Kritik

Arg verspätete Zeitoper – Uraufführung von HK Grubers „Geschichten aus dem Wienerwald“ als Eröffnung der Bregenzer Festspiele

24.07.14 (Peter P. Pachl) - Zu den meist gespielten Stücken Ödön von Horváths zählt die 1931 am Deutschen Theater Berlin uraufgeführte und wiederholt verfilmte Satire „Geschichten aus dem Wienerwald“, als eine Reflexion auf Weltwirtschaftskrise und Existenzängste der späten 1920er-Jahre. Der auch „Neli“ genannte Wiener Komponist, Dirigent, Chansonnier und Schauspieler HK Gruber hat sie im Auftrag des scheidenden Bregenzer Festspielintendanten David Pountney vertont. Die Uraufführung im Bregenzer Festspielhaus ließ aber den Gruberschen Biss und abgründigen Humor vermissen. Szenisch wirkte die hochkarätig besetzte Produktion so, als schiele sie nach breiter Akzeptanz.

Menschen

[Rückblende] Das Grenzenlose, das Unermessliche des Kleinen
Der Komponist György Kurtág wird am 19. Februar 80 Jahre alt

24.07.14 (Reinhard Schulz) - Heute vor fünf Jahre starb unser langjähriger Autor und Freund: Reinhard Schulz. Wir erinnern an ihn mit einem Text, den Reinhard Schulz zum 80. Geburtstag von György Kurtag verfasst hatte. Erinnert wird an den intimen Kenner der Neuen Musik auch durch den nach ihm benannten Preis für zeitgenössische Musikpublizistik. Dessen Verleihung findet am am 13. August 2014 um 19.00 Uhr in der Centralstation (Saal) im Rahmen der 47. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt statt.

Aktuelles

KIZ

Orchestervereinigung fordert Rücktritt von Dorgerloh

Orchestervereinigung fordert Rücktritt von Dorgerloh
23. 07. 2014 (dpa) - Die Deutsche Orchestervereinigung hat vor der geplanten Unterzeichnung des letzten von neun Theaterverträgen in Sachsen-Anhalt den Rücktritt von Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) gefordert. «Dorgerloh sollte die Konsequenzen ziehen und für seine sachlich wie menschlich völlig verfehlte Kulturpolitik zurücktreten», sagte Vize-Geschäftsführer Andreas Masopust am Mittwoch in Berlin.
KIZ

«Es gab da einige Klippen»: Hickhack um die Bayreuther Festspiele

«Es gab da einige Klippen»: Hickhack um die Bayreuther Festspiele
23. 07. 2014 (dpa) - Bayreuth - Traditionen müssen gewahrt werden: Seit 138 Jahren beginnen die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth am 25. Juli. Im Jahr nach einem neuen «Ring» gibt es - allein um das Budget zu schonen - traditionell keine Neuinszenierung. Deswegen wird in diesem Jahr die Wagner-Oper «Tannhäuser» wiederaufgeführt. Zur Tradition auf dem Festspielhügel gehören aber auch Machtspiele.
KIZ

Solistenpreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern geht an Cellistin Harriet Krijgh

Solistenpreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern geht an Cellistin Harriet Krijgh
23. 07. 2014 (dpa) - Schwerin - Die niederländische Cellistin Harriet Krijgh erhält bei einem Konzert an diesem Samstag in der Schlosskirche Schwerin den mit 5000 Euro dotierten Solistenpreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Krijgh spielt zusammen mit der Pianistin Magda Amara Werke von Brahms, Debussy, Franck und Chopin, wie die Festspiele am Mittwoch mitteilten.
KIZ

Pianist Graham Johnson erhält Hugo-Wolf-Medaille 2014

Pianist Graham Johnson erhält Hugo-Wolf-Medaille 2014
23. 07. 2014 (dpa) - Stuttgart - Der britische Pianist und Liedbegleiter Graham Johnson wird mit der Hugo-Wolf-Medaille 2014 geehrt. Johnson werde nicht nur als hervorragender Liedpianist gewürdigt, sondern auch für seinen unermüdlichen Einsatz als Forscher und Wissenschaftler, teilte die Hugo-Wolf-Akademie in Stuttgart mit. Er bekommt die undotierte Auszeichnung zum Abschluss des Internationalen Wettbewerbs für Liedkunst (23. bis 28.9.) am 28. September verliehen.
KIZ

