Dec 032009
 

Quetschkommode, Proletenklavier, Schweineorgel: Das Schimpfwort-Repertoire für Akkordeon, Zieharmonika, Konzertina und Bandoneon ist noch garstiger als die gängigen Verunglimpfungs-Begriffe der Blockflötenfamilie. „Kein sauberer Ton, und vor allem kein schöner“ – so soll Anton Bruckner die Instrumente der „selbstklingenden Unterbrechungs-Aerophone“ (Wikipedia) einst charakterisiert haben.

Nov 122009
 

Sänger, Tänzer, Instrumentalisten: Sie alle tragen ein hohes Berufsrisiko mit sich: Gemeint ist nicht nur die unsichere Situation mit Blick auf das Engagement. Wovon ernährt sich die Choristin – der Chorist, befallen von einer chronischen Stimmbandentzündung? Welche Umschulungsmöglichkeiten haben Tänzerinnen und Tänzer nach dem Verschleiß ihrer Hüftgelenke oder nach einem Unfall mit bleibender Behinderung? Was machen Pianistinnen – Pianisten, wenn die Fingergelenke versteifen? Wie verhalten sich die Arbeitgeber? Die Veranstalter und die Agenten? Wirkt ein soziales Netz?

Oct 012009
 

Musik-Export-Weltmeister sind wir Deutschen im kommerziellen Sinn keineswegs. Dazu importieren wir allzu bereit anglo-amerikanischen Pop. Aber: Klassik und Romantik made in Germany gilt immer noch als Markenzeichen. Und unsere Kultur-Nation legt gewissen Wert darauf, sich als Land der Dichter und Denker, der Komponisten und Interpreten international zu positionieren.

Jul 022009
 

Wer schafft es, sich aus der Masse der begabten und talentierten Musiker zum strahlenden Stern am Klassik-Himmel zu erheben? Wie funktioniert die Maschinerie der Kulturindustrie? Und was ist mit all jenen, die es nicht schaffen?

Das fragt sich das Musikmagazin taktlos am 2. Juli ab 21.03 Uhr auf Bayern 4 Klassik und per Live-Stream im Internet. Dieses Mal live aus dem Karlsruher Schloss Gottesaue.

Jun 042009
 

Open-Air-Zeit ist angebrochen, zahllose Sommer-Festivals sprießen vielerorten aus immer dürrer werdenden Böden: Sponsoren brechen weg. Auto-Firmen, Banken, Elektronik-Produzenten, die ihren Firmennamen einst gern mit Kultur-Laub begrünen ließen, kümmern sich jetzt lieber kreativ um ihre eigenen Bilanz-Dissonanzen. Gerät eine teils höchst fantasievolle, teils sicher hybride Kulturlandschaft zur Sahelzone?

May 072009
 

Vollfette Gefühle: ComputerSpielMusik. Einerseits heiß begehrt, andererseits als Jugend-Verderber verdächtigt: Computer- und Video-Spiele sind Markt-Boomer, Lifestyle-Setter – und Werte-Transporteure. Eine wichtige Rolle nehmen dabei die Soundtracks ein. Weit weg vom Midi-Gefiepe früher Jahre sorgen mittlerweile hochkomplex arrangierte Klangteppiche, Original-Songs und orchestrale Programm-Musiken für maximalen Emotions-Transport. Ein völlig neues Kompositions-Genre ist entstanden – ein neuer Musik-Markt, umsatzträchtiger als die klangschaffende Filmindustrie.

Apr 022009
 

… rätselt das Musikmagazin taktlos live am 2.4. um 21.03 Uhr auf Bayern 4 Klassik im Rahmen der Frankfurter Musikmesse und direkt vom „Get together“ der Gesellschaft für Neue Musik. Wo bleibt die Kunst zwischen den unrunden Mahlsteinen Wirtschaft und Politik? Spielt sie im Marketing-Geflimmer überhaupt noch eine Rolle?

Mar 052009
 

Das Gewimmer war anhaltend und schrill: Die Jazz-Clubs sterben! Junge Jazzer – chancenlos! Der Jazz verhungert! Da kamen Skoda, Audi, Volvo und BMW angerauscht. Mit Festival-Hilfslieferungen und sattem Sponsoring. Eine sogenannte „Initiative Musik“ winkte wirtschaftspolitisch mit tollen Jazz-Dollars. Alles in Butter? Oder verfettet die Szene jetzt? Ist Schluss mit dem „Sound der Freiheit“? Brechen die Förder-Plattformen unter Wirtschafts-Krisen-Druck so flott weg wie sie entstanden?

Feb 052009
 

Kirchenmusik in Not? In einer Studie hat der Deutsche Kulturrat nachgewiesen, dass die Kirchen gerade in ländliche Regionen als zentrale Vermittler der Künste kräftig wirken. Sie sorgen zum Beispiel für lebendige Musikkultur auch fernab der Metropolen. Nun gerät aus angeblichem Sparzwang die Kirchenmusiker- Ausbildung unter Druck: Hochschulen schließen, Kantoreien werden fusioniert, Stellen gestrichen, die professionellen Anforderungen teils drastisch gesenkt. Die Folge: ein Kultur-Kahlschlag?