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Alle Artikel kategorisiert unter »Uraufführungen«

Uraufführungen 2012/12

03.12.12 (Rainer Nonnenmann) -
Bei den Donaueschinger Musiktagen 2012 war die jüngere und jüngste Komponistengeneration in einer Weise präsent wie kaum je zuvor. Und auch an anderen Stellen vollzieht sich gegenwärtig ein Generationswechsel, nicht nur in kleinen Clubs, Spezialzirkeln und Off-Szenen, sondern ebenso bei etablierten Veranstaltern wie den Festivals und Konzertreihen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Uraufführungen 2012/11

31.10.12 (Rainer Nonnenmann) -
Die spieltechnischen Möglichkeiten von Polyphonie, vollgriffiger Harmonik, dynamischer Spannweite sowie im Laufe des 19. Jahrhunderts von Repetitionstechnik, zunehmender Anschlagsdifferenzierung und orches­traler Klangfülle machen das Klavier zu einem ebenbürtigen Widerpart des Orchesters.

Uraufführungen 2012/10

02.10.12 (Rainer Nonnenmann) -
Er hat Sternkarten, Holzmaserungen, Unregelmäßigkeiten im Papier oder Lotmaße von Punkten auf Linien in Klang übersetzt. Auch Zufallsergebnisse nach Würfel- oder Münzwürfen und den 64 Schafgarbenstängelchen des altchinesischen Orakelbuchs „I Ging“ verwandeltete er in Musik. Seit John Cage kann alles, was zunächst nicht Musik war, zu Musik werden. Als „Sonifikation“ ist dieses Verfahren längst allgemeine Praxis geworden, ohne noch mit Cage in Verbindung gebracht zu werden. Heute lässt sich jegliche analog oder digital erfasste Information mit Hilfe verschiedenster Soundprogramme in Musik übersetzen. Eines der faszinierendsten Beispiele unserer Tage ist der „G-Player“ von Jens Brand.

Uraufführungen 2012/09

30.08.12 (Rainer Nonnenmann) -
Wie modern war die Romantik? Immerhin war in der literarischen Romantik nicht alles nur Gefühl, Herzergießung, Schwärmen, Lieben, Ahnen, Sehnen…, sondern sprengten Dichter wie Ludwig Tieck, Novalis und die Gebrüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel schon in den 1790er Jahren den klassischen Formenkanon, indem sie Epik, Lyrik und Dramatik verschränkten, mit Poesie zugleich Poetik und Philosophie betrieben, und durch ironische Brechungen für Selbstreferenzen des Materials und Mediums von Sprache, Kunst und Philosophie sorgten. Nicht weniger neuartig waren in den 1830er Jahren Robert Schumanns schnelle Folgen kontrastierender Miniaturen und formale Hybridbildungen wie Sonaten-Phantasie oder Kantaten-Konzert, sowie seine offenen Schlüsse, metrischen Ambivalenzen, harmonischen Schwebungen, übersteigerten Tempi, verrätselten Titel, Motti und Tonsymbole, Selbst- und Fremdzitate et cetera.

Uraufführungen 2012/06

05.06.12 (Rainer Nonnenmann) -
Für den marxistischen Philosophen und Germanisten Georg Lukács hatte Musik die Funktion, den Hörer zu sensibilisieren und in die Lage zu versetzen, „die Wirklichkeit näher und konkreter, intensiver und tiefer, umfassender und detaillierter zu ergreifen, als dies für das Alltagsleben möglich ist.“ („Die Eigenart des Ästhetischen“, Band 1, Neuwied 1963, Seite 665). Und obwohl Theodor W. Adorno mit Lukács ansonsten ständig im Dissens lag, verstand auch er Musik in ähnlicher Weise als „begriffslose Erkenntnis“. Indem er die Auffassung vertrat, die Kulturindustrie scheide alle Kunst entweder in Kitsch, der einzig dem Profit gehorcht, oder in Avantgarde, die jenseits kommerzieller Interessen im Abseits der Gesellschaft steht, sah Adorno Überlegungen, denen es auf die „Entfaltung von Wahrheit“ ankommt, einzig auf die Avantgarde verwiesen: „Philosophie der Musik heute ist möglich nur als Philosophie der neuen Musik.“ („Philosophie der neuen Musik“ (1948), Frankfurt 51969, Seite 19).

