtstag wurde hier in würdiger Weise durch drei große Orchesterkonzerte am 4., 5. und 11. Dezember gefeiert.

Vor 50 Jahren: Philharmonische Fronten (1971/05)

28.04.21 (Juan Martin Koch) -
[…] Schon im ersten Konzert stieß Klaus Hashagens „Die vier Apostel“ auf den handfest in Sprechchören sich organisierenden Widerstand. Der Verein „Rettet Dürer“ kündigte alsbald ein eigenes Konzert mit würdigerer Dürer-Festmusik an. Und beim dritten Konzert der Reihe mit einem neobarocken, höchst erfolgreichen Orgelkonzert von Harald Genzmer und den minimal-impressionistischen Orchesterskizzen „Stille und Umkehr“ von Bernd Alois Zimmermann – ausgerechnet sie wurden gleichsam ausgehustet – war vor allem angesichts der überdimensionalen Wortkomposition „… inwendig voller Figur…“ von dem Schweizer Klaus Huber mit massiven Störungen zu rechnen.

Wer hat die Darmstädter Ferienkurse ruiniert?

11.04.21 (Rudolf Frisius) -
[…] Nach vielen Jahren des Aufschwungs machten sich allerdings gegen Ende der fünfziger Jahre bereits retardierende Tendenzen bemerkbar. Das Auftreten von Cage provozierte die Polemik von Boulez, die indirekt auch auf aleatorische Musik von Stockhausen zielte. Wenig später gerieten Stockhausen und Nono öffentlich in Streit, weil Nono seine serielle musikalische Konzeption nicht mehr durch Aleatorik oder musikalische Grafik in Frage stellen wollte. An die Stelle von gemeinsamer fairer Diskussion und Weiterarbeit trat mehr und mehr nutzlose Polemik. Die bisherige Solidarität schwand dahin, rivalisierende Gruppen und Personen traten in Erscheinung. […]

Rückblende: Vor 100 Jahren - Rundfunk!

01.04.21 (Neue Musik-Zeitung) -
Hauptfunkstelle Königs-Wusterhausen | Die von Hinrich Ohlhauer (Hamburg) hergestellte Geige | Notlage einer Großnichte Franz Schuberts

„Tage der Neuen Musik“ in Hannover (1971/03)

[…] Das, was der Titel dieser Revue versprach, nämlich ein Sichten, Ordnen und schlagkräftig agitatorisches Interpretieren von Wirklichkeit-Fragmenten, eine Interpretation mit bestimmter politischer Stoßrichtung zudem, wurde anschließend durch ein anderes Werk eingelöst: „So kann es nicht weitergehen, aber so geht es weiter“, eine „große Oper in fünf Akten“, des 27jährigen Hamburger Komponisten Niels Frédéric Hoffmann.

Kunst und Künstler

29.03.21 (nmz) -
Aus Salzburg wird der „N.M.Ztg.“ geschrieben: Das Kuratorium des Mozarteums hatte eine Versammlung einberufen, in der der Direktor des Instituts, Dr. Bernhard Paumgartner, der Oeffentlichkeit, vor allem den Vertretern des Landes und der Stadtgemeinde, ein Bild der finanziellen Lage entwickelte. Das Haus ist gegenwärtig in äußerster Bedrängnis, da es ohne große Hilfsaktionen heuer nicht mehr möglich sein wird, das Defizit zu decken und weil die Einnahmen aus den Schulgeldern und den Subventionen nicht einmal mehr hinreichen, um die Lehrkräfte ausreichend zu bezahlen. Das Schulgeld kann nicht mehr erhöht werden.

Rückblende: Vor 100 Jahren – 1921/02

26.02.21 (nmz - jmk) -
Der so lange verachtete Leierkasten soll jetzt reformiert werden. Der Vorsteher der Londoner Musikschule, Sir Hugh Allen, hat auf einer Konferenz der englischen Musikgesellschaft zu dieser Tat aufgefordert. Er hob hervor, daß der Leierkasten eines der wichtigsten Verbreitungsmittel der Musik sei und diese Kunst selbst an Ohren bringe, die sie sonst nie erreicht. Daher dürfe man nicht dulden, daß diese Instrumente, die die vorzüglichsten Träger der Verbreitung guter Musik unter den Volksmassen seien, nur für die niedersten Gassenhauer mißbraucht würden und er schlägt vor, von nun an auf den Drehorgeln Menuette von Bach und Händel, Walzer von Tschaikowski und ähnliche klassische Musikstücke zu spielen.

Rückblende: Vor 50 Jahren – 1971/01: Cage gibt das Komponieren auf

Höhepunkt und Abschluß des Festivals bildeten zwei John-Cage-Tage. Cage war selbst seit einiger Zeit in Paris und hat an Vorbereitungen und Veranstaltungen persönlich mitgewirkt. Bei fast allen Präsentationen kamen ästhetische Zufallsmodelle zur Geltung. Auf Zufallsoperationen beruht etwa das Material seiner Carillon-Musiken, gespielt auf dem Glockenspiel von St. Germain-l’Auxerrois.

Vor 50 Jahren: „In die konservative Gesellschaft hineingehen“

[…] C.H.B.: Sie haben Ende der fünfziger Jahre ein vielzitiertes Stichwort aufgebracht: „Alea“, Dieses Stichwort war musikalisch exakt determiniert: als Bezeichnung des „dirigierten Zufalls“, einer kompositorisch gelenkten, das heißt der musikalischen Textur eingewebten, bewußt in sie einbezogenen Freiheit der Interpretation. Für das, was daraus geworden ist – eine Lawine von Willkür und ein Klischee –, können Sie nichts. Wie sehen Sie heute das Problem von Freiheit und Determination?

Vor 100 Jahren: Walter Braunfels: „Die Vögel“. Ein lyrisch-phantastisches Spiel

27.11.20 (Richard Würz) -
Keine Oper mit üblichem, normal gefügtem Szenenbau. Auch kein musikalisches Drama mit theatergerechten und starken Wirkungen. Vielmehr ein parabolisches Stück, das zu seinem vollen Verständnis vom gewöhnlichen Theaterpublikum nicht gerade wenig voraussetzt. Wer dieses Spieles tiefsten Sinn nicht ohne weiteres zu erfassen vermag, der kann doch der in reine Klangschönheit gerückten Ausdruckswelt der Braunfelsischen Musik unmöglich teilnahmslos gegenüberstehen.
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