Kritik

„Turandot“ in Chemnitz: Keine Schneekönigin – eine Eisprinzessin vielleicht?

28.09.16 (Michael Ernst) - Italienischer Spielzeitauftakt in Chemnitz: Hinrich Horstkotte deutet Puccini, Felix Bender gibt seinen Einstand als kommissarischer Musikchef des Hauses. Maraike Schröder als Liù ist überwältigend

Szene

Das eine tun, ohne das andere zu lassen
25 Jahre Ensemble Musikfabrik · Von Rainer Nonnenmann

28.09.16 (Rainer Nonnenmann) - Weltweit für Furore sorgte das Ensemble mit der szenischen Gesamturaufführung von Karlheinz Stockhausens Oper „Sonntag“ 2011 in Köln sowie der europäischen Erstaufführung von Harry Partchs „Delusion of The Fury“ beim Festival Ruhrtriennale 2013, wofür Schlagzeuger Thomas Meixner in jahrelanger Arbeit Nachbauten sämtlicher Partch-Instrumente angefertigt hatte.

Aktuelles

KIZ

„Opernhaus des Jahres“: Stuttgart zum sechsten Mal vorn

„Opernhaus des Jahres“: Stuttgart zum sechsten Mal vorn
29. 09. 2016 (dpa) - Zum sechsten Mal bekommt Stuttgart den Titel „Opernhaus des Jahres“. Die Kritikerumfrage der „Opernwelt“ zeigt auch, dass an kleinen Bühnen große Kunst entsteht.
KIZ

Uwe Eric Laufenberg bleibt bis 2024 Intendant am Staatstheater Wiesbaden

Uwe Eric Laufenberg bleibt bis 2024 Intendant am Staatstheater Wiesbaden
27. 09. 2016 (dpa) - Uwe Eric Laufenberg bleibt bis 2024 Intendant am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Wie das Kulturministerium am Montag in Wiesbaden mitteilte, nahm der 55-Jährige das Angebot einer Verlängerung seines bis 2019 laufenden Vertrags an. „Mit der Verpflichtung bis zum Jahr 2024 ist das Staatstheater Wiesbaden für die Zukunft hervorragend aufgestellt“, sagte Kulturminister Boris Rhein (CDU).
KIZ

Daniel Hope neuer Musik-Direktor des Zürcher Kammerorchesters

Daniel Hope neuer Musik-Direktor des Zürcher Kammerorchesters
27. 09. 2016 (dpa) - Der Geiger Daniel Hope, seit vielen Jahren eine der prägenden Musikerpersönlichkeiten bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, ist neuer Musik-Direktor des Zürcher Kammerorchesters. Seine Amtszeit beginne am 27. September mit der Saisoneröffnung in der Tonhalle Zürich, teilte am Montag das Büro des in Berlin lebenden Stargeigers mit. Erstmals steht mit Hope kein Dirigent, sondern ein Instrumentalist als leitender Solist an der Spitze des renommierten Kammerorchesters. Die erste Gastspielreise unter Hope führt die Zürcher Musiker nach Südkorea und China.
Online

Ein verstörender Opernabend mit Meyerbeers „Les Huguenots“ in Kiel

Ein verstörender Opernabend mit Meyerbeers „Les Huguenots“ in Kiel
27. 09. 2016 (Arndt Voß) - Es ist ein drastisches Bild, mit dem Lukas Hemleb die Zuschauer seiner Kieler Inszenierung von Giacomo Meyerbeers „Les Huguenots“ entließ (Premiere: 24. September 2016), eine wörtlich umgesetzte „Pariser Bluthochzeit“, wie das Massaker der Katholiken an den Hugenotten in der Bartholomäusnacht 1572 auch genannt wird. Die Verfolgten torkeln herein, teils entblößt, brechen zusammen, werden vergewaltigt oder nach kurzer Prüfung, ob ein Rest Leben vorhanden ist, endgültig abgestochen. Leichen, auf einer Schlachtbank aufgereiht, werden hereingezurrt. Schließlich ist die Szene über und über mit blutigen Körpern bedeckt.
Online

Experimentieranordnung mit bekannten Größen – Mozarts „Così fan tutte“ an der Deutschen Oper Berlin

Experimentieranordnung mit bekannten Größen – Mozarts „Così fan tutte“ an der Deutschen Oper Berlin
27. 09. 2016 (Peter P. Pachl) - Vor drei Jahren wurde die Deutsche Oper Berlin zum Experimentierzentrum für Mozarts „Così fan tutte“: Drei ungewöhnlich innovative Inszenierungen mit forciert performativen Einflüssen waren an drei aufeinanderfolgenden Abenden in der Tischlerei zu erleben. Offenbar wollte Intendant Dietmar Schwarz nunmehr auf der großen Bühne an diese Erfahrungen anknüpfen lassen. Doch da die vorangegangene Mozart-Inszenierung an diesem Haus,„Die Entführung aus dem Serail“, auf viel Publikumsunmut gestoßen war, sollte der junge Leipziger Regisseur Robert Borgmann in seiner ersten Operninszenierung Publikumsakzeptanz und Innovation als Quadratur des Kreises erbringen – ein Anspruch, der eigentlich nur schief gehen konnte.

