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Alle Artikel kategorisiert unter »Glossen & Kommentare«

Abklingbecken

20.10.17 (Gordon Kampe) -
Fünf Uraufführungen pro Konzert. Im Publikum links und rechts neben mir: Freunde und Kollegen. Sobald der Applaus anhebt, haben alle um mich herum ihr Urteil in der Regel gefällt: Daumen hoch, Daumen runter. Was habe ich in diesen Momenten selbst schon Kommentare abgelassen – irgendwo zwischen Häme, Neid und Klugscheißerei. Es waren nicht meine besten Momente. Da schreibt jemand ein Jahr an etwas – ganz sicher mit Herzblut! – und man nörgelt es innerhalb einer Sekunde zu Klump. Total mutig!

Gute Nachrichten

19.10.17 (Martin Hufner) -
Zeit zum Aufatmen, Zeit zum Durchatmen. Nachdem über viele Jahre im Bereich der Klassischen Musikkultur die Sense ihres Untergangs medial beschworen wurde, das Ausdünnen des Publikums, die Überalterung der Zuhörenden bemerkt wurde, der Tonträgermarkt auf CD fast zusammengebrochen ist, scheint die Talsohle nun durchschritten. Über zwei Jahrzehnte intensivierte Musikvermittlungsarbeit mit Wellen des Scheiterns und Gelingens sind durchmessen.

Der ewige Lehrer

13.10.17 (Moritz Eggert) -
Nach der Studienordnung beginnt ein Kompositionsstudium im Bachelor (4 Jahre), wird im Master fortgesetzt (2 Jahre), eventuell gibt es noch Meisterklasse oder diverse andere Postgraduiertenstudien (1+ Jahre) … aber irgendwann ist unweigerlich Schluss: man entlässt die Studenten in die wilde, weite Welt der Musik, wo sie auf sich allein gestellt im Dschungel der Stipendienbewerbungen und hoffentlich Kompositionsaufträge überleben müssen. Man sagt ihnen auf Wiedersehen und wünscht ihnen alles Gute, zumindest ist das an normalen Unis so. Nicht aber an Musikhochschulen.
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Na dann

28.09.17 (Sven Ferchow) -
Musik muss krachen. Dachte sich auch das ZDF. Und schickte jede Menge Kracher beim „Sommer-Hit-Festival 2017“ ins Rennen. Mit einem „Hauch von Copacabana“ am Timmendorfer Strand. War aber eher ein Hauch von Rohipnol, was das Livepublikum betrifft. Entschuldigung. Wie kann man bei Peter Kraus derart ausrasten? Der sah schon so aus, als ich vier war. VIER! Und singt immer noch den gleichen Song. In welcher Schleife bin ich denn bitte? Und unvermeidlich, weil ja im Osten: Karat.

Impulskultur

19.09.17 (Martin Hufner) -
Die erste Förderrunde des „Musikfonds“ wurde gerade abgeschlossen, die Bewerbungsfrist für die zweite endet Ende September. Jeweils 1,1 Millionen Euro wollen ausgeschüttet werden, beziehungsweise sind gerade ausgeschüttet worden. Maximal 50.000 Euro pro Projekt sind möglich. Von 459 Anträgen sind schlussendlich 86 in der ersten Runde ausgewählt worden.

Häschen in der Grube

14.09.17 (Martin Hufner) -
Wir wissen ja lange schon, dass die AfD ein Problem mit der Existenz von Kunst hat. Was sie unter Kunst zulässig findet, sollte irgendwie vor allem mit der Nationalbildung zu tun haben (Gottfried Backhaus: „Das Theater dient der Nationalbildung“). Eben dieser Backhaus, ehemaliger AfD-Abgeordneter aus Sachsen-Anhalt, erklärte auf einer Podiumsdiskussion Ende 2016, dass man zur Vollendung dieses Zieles zum Beispiel auf die Auswahl der Stücke der Theater und Orchester in Sachsen-Anhalt Einfluss nehmen wolle. Wie dies geschehen solle, wollte oder konnte er nicht beantworten.

Knochenbrecher

10.09.17 (Gordon Kampe) -
Es gibt dieses wundervolle YouTube-Video des leider jüngst verstorbenen Georges Prêtre: Er probt mit dem RSO Stuttgart Debussys „Prélude“ und singt, tanzt, malt in die Luft. Er ist humorvoll, charmant – und vollkommen klar. Oder diese Claudio Abbado-Videos mit Mahler oder Debussy: Er streichelt den Klang und fordert immer wieder: „Hört!“ Ach, dachte ich bei mir: Gut, dass die Zeit der Pult-Autokraten vorbei ist … Viel lieber kaufe ich Platten, bei denen ich weiß, dass Klänge bei der Aufnahme respektvoll gestreichelt wurden. Und dann das: Kennen Sie noch Ernst Stavro Blofeld?

Wo die wilden Talente wohnen

08.09.17 (Moritz Eggert) -
In seinem Buch „Die digitale Revolution der Musik“ schreibt Harry Lehmann über den Wandel der Bedeutung von Institutionen durch die zunehmende Demokratisierung der künstlerischen Medien durch „Eplayer“. Als ich dadurch angeregt kürzlich im Bad Blog über die „akademische Blase“ schrieb, bekam ich von akademischen Kollegen eins auf den Deckel, von den nicht-akademischen sehr viel Lob.

Hyper Fighter

29.08.17 (Sven Ferchow) -
Schepper. Tröt. Peng. Da knallen die Rotkäppchensektkorken in den deutschen Feuilletonredaktionen aber bis zur porösen Decke! Große Entdeckung. Pop wird wieder politisch. Keine Angst. Sigmar Gabriel kehrt nicht als Popminister zurück. Schuld sind Scooter. Schon mal gehört? Dieser blondierte Sänger, der im Tonstudio 190 mal pro Minute auf die „Uffzah“-Taste drückt und darüber – tonal tatsächlich auch noch falsch – „Hyper Hyper“ brüllt und dann wie ein Gartenzwerg unter dem Presslufthammer dazu hüpft. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Scooter als Techno-Band zu bezeichnen hat durchaus was von Heldentod.
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