Menschen

Die große Freiheitserzählung
Mikis Theodorakis zum 90. Geburtstag

29.07.15 (Georg Beck) - Ein Jahrhundert-Künstler, der sich gegen seine Verdenkmalung wehrt – geht das? Mikis Theodorakis, Jahrgang 1925, letzter Universal-Musiker mit ziemlich erweitertem Kunstbegriff, macht es vor. Nachzuschauen auf YouTube. Zwei Minuten, die selbst dann erkenntnisfördernd wirken, wenn man des Griechi­schen nicht mächtig ist.

Kritik

Film- contra Bühnenhandlung – „Die Walküre“ bei den Bayreuther Festspielen

29.07.15 (Peter P. Pachl) - Nach dem „Rheingold“, das in der Inszenierung von Frank Castorf in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts in den USA angesiedelt ist, springt die kontinuierliche Forterzählung der Handlung in Aleksandar Denićs Bühnenraum um ein halbes Jahrhundert zurück, nach Baku und in die Zeit der Revolution. Die Spielastik der Darsteller ist gegenüber dem Vorabend bedeutend reduziert, allerdings intensiv konterkariert durch Schwarzweißfilme. Gleichwohl kommt so die Musik stärker zu ihrem Recht – und das in der Interpretation unter Kirill Petrenko erstklassig.

Aktuelles

KIZ

Musikautoren fordern mehr Geld von Internet-Musikdiensten

Musikautoren fordern mehr Geld von Internet-Musikdiensten
29. 07. 2015 (dpa) - Berlin - Komponisten, Texter und Musikverleger haben einen größeren Anteil an den Einnahmen von Musikdiensten im Internet gefordert. Die fünfzehn größten sogenannten Streamingdienste wie Apple, Spotify, Deezer, Napster oder Wimp machten in Deutschland allein im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz von über 100 Millionen Euro, die Kreativen würden an den Einnahmen aber nicht angemessen beteiligt, erklärten die betroffenen Berufsverbände am Mittwoch.
KIZ

Gehobenes Mittelmaß - Bechtolf komplettiert seinen Mozart-Zyklus

Gehobenes Mittelmaß - Bechtolf komplettiert seinen Mozart-Zyklus
29. 07. 2015 (dpa) - Salzburg - Nach zwei Regietheater-Exzessen gab es mit Sven-Eric Bechtolfs «Nozze» bei den Salzburger Festspielen einen Erholungstag. Doch der detailverliebte Realismus seiner Inszenierung der Mozart-Oper konnte auch etwas ermüden.
KIZ

«Wir sind alle bekloppt» - Die Orgel und ihre Liebhaber

«Wir sind alle bekloppt» - Die Orgel und ihre Liebhaber
29. 07. 2015 (Christoph Driessen) - Köln - Deutschland gilt als Orgelland par excellence. Bundesweit gibt es 50 000 Orgeln. Die meisten stehen in Kirchen, viele aber auch in Konzertsälen, Theatern und Privatwohnungen. Weil immer weniger Menschen zur Kirche gehen, ist das Hören von Orgelmusik heute keine Selbstverständlichkeit mehr. «Dieser Rückgang ist noch nicht bedrohlich für die Orgel-Kultur als Ganze, könnte es aber werden, wenn man nicht durch gezielte Initiativen gegensteuern würde», sagt Michael Kaufmann von der Vereinigung der Orgelsachverständigen.
Online

Prosit der Gemütlichkeit –Eröffnung der Salzburger Festspiele mit Rüdiger Safranski und Wolfgang Rihms „Eroberung von Mexico“

Prosit der Gemütlichkeit –Eröffnung der Salzburger Festspiele mit Rüdiger Safranski und Wolfgang Rihms „Eroberung von Mexico“
27. 07. 2015 (Frieder Reininghaus) - Vorsätzlich verzichten die Salzburger Festspiele seit Jahren auf konzeptionelle Ideen und künstlerische Absichtserklärungen. Die Behauptung, es wäre mit den Begriffspaaren „Herrschen und Dienen, Macht und Ohnmacht“ so etwas wie ein Roter Faden bekanntgegeben worden, lässt sich bei Überprüfung des ausgesendeten und in Salzburg ausliegenden Werbematerials nicht bestätigen.
KIZ