Personalia

Menschen

KIZ

Zwickauer Schumann-Preis für Schweizer Oboisten Heinz Holliger

26.09.16 (dpa) -
Der Robert-Schumann-Preis 2017 der Stadt Zwickau geht an den Oboisten, Dirigenten und Komponisten Heinz Holliger. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt nach Angaben des Kulturamtes vom Freitag die jahrzehntelange Auseinandersetzung des Schweizers mit dem Schumannschen Werk. Sie soll dem 77-Jährigen am 20. Januar verliehen werden. Hollinger sagte selbst einmal, dass Schumann in jedem seiner Werke präsent sei. Seit 1961 nahm er Bezug auf dessen Werke, seine erste Schumann-Einspielung datiert von 1979.

Dossier

Junge Komponisten im Portrait

Die neue musikzeitung stellt junge Komponistinnen und Komponisten in Einzelportraits vor.
SWR-Orchesterfusion Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR...
El Sistema: das venezolanische Modell elektrisiert die Musikwelt Kaum ein musikpädagogisches Projekt hat in den vergangenen Jahren weltweit so viel Echo ausgelöst wie „...
Musikhochschulen Anlässlich der 141. Ausgabe des Musikmagazins taktlos zum Thema „Studium bolognese“ haben wir ein...
Reinhard Schulz – eine Textauswahl Am 24. Juli 2009 verstarb mit Reinhard Schulz ein Autor, der die ästhetische Diskussion in der neuen musikzeitung...
Jedem Kind ein Instrument Das ebenso spektakuläre wie in Fachkreisen heiß diskutierte Musikalisierungsmodell „Jedem Kind ein...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Detmold: 1. Preis für Mona Rozdestvenskyte - Beim Internationalen Orgelwettbewerb im Rahmen des 11. Orgelfestivals FUGATO in Bad Homburg gewann Mona Rozdestvenskyte (Bachelor Kirchenmusik,...
Hamburg (HfMT): Weitere sechs Jahre Amtszeit für Elmar Lampson - Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Ich freue mich, dass Herr Lampson für sechs weitere Jahre an der...
Detmold: Schenkung entgegengenommen - Die Bibliothek hat eine Schenkung von Werken des deutschen Komponisten Berthold Hummel (1925-2002) entgegengenommen. Hierbei handelt es sich um 28...
Lübeck (MHL): Jahr der Harfe: Meisterkurs und Abschlusskonzert - Zu einem Harfenkonzert mit Werken aus mehreren Jahrhunderten lädt die MHL am Sonntag, 25. September um 15 Uhr in den Großen Saal ein.
Departement Musik der Kalaidos Fachhochschule: Neue Kooperation - Die Kalaidos Musikhochschule und die Internationale Musikakademie Anton Rubinstein (IMAR) haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Beide...

Weitere Nachrichten

Online

„Salome“ mit Leiche im Schrank – Zähe Zeitenwende in Dresden

„Salome“ mit Leiche im Schrank – Zähe Zeitenwende in Dresden
26. 09. 2016 (Roland H. Dippel) - Es ist die achte „Salome“ von Richard Strauss am Uraufführungsort, der Semperoper Dresden, seit 1905. Beobachtet an der Gelassenheit im Zuschauerraum lässt sich heute dort niemand groß erschüttern durch die Persönlichkeitsnöte einer Prinzessin von Judäa und den Weiten ihrer geschädigten Psyche. Michael Schulz, Generalintendant des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen, zergliedert die Orientierungslosigkeit der Kindfrau. Jennifer Holloway triumphiert bei ihrem umjubelten Rollendebüt als Backfisch ohne Chancen.
KIZ

Tony Visconti kritisiert Musikindustrie wegen zu wenig Risikofreude

Tony Visconti kritisiert Musikindustrie wegen zu wenig Risikofreude
26. 09. 2016 (dpa) - Nach Ansicht von Star-Produzent Tony Visconti (72) fehlen der Musikindustrie derzeit Mut und Risikofreude. „Heutzutage wollen Labels Stars, die nicht zu unterschiedlich sind. Wenn eine Adele erfolgreich ist, wollen Sie eine andere Person, die wie Adele ist, oder eben eine zweite Beyoncé. Sie wollen den sicheren Weg gehen, um Geld zu machen“, sagte der 72-Jährige der mit Stars wie Marc Bolan, Morrisey und vor allem David Bowie zusammengearbeitet in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. „In den 1970er Jahren hat man nach einzigartigen Künstlern geschaut, nach solchen, die anders sind. David Bowie war einer von ihnen.“
KIZ

Berlin nach der Wahl: Tim Renner will Kulturstaatssekretär bleiben

Berlin nach der Wahl: Tim Renner will Kulturstaatssekretär bleiben
26. 09. 2016 (dpa) - Nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) sein Interesse an einer Fortsetzung des Amts bekräftigt. „Auch unter den jetzigen Verhältnissen finde ich die Arbeit für die Kultur Berlins enorm spannend“, sagte der 51-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Ich würde gern das Angeschobene auch fertigbringen und an der Umsetzung arbeiten.“
KIZ

