Am Existenzminimum: Lehrer und Lehrende
Der DTKV setzt sich für eine Besserstellung der Musikberufe ein und wählt ein neues Präsidium
Ein Artikel von Franzpeter Messmer.
Orchesterstellen werden immer weniger. Musikschulen vergeben nur selten ganze Stellen. Dies bedeutet, dass immer mehr Musiker freiberuflich arbeiten. Doch oft erhalten sie für den Unterricht keine angemessene Vergütung. Aufgrund des Ganztagesunterrichts, der in vielen Bundesländern eingeführt wird, und des G8 fehlt vielen Schülern die Zeit für Musik. Auch die zahlreichen Lehrbeauftragten an Musikhochschulen arbeiten vielfach zu unzumutbaren Bedingungen, obwohl sie ein wichtiger Bestandteil des Lehrbetriebes sind.
Der Deutsche Tonkünstlerverband, der mit über 7.500 Mitgliedern einer der wichtigsten Musikverbände in Deutschland ist, wird sich in den kommenden Jahren für eine Besserstellung der freiberuflichen Musiklehrer und Lehrbeauftragten verstärkt einsetzen.
Zu Beginn der Versammlung am 12. März in Mannheim verabschiedete sich der langjährige Präsident, der Komponist Prof. Rolf Hempel, von den Delegierten. Ihm gelang es, den traditionsreichen Verband nach schwierigen Einbrüchen zu konsolidieren und zu altem Ansehen zurückzuführen. Der Verband ist in wichtigen Gremien vertreten und besitzt großen Einfluss im Musikleben. Für seine großen Verdienste wurde Prof. Hempel zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Bei den Wahlen zum Präsidium wurden der Jurist und ehemalige Musikreferent im Bayerischen Kunstministerium Dr. Dirk Hewig als Präsident, die Flötistin und Musikwissenschaftlerin Dr. Adelheid Krause*-Pichler als 1. Vizepräsidentin und der Festivalleiter und Buchautor Dr. Franzpeter Messmer als Schriftführer neu gewählt, der Violoncellist und Musikpädagoge Ekkehard Hessenbruch als 2. Vizepräsident und der Verleger und Universitätsdozent Wilhelm Mixa als Schatzmeister bestätigt.
Die Delegierten beschäftigten sich in einer regen Diskussion mit Anträgen zu Problemen der gegenwärtigen Situation, insbesondere zur Einführung der Bildungsgutscheine, zur internen Verbandsarbeit, insbesondere zur besseren Einbeziehung der kleinere Verbände, und zur zukünftigen Strategie des Verbandes, die verschärft auf eine höhere Wirksamkeit in der Öffentlichkeit und in der Politik abzielt. Als ein erster Schritt wurde die Herausgabe eines eigenen Buches in der nmz beschlossen, das erstmals im Februar 2012 erscheinen wird.
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