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Sonntags reden – montags handeln?

01.05.05 () -

Hans-Herwig Geyer (GEMA-Kommunikationsdirektor): Die Enquete-Kommission tagt fast wie ein Konklave und separat von denjenigen, die draußen Kultur machen. Es gibt keinen direkten Kontakt, und ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Musik eine zentrale Rolle spielt. Es ist eine Mär zu sagen, dass das Musikleben und die Musikwirtschaft so kompliziert sind. Die Themen und Konflikte sind nicht versteckt, sondern öffentlich. Öffentlich ist zum Beispiel, dass von heute auf morgen die Phonografische Wirtschaft den angemessenen Anteil der Autoren an ihren Werken um 50 Prozent reduzieren wollte. Wir warten seit einem Jahr darauf, darüber in der Enquete-Diskussion etwas zu hören. Da geht es nämlich wirklich um Existenzsicherungen, da geht es um die Grundlage, nämlich um das Kapital kreativer Menschen. Ein weiteres Thema: Die EU schickt sich an, die Verwertungsgesellschaften in einen falsch verstandenen Wettbewerb hineinzuhetzen, indem sie das Territorialitätsprinzip in Frage stellt, was letztlich dazu führen wird, dass die Tarife der Verwertungsgesellschaften nach unten gehen werden. Auch das ist ein öffentliches Thema, das uns sehr stark bewegt und von dem wir nichts hören. Wir hören weiter nichts zum Thema der Ausrichtung der europäischen Förderprogramme. Die EU verabschiedet im Moment Nachfolgeprogramme von „Kultur 2000”, die ab 2007 greifen werden und bis ins nächste Jahrzehnt Rahmenbedingungen schaffen dafür, wie wir in Europa die „cultural diversity” auch finanziell und ideell begleiten wollen. Das sind Themen, die zentral im Vordergrund stehen. Wir haben den Eindruck, dass die Enquete-Kommission sich hier sehr bescheidet und nicht angemessen reagiert.

Der Autor trägt stets das volle Risiko

01.10.98 (Wolfgang Rihm) -
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