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Alle Artikel kategorisiert unter »Uraufführungen«

Düsseldorfer Zukunftsmusik

29.03.21 (Rainer Nonnenmann) -
Kultur findet momentan nicht statt, planen aber lässt sie sich allemal. Bei einigen der 83 öffentlich finanzierten Opernhäuser in Deutschland herrscht inmitten der erzwungenen Spielpause dennoch erhöhte Betriebsamkeit. Bei den Häusern in Bonn, Bayreuth, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt, München und Stuttgart besteht dringender Sanierungsbedarf. Die Berliner Staatsoper hat ihre rund 400 Millionen Euro teure Grundinstandsetzung bereits hinter sich.

Agentur für Musikaussteiger

01.03.21 (Rainer Nonnenmann) -
Am Vorabend des zweiten Lockdown traf sich der Autor dieser Kolumne mit einem ehemaligen Instrumentalisten und Komponisten. Am Ecktisch einer Kneipe erzählte der Ex-Musiker, wie er schon vor Jahren jeglichem Musikschaffen entsagt habe, da er es leid gewesen sei, sich von einem Förderantrag zum nächsten Projekt mehr schlecht als recht über Wasser zu halten. Er habe sich daher eine andere Einnahmequelle besorgt, eine schöne lange Reise gemacht, dort eine liebe Frau kennengelernt und geheiratet. Nun sei er Familienvater, es ginge ihm besser denn je und das Musikmachen vermisse er im Übrigen überhaupt nicht.

Uraufführungen 2021/02

29.01.21 (Rainer Nonnenmann) -
Müssen wir Kunst und Musik wieder einmal ganz anders zu denken versuchen, vielleicht so wie Joseph Beuys? Der 1986 verstorbene Künstler wäre am 12. Mai 2021 einhundert Jahre alt geworden. Manche schalten ihn als Clown oder Scharlatan, andere verehren ihn bis heute als Lehrmeister, Visionär, Schamanen, politischen Aktivisten und Mitbegründer der Grünen. Ließe sich nicht gerade jetzt sein „erweiterter Kunstbegriff“ wieder aufgreifen, wo uns gegenwärtig Corona-Verordnungen vereinzeln, auch weil Kunst und Musik nicht mehr gemeinschaftlich in Museen, Theatern, Kinos oder Konzerten erlebt werden, sondern nur noch via Internet oder eben da, wo sie immer schon ihren Ausgangs- und Zielpunkt hatten: in Kopf, Herz, Geist, Körper und Seele jedes einzelnen Menschen?

Blüten- und Gedankenlese

27.11.20 (Rainer Nonnenmann) -
Die in der letzten Kolumne für November angekündigten Uraufführungen fanden allesamt nur auf dem Papier statt. Einmal mehr wurden sämtliche Konzert- und Theatervorstellungen verboten. Man blieb folglich zu Hause, hing vor Fernseher oder Netflix, hörte Musik über Tonträger oder Medien – und griff zu Büchern. Beispielsweise zu dem alten Bändchen „Die Künste im technischen Zeitalter“ mit Beiträgen einer hochkarätig besetzten Vortragsreihe der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, die 1953 an der Technischen Hochschule München stattfand.

Unter Vorbehalt

29.10.20 (Rainer Nonnenmann) -
Der Sommer war prächtig! Die Sonne schien, die Tage waren heiß, die Abende lau. Wir waren viel im Freien, spazierten, wanderten, schwammen, saßen in Parks, Straßencafés und Biergärten. Und jetzt, da die Tage kürzer, kälter, nässer, dunkler werden, versammeln wir uns allabendlich wieder in festlich erleuchteten Theatern, Kinos, Konzert- und Opernhäusern, erleben gemeinsam großartige Aufführungen, tauschen uns darüber aus, sind gesellig, genießen kollektive Wärme … Schön wär’s! Leider heißt Veranstalten unter den Bedingungen der globalen Seuche bis auf weiteres: Sämtliches Wer, Was, Wie, Wann, Wo und Wieviele steht unter Vorbehalt.

Störung statt Bekenntnis

29.09.20 (Rainer Nonnenmann) -
Fanatische Hassprediger und prophetische Heilsbringer, drachenartige Reptilienmenschen, satanische Geheimzirkel und rituelle Kindsmorde, dazu unumschränkte Gewaltherrscher, Blutsauger und Sklavenhändler, geknebelte Völker, Armut, Elend, Hunger, Feuersbrünste, Naturkatastrophen… und eine todbringende Seuche! Nimmt unsere Zeitmaschine gerade Kurs auf das finstere Mittelalter oder geradewegs in die Apokalypse?

Hoffentlich wie angekündigt

26.08.20 (Rainer Nonnenmann) -
Üblicherweise verschicken Opern- und Konzerthäuser schon im Juni ihre Spielpläne für die nächs­te Saison. Dieses Jahr jedoch ist alles anders. Veranstalter müssen Hygienekonzepte entwerfen und genehmigen lassen sowie längst geplante Programme umplanen, weil großbesetze Werke nach geltenden Sicherheitsabständen nicht realisiert werden dürfen. Findige Verlage verschickten daher schon im Laufe des Frühjahrs neue Kataloge mit Werken für kleine Besetzungen, „die für Aufführungen in der Corona-Krise geeignet sind“.

Kunst oder Haltung?

30.06.20 (Rainer Nonnenmann) -
Wie manche Politikerinnen und Politiker – linke, rechte, liberale, gemäßigte oder extreme – fordern auch immer mehr Künstlerinnen und Künstler von sich und anderen, man müsse „Haltung zeigen!“. Entscheidend sei weniger, was und wie man etwas tut, sondern welche Haltung man dabei an den Tag legt. Was das freilich sein soll, wofür oder wogegen, bleibt indes meist unklar bis schwammig.

Mit größter Hingabe

28.05.20 (Rainer Nonnenmann) -
In viele Bereiche des Lebens kehrt schrittweise Normalität zurück. Fabriken und Friseursalons arbeiten wieder; Einzelhandel, Gastronomie, Schulen, Museen und Fitnessstudios haben wieder geöffnet. Doch wie steht es um Musik, Theater, Tanz? Deren Spielstätten bleiben bis auf weiteres geschlossen. Auch bei Festivals überwiegen noch Absagen: Die Bayreuther Festspiele fallen aus, die Salzburger Festspiele werden womöglich nur mit wenigen Restveranstaltungen stattfinden, die Darmstädter Ferienkurse und der Romanische Sommer Köln sind auf 2021 verschoben, die Produktionen der Münchener Biennale für neues Musiktheater werden an verschiedenen Orten durch die nächs­te Spielzeit mäandrieren, und das Beet­hovenfest Bonn und die BTHVN-Jubiläumsgesellschaft verlängern das Festjahr anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten bis September 2021.

Gemeinsam einsam

07.05.20 (Rainer Nonnenmann) -
Die Choreographie des menschlichen Miteinanders im öffentlichen Raum hat sich verändert. In Gassen und Supermärkten wenden sich die Leute plötzlich voneinander ab und machen weite Bögen umeinander. Es scheint, als hätten die staatlich verordneten Kontaktbeschränkungen die Gesellschaft plötzlich mit Autismus geschlagen. Das Sozialverhalten ist gestört, und bleibt es für längere Zeit. Zwar dürfen Einzelhandel und Schulen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Doch an Konzerte und Musikfestivals ist noch nicht zu denken. Stattdessen gibt es weiterhin Absagen oder Verschiebungen auf das nächste Jahr.
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