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Alle Artikel kategorisiert unter »Uraufführungen«

Kunst schafft Wissen

30.11.15 (Rainer Nonnenmann) -
Als sich in den Savannen Afrikas unsere Vorfahren einst zum aufrechten Gang erhoben, wurden ihre Vorderbeine zu Händen und damit in die Lage versetzt, Dinge anzufassen, Werke und Werkzeuge herzustellen – mit weitreichenden Folgen.

Lachenmann Perspektiven

03.11.15 (Rainer Nonnenmann) -
Seit der Uraufführung von „GOT LOST“ für hohen Sopran und Klavier im April 2008 gelangt nun endlich wieder ein Stück von Helmut Lachenmann zur Premiere. Der Komponist hatte die bereits angesetzte Uraufführung eines neuen Werks für großes Orchester mit acht Hörnern bereits zum zweiten Mal abgesagt und dann auf unbestimmte Zeit verschoben. Jetzt gibt es zwar keine sensationelle Novität, aber doch etwas zumindest in Teilen Neues: die Neufassung von „Air“ für großes Orchester und Schlagzeug-Solo von 1968/69, das Lachenmann für eine reduzierte Besetzung bearbeitete. Uraufgeführt wird diese „Air“-Version vom Ensemble Modern Orchestra und der Solistin Rumi Ogawa unter Leitung von Brad Lubman im Rahmen der Biennale cresc … im Kurhaus Wiesbaden, und zwar am 27. November, auf den Tag genau dem 80. Geburtstag des Komponisten.

Unverzichtbare Buhmänner

27.09.15 (Rainer Nonnenmann) -
Klagen über Festivals Neuer Musik sind so alt wie die Festivals selbst. Bereits bei den ersten „Internationalen Kammermusikaufführungen“ in Salzburg, die 1922 den Anstoß zur Gründung der IGNM und deren jährlicher Weltmusikfeste gaben, wurde über die inflationäre Menge an Novitäten gestöhnt.

Einzigartige Konstellationen

08.09.15 (Rainer Nonnenmann) -
Der Sommer war groß und voller Musik. Manche reisten zu bedeutenden Festivals, um internationale Stars zu erleben. Andere hatten beiläufig unverhoffte Musikerlebnisse im Kleinen, die indes ebenso eindrücklich sein konnten. So lenkte etwa in der Klosterkirche der oberschwäbischen Kleinstadt Bad Saulgau der katholische Priester seine Orgelimprovisation, mit der er nach anstrengendem Gottesdienst-Wochenende seinen freien Montagvormittag zu verbringen pflegt, für ein zufällig die Kirche betretendes Kind spontan in eine Stegreif-Variationenfolge über das Kinderlied „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“. Das war keine Uraufführung im engeren Sinne, welche die Musikgeschichte revolutioniert hätte, in der situativ einmaligen Zugewandtheit der Musik hier und jetzt für ein kleinstmögliches Publikum aber gleichwohl ein Ereignis.

Sommer-Frische-Musik

30.06.15 (Rainer Nonnenmann) -
Mit den längsten und wärmsten Tagen im Jahr sprießen vielerorts kleinere und größere Musikfestivals an Stellen aus dem Boden, die das restliche Jahr über eher weniger in Erscheinung treten, jedenfalls nicht mit Uraufführungen. Wer jedoch näher hinsieht, entdeckt auch dort großen Reichtum, zum Beispiel im bayerischen Staatsbad Bad Kissingen.

Tönende Architektur

01.06.15 (Rainer Nonnenmann) -
Eben noch war Silvester und langer Winter, dann endlich kamen der Frühling und der Wonnemonat Mai, doch plötzlich ist ein halbes Jahr vergangen und schon wieder Sommer: Tempus fugit! Das zum Sommer sich neigende Frühjahr bringt mit seinen immer länger werdenden Tagen auch die Zeit der Festivals. Land auf und ab gibt es Musikfeste in verschiedensten Spielarten, Dimensionen, Orten und programmatischen Ausrichtungen. Den Anfang der diesjährigen Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag von Helmut Lachenmann am 27. November 2015, die erst richtig ab Herbst unter dem Titel „Lachenmann-Perspektiven“ in Köln, Luxemburg, Wiesbaden und vor allem Stuttgart ihren Höhepunkt erreichen werden, machen fernab der schwäbischen Heimat des Komponisten Aufführungen seines „Mouvement (– vor der Erstattung)“ und „ … Zwei Gefühle“, mit Lachenmann als Sprecher, beim Festival „Interacciones XXI“ im Museo Reina Sofía der spanischen Hauptstadt Madrid, und zwar flankiert von Uraufführungen neuer Werke von Ramon Lazkano und Isabel Mundry durch das Ensemble musikFabrik.