Bregenzer Festspiele eröffnet - Mehr als 200 000 Besucher erwartet

Bregenzer Festspiele eröffnet - Mehr als 200 000 Besucher erwartet
23. 07. 2014 (dpa) - Bregenz- Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hat am Mittwoch die 69. Bregenzer Festspiele eröffnet. Das Staatsoberhaupt würdigte den nach elf Jahren scheidenden Intendanten David Pountney. Der Brite habe «den Bregenzer Festspielen einen besonderen, unverwechselbaren Stempel aufgedrückt».

Personalia

Menschen

KIZ

Nürnberger Kunstpreis für Musiker Wolfgang Haffner

24.07.14 (dpa) -
Nürnberg - Der Musiker und Komponist Wolfgang Haffner (49) erhält den mit 10 000 Euro dotierten Großen Preis der Stadt Nürnberg. Dies beschloss der Stadtrat nach Angaben eines Sprechers der Kommune am Mittwoch. Haffner wurde im Jahr 2010 mit dem Jazz-Echo als bester Instrumentalist geehrt und erhielt auch bereits den Bayerischen Kulturpreis. Es arbeitete schon mit vielen internationalen Musikgrößen zusammen wie etwa Hildegard Knef, Xavier Naidoo, Jan Garbarek, den Fantastischen Vier oder Till Brönner.

Dossier

Musikhochschulen Baden-Württemberg

Die Musikhochschulen Baden-Württembergs stehen vor einem massiven Einschnitt. Nach Plänen des Wissenschaftsministeriums sollen nur noch drei der Standorte als „Voll“-Musikhochschulen erhalten bleiben: Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...
El Sistema: das venezolanische Modell elektrisiert die Musikwelt Kaum ein musikpädagogisches Projekt hat in den vergangenen Jahren weltweit so viel Echo ausgelöst wie „...
Musikhochschulen Anlässlich der 141. Ausgabe des Musikmagazins taktlos zum Thema „Studium bolognese“ haben wir ein...
Reinhard Schulz – eine Textauswahl Am 24. Juli 2009 verstarb mit Reinhard Schulz ein Autor, der die ästhetische Diskussion in der neuen musikzeitung...
GEMA Petition Spätestens seit Johannes Kreidlers spektakulärer Aktion vor und in der Berliner GEMA-Zentrale ist die ehrw...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Würzburg (HfM): Gefragter Komponist - Nach 2007 hat der Komponist Tobias PM Schneid bereits zum zweiten Mal den Auftrag erhalten, das Pflichtstück für den Internationalen ARD...
Würzburg (HfM): Wolfgang Fischer und Maria Fischer-Flach Preis für Kammermusik 2014 - Der diesjährige Wettbewerb um den Wolfgang Fischer und Maria Fischer-Flach-Preis für Kammermusik wurde am 22.7.2014 mit guten Bewerberinnen und...
Würzburg (HfM): Präsident äußert sich kritisch zu Situation in Baden Württemberg - Im Zuge der seit Sommer 2013 drohenden Einsparungen in Höhe von 4 Millionen Euro für die fünf Musikhochschulen in Baden-Württemberg, veranstaltete...
Lübeck (MHL): KISS-Symposium erstmals in Lübeck - Das KISS-Symposium für elektronische Musik findet in diesem Jahr erstmals in Lübeck statt. Vom 25. bis 29. September treffen sich Nutzer der...