Uraufführungen 2012/05

28.04.12 (Rainer Nonnenmann) -
Die Philharmonie Essen hat es bereits getan, die Konzertreihe musica viva des Bayerischen Rundfunks auch, und das Berliner Festival MaerzMusik samt eines mehrtätigen internationalen Symposions jüngst ebenso: John Cage anlässlich seines bevorstehenden 100. Geburtstags am 5. September mit Aufführungen seiner Werke ausgiebig feiern.

Uraufführungen 2012/04

12.04.12 (Rainer Nonnenmann) -
Den Auftakt zur Reformation und der daraus folgenden Kirchenspaltung gab 1517 Doktor Martin Luthers Anschlag von 95 Thesen an die Türe der Wittenberger Schlosskirche. Das ist lange her – und bestimmt dennoch nach wie vor weltweit das Gemeindeleben zahlloser Christen in evangelischen Landes- und Freikirchen sowie die Ökumene von Protestanten und Katholiken. Auf dem Weg zum großen Reformationsjubiläum 2017 rief die Evangelische Kirche in Deutschland bereits 2007 ein „Lutherjahrzehnt“ aus, bei dem man sich zur Vorbereitung auf die Fünfhundertjahrfeier jedes Jahr einem anderen Reformationsthema widmet.

Uraufführungen 2012/03

06.03.12 () -
Unter den zeitgenössischen Komponisten ist er das Chamäleon, ebenso hochproduktiv wie wandelbar. Er schreibt Musik am laufenden Meter, und doch weiß man bei keinem neuen Werk, was einen erwartet. Das ist erstaunlich und eine große Stärke von Wolfgang Rihm. Am 13. März feiert er seinen 60. Geburtstag, und die ganze Welt feiert mit, allen voran seine Geburts- und Heimatstadt Karlsruhe. Normalerweise fächerartig um das Schloss des Großherzogs von Baden zentriert, kreist jetzt die spätbarocke Residenzstadt um den neuen Fixstern Wolfgang Rihm.

Uraufführungen 2011/12

06.12.11 (Rainer Nonnenmann) -
Zum Gedenken an den drei Jahre zuvor verstorbenen argentinisch-deutschen Komponisten wurde am 18. September erstmals der von der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen neu eingerichtete „Mauricio Kagel Musikpreis“ zur Förderung experimentellen Musiktheaters verliehen. Gleichzeitig zum ministerialen Düsseldorfer Festakt für den griechisch-französischen Komponisten Georges Aperghis startete in Saarbrücken das „Festival für hinterhältige Musik“ mit einer „Hommage à Mauricio Kagel“, die von dessen Todestag drei Monate lang bis zu dessen achtzigstem Geburtstag am 24. Dezember dauern sollte. Deren Höhepunkt bildet nun am 21. Dezember eine „Lange Kagel-Nacht“ des Ensembles „Grenzpunkt“ der Hochschule für Musik Saar.

Uraufführungen 2011/11

31.10.11 (Rainer Nonnenmann) -
Der Begriff „Parallelgesellschaften“ fällt gemeinhin in Verbindung mit Klagen über Ausgrenzung und mangelnde Integration von Migranten. Zumeist im Plural gebraucht, setzt er voraus, dass es als verbindlicher Maßstab die eine, einheitliche und unteilbare Gesellschaft gäbe. Doch hierzulande und andernorts lehrt die soziale Wirklichkeit, dass es sich bei Ideen einer homogenen Gesellschaft nur um Fiktionen derer handeln kann, denen Scheuklappen den Blick nach links und rechts verblenden.
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