Pontifex maximus

30.04.15 (Rainer Nonnenmann) -
Über sein literarisches und zeichnerisches Œuvre sowie sein politisches Engagement mochte man denken, was man wollte. Als moralisches Gewissen und ewiger Mahner konnte er zuweilen auch falsch liegen, nerven und selbstgerecht wirken. Doch wie nur wenigen und bedauerlicherweise immer weniger werdenden Kunstschaffenden von Rang gelang es Günter Grass immer wieder, die allerorten steigenden Aufmerksamkeitsschwellen unserer pluralen Mediengesellschaft zu übersteigen. Indem er über Fernsehen, Tageszeitungen und Radio eine breite Öffentlichkeit erreichte, schlug er – nicht trotz, sondern gerade weil er polarisierte – Brücken zwischen Geist und Gesellschaft, die verdeutlichten, dass Kunst keine isolierte Einzelsphäre ist, sondern das Recht, vielleicht sogar die Pflicht hat, Debatten loszutreten, sich in aktuelle Entwicklungen einzumischen und auf das Zeitgeschehen – wie auch immer vermittelt – diagnostisch zu reagieren. Am 13. April ist der Literaturnobelpreisträger des Jahres 1999 im Alter von 87 Jahren in Lübeck verstorben. Wer übernimmt jetzt die Rolle dieses kulturellen Pontifex maximus?

Kunst und Anti-Kunst

13.04.15 (Rainer Nonnenmann) -
Als Reaktion auf Phasen besonders ambitionierten Kunstwollens und verfeinerter Ästhetik gab es in der Vergangenheit immer wieder dezidiert anti-künstlerische und anti-ästhetische Bestrebungen, auch in der Musik. Auf das lange 19. Jahrhundert mit Musikdramen, Monumentalsinfonien, Symbolismus und Jugendstil, mit übersteigertem Romantizismus, Ausdrucks-, Stil- und Schönheitsbedürfnis antworteten während und nach dem Ersten Weltkrieg die provokant „sinnlosen“ Musik-, Sprach-, und Bildkompositionen des Dadaismus, dessen Materialien, Durcharbeitungs- und Präsentationsweisen dem bisherigen Kunstverständnis eklatant widersprachen. Die fundamentale Kunstkritik des Dada richtete sich nicht zuletzt gegen den – wie Herbert Marcuse später konstatierte – „affirmativen Charakter“ der idealistischen bürgerlichen Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts, die das Publikum die humanistischen Ideale von Freiheit, Brüderlichkeit, Gleichheit – wie etwa im Schlusschor von Beethovens 9. Sinfonie – als bereits erfüllt hatte erleben lassen, statt Impulse zu geben, die tatsächlich ganz anderen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse aktiv zum Besseren zu verändern.

Sind noch Lieder zu singen?

01.03.15 (Rainer Nonnenmann) -
Diese Frage stellt die Internationale Hugo-Wolf-Akademie mit ihrer vom 12. bis 14. März in der Stuttgarter Musikhochschule stattfindenden internationalen Akademie mit Workshops, Diskussionsrunden und vier Konzerten, bei denen zwölf neue Liedwerke von zwölf Komponisten uraufgeführt werden: von Carola Bauckholt, Oscar Strasnoy, Gordon Kampe, Dennis Bäsecke-Beltrametti, Steffen Schleiermacher, Alexander Muno, Iris ter Schiphorst, Jan Masanetz, Martin Smolka, Carsten Hennig, Bernhard Lang und Hans-Henning Ginzel.

Die Variable „Neues Werk“

03.02.15 (Rainer Nonnenmann) -
Immer häufiger liest man in Prospekten, Flyern und Jahresvorschauen zu Festivals und Konzertreihen die Ankündigung von Uraufführungen unter dem Titel „Neues Werk“. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses der Drucksachen standen die Titel der Novitäten offenbar noch nicht fest – zuweilen noch nicht mal die Besetzung. In vielen Fällen sind wenige Wochen vor dem Uraufführungstermin noch nicht einmal Partitur und Notenmaterial fertig. Diese Beobachtung lässt sich durchaus flächendeckend machen. Das gibt zu denken.
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