Weitere Nachrichten

KIZ

Neue Misstöne nach der Anhörung im Wissenschaftsausschuss zu den Baden-Württembergischen Musikhochschulen

Neue Misstöne nach der Anhörung im Wissenschaftsausschuss zu den Baden-Württembergischen Musikhochschulen
23. 07. 2014 (nmz-red/Regensburg) - Neue Misstöne unter den Baden-Württembergischen Musikhochschulen: Bei der Anhörung im Wissenschaftsausschuss des Landtages wich der Karlsruher Hochschulrektor Hartmut Höll von der gemeinsamen Linie ab und vertrat die Meinung, Schulmusik müsse nicht an allen fünf Musikhochschulen angeboten werden.
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Jazz, Rock und Rollstuhl – Die German Jazz Trophy 2014 ging an den Posaunisten Chris Barber

Jazz, Rock und Rollstuhl – Die German Jazz Trophy 2014 ging an den  Posaunisten Chris Barber
22. 07. 2014 (Hans Kumpf) - Als der amerikanische Altsaxophonist Lee Konitz im Vorjahr mit der „German Jazz Trophy“ ausgezeichnet wurde, war dieser 85. Nun traf es einen jüngeren Bläser: Chris Barber, 84. Die undotierte Auszeichnung „A Life for Jazz“ für den englischen Posaunisten erfolgte als Anhängsel der Jazzopen im Eventcenter der „SpardaWelt“ am Hauptbahnhof. Übergeben wurde dem vielfach engagierten Künstler eine einst von Otto Herbert Hajek kreierte farbenfrohe Skulptur.
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Großes Thema vertan – Ein komplettiertes Bühnenfragment als „Zeisls Hiob“ in der Münchner Reithalle

Großes Thema vertan – Ein komplettiertes Bühnenfragment als „Zeisls Hiob“ in der Münchner Reithalle
22. 07. 2014 (Wolf-Dieter Peter) - Joseph Roths Roman „Hiob“ endet: „Mendel Singer schlief ein. Und er ruhte aus von der Schwere des Glücks und der Größe der Wunder.“ Das war in dem Zwitter, den das andere Festspielprogramm der Bayerischen Staatsoper in der Reithalle bietet, leider nicht zu erleben. Dabei wäre aus den vielfältigen „Ingredienzien“ sehr wohl fesselndes Musiktheater möglich:
KIZ

Sachsen-Anhalt bringt in Halle letzten Theatervertrag auf den Weg

Sachsen-Anhalt bringt in Halle letzten Theatervertrag auf den Weg
22. 07. 2014 (dpa) - Magdeburg - Nach einem Jahr heißer Diskussionen und harter Verhandlungen hat Sachsen-Anhalt Kürzung bei der Theaterförderung durchgesetzt. Der letzte von insgesamt neun Theaterverträgen wird an diesem Donnerstag in Halle unterzeichnet. Er sieht vor, dass die dortige Theater, Oper und Orchester GmbH statt bisher 12 nur noch 9 Millionen Euro Landesförderung erhält.
KIZ

Hindemith-Preis 2014 für Komponisten Bernd Richard Deutsch

Hindemith-Preis 2014 für Komponisten Bernd Richard Deutsch
22. 07. 2014 (dpa) - Reinbek - Der österreichische Komponist Bernd Richard Deutsch hat den Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals erhalten. Der 37-Jährige nahm die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung im Rahmen eines Konzertes am Montagabend in Schloss Reinbek entgegen. «Der Hindemith-Preis ist eine bedeutende Fördermaßnahme zugunsten des talentierten kompositorischen Nachwuchses avancierter zeitgenössischer Musik», sagte Schleswig-Holsteins Kulturstaatssekretär Eberhard Schmidt-Elsaeßer.
Titelseite der nmz 2014/07.
Theo Geißlers Plädoyer für musikpädagogische Beständigkeit