Chemnitz: Zwischen Zwangsarbeit und Orchester – Ausstellung über Kriegsgefangene

Chemnitz: Zwischen Zwangsarbeit und Orchester – Ausstellung über Kriegsgefangene
26. 09. 2016 (dpa) - Eine neue Ausstellung im Schlossbergmuseum Chemnitz gibt seit Sonntag einen Einblick in das Leben Kriegsgefangener in der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914-1918). Im Chemnitzer Stadtteil Ebersdorf waren demnach im Jahr 1918 mehr als 10.000 Russen, rund 7300 Franzosen, 900 Italiener, knapp 180 Serben sowie 200 Zivilgefangene interniert. Die Schau stellt unter anderem zeitgenössische Fotografien vom Lagerleben sowie handgemalte Postkarten der Insassen einander gegenüber.
KIZ

Schauspielerin Renan Demirkan: Kulturbetrieb war zu leise gegen Fremdenfeinde

Schauspielerin Renan Demirkan: Kulturbetrieb war zu leise gegen Fremdenfeinde
26. 09. 2016 (dpa) - Die Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan (61, „Schwarzer Tee mit drei Stück Zucker“) hat die Kulturschaffenden zu einem entschlosseneren Auftreten gegen eine Verrohung der Gesellschaft aufgerufen. Der Kulturbetrieb sei im vergangenen Jahr zu leise gewesen, sagte die Gründerin der Initiative „Checkpoint Demokratie“ der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“ (Montag). Er habe die wachsende Fremdenfeindlichkeit ignoriert.
Herzen einfangen: Mit einem fulminanten Konzert verabschiedete sich das SWR Sinfonieorchester von seinem Freiburger Publikum. Chefdirigent François-Xavier Roth hielt den Augenblick fest. Foto: Wolfram Lamparter
Gattungen, Ensembles und die Frage nach der Repertoire-Erneuerung · Von Juan Martin Koch

Neue Inhalte für zerbrochene Gefäße

(Juan Martin Koch) Was war zuerst da? Die Vision eines Komponisten von der Verbindung mehrerer Gamben verschiedener Größe zu einem herrlich tönenden Consort, oder die flämischen Gambisten, die der englische König Heinrich VIII. bei Hofe anstellte? Der Wunsch, zwischen monumental besetzter Symphonik und intimer Kammermusik einen Mittelweg in Form von Werken für kleinere, dabei aber instrumental möglichst differenzierte Gruppen zu gehen, oder die Gründung entsprechend flexibler Ensembles?
Magazin: Goldene Momente und das Wissen darum, wo vorne ist - Björn Gottstein über künstlerische, kulturpolitische und musikvermittlerische Aspekte der Donaueschinger Musiktage
Kommentar/Glosse: Artisten in der Hochschulkuppel: ratlos - Absolute Beginners
Musikleben: Personalia 2016/09 - Aus dem Musikleben …
Berichte: „After all, nature is better than art“ - Uraufführungen 2016/09
Pädagogik: Musikvermittlung im öffentlichen Raum - „Flächengold“ – ein partizipatives Format bei der Fête de la Musique in Hannover
Rezensionen: CD-Tipps 2016/09 - Musik mit Julia Fischer, Carolin Widmann und dem Trio Jean Paul
Verbände: Der Mann mit der Kamera - Film von Dziga Vertov, mit Nymans Live-Filmmusik und dem Jugendzupforchester NRW

Weitere Nachrichten

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In Heterotopia an Land gegangen: Wagners „Fliegender Holländer“ in Halle

In Heterotopia an Land gegangen: Wagners „Fliegender Holländer“ in Halle
25. 09. 2016 (Joachim Lange) - In der Oper Halle beginnt Florian Lutz seine Intendanz mit einem großen Spektakel um den „Fliegenden Holländer“ von Richard Wagner. Joachim Lange mit seinen Premiereneindrücken.
Online

Vier Regisseure für „Hoffmanns Erzählungen“: Neustart an der Oper Wuppertal

Vier Regisseure für „Hoffmanns Erzählungen“: Neustart an der Oper Wuppertal
25. 09. 2016 (Christoph Schulte im Walde) - Mit einem fulminanten Premieren-Wochenende hat sich die Oper Wuppertal in der nordrhein-westfälischen Szene zurückgemeldet. Erst war die Video-Oper „Three Tales“ von Beryl Korot und Steve Reich zu erleben, tags darauf „Les Contes d’Hoffmann“ von Jacques Offenbach – Wuppertals Premieren-Publikum zeigte sich begeistert von diesem Neustart.
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Ohne Vorbereitung, ohne Ideen, ohne Mut - Großbritannien verabschiedet sich von Europas Musikleben

Ohne Vorbereitung, ohne Ideen, ohne Mut
25. 09. 2016 (Marc Ernesti) - Ungeprobter Aufstand, Zurück ins „Land ohne Musik“, Farewell Symphony – Überschriften zu Englands einseitigem Ausstieg aus der europäischen Musikkultur mögen einem einige einfallen; Gründe hingegen nur wenige.