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Alle Artikel kategorisiert unter »Tom Erik Lie«

Kopftheater – Leonard Bernsteins „Candide“ an der Komischen Oper Berlin

25.11.18 (Peter P. Pachl) -
Die auf Voltaires satirischer Novelle „Candide ou l’Optimiste“ beruhende Handlung von Leonard Bernsteins „Candide“ verlangt nach einer aberwitzigen Folge von Schauplätzen, die selbst als Ausstattungsrevue kaum adäquat zu realisieren wären. Barry Kosky hat einen umgekehrten Weg eingeschlagen: den in die Vanitas des Endes der Handlung – ein Kopftheater auf der zumeist leeren Bühne. Wichtig ist dem inszenierenden Hausherrn das Spiel, das Tempo, die Intensität einer in ihren Spitzen ausgezeichneten Solist*innen-Riege und der sich wieder einmal überbietenden Chorsolisten der Komischen Oper Berlin.

„Der Zauberer von Oz“ von Pierangelo Valtinoni an der Komischen Oper Berlin

29.10.18 (Peter P. Pachl) -
Es ist schwer, gegen einen Mythos anzutreten, im konkreten Fall gegen den Hollywoodfilm „Der Zauberer von Oz“. Dass dies obendrein ein Musical-Film ist, der auch gerne auf die Bühnen transformiert wurde, macht den Fall für die Komische Oper Berlin mit einer Erstaufführung als Kinderoper nicht leichter.

Trance stellt sich nicht ein – „Satyagraha“ von Philip Glass an der Komischen Oper Berlin

29.10.17 (Peter P. Pachl) -
Barrie Kosky scheint wieder einmal ein Coup gelungen zu sein: während die Inszenierungen an der Komischen Oper Berlin, selbst die Operetten, gewöhnlich einen Widerstreit der Meinungen auslösen, erreichte die jüngste, ausnahmsweise an keinem Sonn- sondern bereits an einem Freitag stattgefundene Premiere einhelligen Jubel. Außer durch Gastspiele – etwa die Rekonstruktion von Bob Wilsons „Einstein on the Beach“ im Haus der Berliner Festspiele – war Philip Glass zuvor auf keiner Opernbühne Berlins zu erleben.

Mussorgskis „Jahrmarkt von Sorotschinzi“ an der Komischen Oper Berlin

04.04.17 (Peter P. Pachl) -
Bereits im Vorfeld des 70-jährigen Jubiläums der Komischen Oper Berlin, welches in der kommenden Saison begangen wird, schlägt Barrie Kosky mit der jüngsten Produktion den Bogen zu den Anfängen von Walter Felsenstein. Der hatte in seiner ersten Spielzeit Mussorgskis komische Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“ in der Tscherepnin-Bearbeitung interpretiert, die bereits 1927 in der Städtischen Oper Berlin unter Fritz Zweig ihre deutsche Erstaufführung erlebt hatte.

Nach Berlin verlegt – HK Grubers „Geschichten aus dem Wiener Wald“ in Berlin

23.05.16 (Peter P. Pachl) -
Die Uraufführungsproduktion von HK Grubers „Geschichten aus dem Wiener Wald“ bei den Bregenzer Festspielen 2014 war als Koproduktion mit Wien und Berlin der und dem angekündigt. Im Theater an der Wien war diese Produktion der dreiaktigen Oper auf ein Libretto von Michael Sturminger nach dem gleichnamigen Stück von Ödön von Horvath inzwischen zu sehen. Doch die Komische Oper Berlin hatte sich – wohl aufgrund der wenig überzeugenden Uraufführungs-Inszenierung entschlossen, eine eigene Neuinszenierung zu präsentieren – leider nur ein partieller Gewinn.

Auf einem hohen Berg von Leichen – Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ an der Komischen Oper Berlin

20.04.15 (Peter P. Pachl) -
Nach den beiden anderen Opernhäusern in Berlin hat auch die Komische Oper Schönbergs unvollendetes, erst 1957 uraufgeführtes zwölftöniges Bekenntnisdrama „Moses und Aron“ herausgebracht. Mit einem Mammutaufgebot an 200 Choristen und fast ebenso vielen Dummies inszenierte Hausherr Barrie Kosky zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz die Suche nach wahrem Glauben und Heimat. Ein widerspruchslos aufgenommener, aber nicht unproblematischer Premierenabend.

Das Orchester ist die Militaria – Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ an der Komischen Oper Berlin

16.06.14 (Peter P. Pachl) -
Für den katalanischen Regisseur Calixto Bieito ist die aggressive Klangmaschinerie in Bernd Alois Zimmermanns an Radikalität bislang unüberbotener Partitur aus dem Jahre 1965 identisch mit dem Apparat der titelgebenden Soldaten. In Uniformen und mit militärischen Kopfbedeckungen spielen die 120 Orchestermitglieder auf sieben Ebenen eines Stahlgerüsts, mitten auf der Bühne, untermischt mit kinetischen, sich horizontal und vertikal verfahrbaren Elementen für Schlagwerk, sowie Aufzüge von Sängerdarstellern und Komparserie.

Kurs im Restaurieren von Gemälden – „Così fan tutte“, zweisprachig an der Komischen Oper Berlin

04.11.13 (Peter P. Pachl) -
Die jüngste Berliner Inszenierung von Mozarts Dramma giocoso in zwei Akten wurde im „Opernhaus des Jahres“ angekündigt mit dem Titel „Così fan tutte oder Die Schule der Liebenden“. An der Komischen Oper Berlin, wo bis vor zwei Jahren alle Opern ausschließlich in deutscher Sprache und zumeist in sehr frechen, neuen Übertragungen gesungen wurden, geriet die Mischung des italienischen Originals mit der alten deutschen Textfassung von Georg Schünemann in der Revision von Götz Friedrich optisch zu einer „Schule der Restauration“. Nicht nur auf einem Flachbildschirm wird dem Zuschauer im ersten Akt ein Dauerlehrgang in der Technik der Restaurierung geboten.
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