Leucht-Feuer

(Theo Geißler) Es folgt – an dieser Stelle vielleicht etwas ungewohnt – ein kleiner Konzertbericht. Zwei interpretatorisch unglaublich faszinierende, abwechslungsreiche, fantasievolle Abende im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie gestaltete das Heinz-Berggruen-Gymnasium vor vollem Haus und begeistertem Publikum. Presse, Funk und Fernsehen waren ebenso abwesend wie die eifrigen Sahnehäubchen-Darsteller bei einschlägigen kulturellen Highlights. Kein Gauck, kein Tim Renner, kein Wowereit – und das war auch gut so. Denn die hätten sich in ihrem beständigen Barenboim-Rattle-Medienpräsenz-Vollrausch nur gelangweilt.
Magazin: „Drei Proben müssen reichen“ - Orchesterakademie der Bergischen Symphoniker macht den studentischen Nachwuchs für die Arbeit im Profiorchester fit
Kommentar/Glosse: Wert ohne Muster - Nachschlag 2014/07
Musikleben: Klangholz im Wettstreit - Mittenwalds 7. Internationaler Wettbewerb für Streichinstrumente
Berichte: Konzertverzehr - Uraufführungen 2014/07
Chorszene: „Wettbewerbstourismus ist mir suspekt“ - Ein Gespräch zum Thema Chorwettbewerbe mit Jürgen Budday
Pädagogik: Zum Workshop „Jugend komponiert“ 2014 - Beginnende musikalische Zusammenarbeit zwischen den Ländern Hessen und Thüringen
Rezensionen: Buch-Tipps 2014/07 - Propaganda, Donaueschingen, eine Maus im Opernhaus
Verbände: Altwerden erlaubt und gern gesehen! - VdM-Fachtagung „Musik – ein Leben lang“
DTKV: Kurzsichtige Kulturzerstörung - Die geplante Abschaltung von BR-Klassik im UKW-Netz geht die ganze Musikwelt an

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Orfeos düsterer Todestraum – Monteverdis „L’Orfeo“ mit Christian Gerhaher im Münchner Prinzregententheater

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21. 07. 2014 (Wolf-Dieter Peter) - Keine Spur von arkadischem Thrakien: in düsterem Schwarz-Grau zeigt die Bühne von Patrick Bannwart einen Weltausschnitt nach einer Katastrophe, leere Holzpaletten am Rande, ein paar Müllhäufchen. Auch das „La Musica“-Engelchen von Angela Brower wirkt schon ein wenig zerzaust. Doch zu ihrer Ankündigung der Geschichte von Orpheus, dem begnadeten Sänger, wachsen aus den kleinen Müllhäufchen meterhohe Blumen empor – es ist das poetischste Bild der ganzen Inszenierung.
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Freie Improvisation im Grenzbereich – Die 35. Auflage der Konfrontationen in Nickelsdorf

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21. 07. 2014 (Holger Pauler) - „Where is Vienna? - Near Nickelsdorf!“, heißt einer der meist erzählten Scherze in Freejazz-Kreisen. Die dortigen Konfrontationen gingen am Wochenende in ihrer 35. Auflage. Grenzerfahrungen gehören im Burgenland, kaum 500 Meter von der ungarischen Grenze entfernt, dazu: Musikalisch, politisch und geografisch. Und auch wenn es den Freejazz der Anfangsjahre nur noch in Ansätzen gibt, die Bedeutung ist geblieben.
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Die gefesselte Uhr – Richard Wagners „Tristan und Isolde“ an der Staatsoper Stuttgart

Die gefesselte Uhr – Richard Wagners „Tristan und Isolde“ an der Staatsoper Stuttgart
21. 07. 2014 (Frieder Reininghaus) - „Sie wollen nur noch Märchen sehn“, schrieb Kurt Tucholsky in „Zuckerbot und Peitsche“ 1930, an der Mittellinie zwischen den beiden Weltkriegen. „Das Bürgertum erliegt der Wucht. Flucht, Flucht, Flucht“. Das Dramaturgie- und Regie-Paar Wieler/Morabito hat wieder einmal guten Instinkt bewiesen für das, was „gefragt“ ist (beziehungsweise zum „Gefragten“ deklariert wird) und was ankommt. Die beiden haben sich als Fluchthelfer bewährt (oder sind in Bezug auf den weithin mit unsäglichem Wortschwall dahinströmenden Wagner-Text in die Rolle der Bewährungshelfer geflohen).