Dirigent und Ex-Staatsrat Wolfgang Gönnenwein mit 82 Jahren gestorben [update, 19:30]

Dirigent und Ex-Staatsrat Wolfgang Gönnenwein mit 82 Jahren gestorben [update, 19:30]
27. 07. 2015 (dpa) - Ludwigsburg - Der Dirigent und ehemalige Kunst-Staatsrat Wolfgang Gönnenwein ist tot. Er sei bereits am Sonntag im Alter von 82 Jahren gestorben, teilte die Pressestelle der Ludwigsburger Schlossfestspiele am Montag mit. Gönnenwein war über 30 Jahre lang künstlerischer Leiter der Festspiele.

Dossier

SWR-Orchesterfusion

Das Bekanntwerden der Fusions- und Sparpläne des SWR in Sachen Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und SWR Sinfonieorchester Baden-Baden/Freiburg im Februar 2012 hat eine beispiellose Welle der Solidarität für beide Klangkörper ausgelöst. Die nmz hat von Anfang an über die bedrohliche Entwicklung berichtet und hat sich auch mit einem offenen Brief an Intendanz und Hörfunkleitung gewandt. Hier finden Sie alle relevanten Beiträge auf einen Blick:
El Sistema: das venezolanische Modell elektrisiert die Musikwelt Kaum ein musikpädagogisches Projekt hat in den vergangenen Jahren weltweit so viel Echo ausgelöst wie „...
Musikhochschulen Anlässlich der 141. Ausgabe des Musikmagazins taktlos zum Thema „Studium bolognese“ haben wir ein...
Reinhard Schulz – eine Textauswahl Am 24. Juli 2009 verstarb mit Reinhard Schulz ein Autor, der die ästhetische Diskussion in der neuen musikzeitung...
Jedem Kind ein Instrument Das ebenso spektakuläre wie in Fachkreisen heiß diskutierte Musikalisierungsmodell „Jedem Kind ein...

News von Musikhochschulen und Musikschulen

Hamburg (HfMT): Hamburger Lehrpreis 2015 für Frank Düwel - 2009 wurde Frank Düwel als Dozent an die HfMT berufen für den Bereich Regie /Musiktheaterregie und Projektleitung. Seine Expertise beruht in der...
Kunstuniversität Graz: Die Kunstuniversität Graz trauert um Katharina Cortolezis-Schlager - Unten stehend ein Nachruf von Willibald Plessas, dem damaligen Vorsitzenden des Universitätsrates:Am 21. Juli 2015 mussten wir die traurige Nachricht...

Weitere Nachrichten

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Heidenreich: «In der Oper erzählt die Musik die Geschichten»

Heidenreich: «In der Oper erzählt die Musik die Geschichten»
27. 07. 2015 (dpa) - Potsdam/Rheinsberg - Wie kann Liebe funktionieren? Oder eben nicht. Das will Elke Heidenreich in einer Oper ergründen. «Adriana» hat in wenigen Tagen Uraufführung. Heidenreich schrieb das Libretto für die Oper, die beim Festival der Kammeroper Schloss Rheinsberg am 31. Juli uraufgeführt wird. Die Musik stammt vom Lebensgefährten der Autorin und Kritikerin, Marc-Aurel Floros.
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Russische Komponistin Auerbach: «Kunst muss furchtlos sein»

Russische Komponistin Auerbach: «Kunst muss furchtlos sein»
27. 07. 2015 (dpa) - Wiesbaden - Lera Auerbach ist vielseitig: Die Russin mit Wohnsitz New York spielt Klavier, komponiert, schreibt und malt. In diesem Sommer gastiert sie mehrfach im Rheingau, doch in Gedanken ist sie oft in ihrem Geburtsland. Auerbach sorgt sich um die kulturelle Entwicklung in ihrer alten Heimat. Russland gehe derzeit einen Weg der Selbstisolation.
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Junge Musiker aus Weimar und Jerusalem proben für Konzerttour

Junge Musiker aus Weimar und Jerusalem proben für Konzerttour
27. 07. 2015 (dpa) - Weimar/Jerusalem - Für Musikstudenten aus Weimar und Jerusalem begannen am Samstag gemeinsame Proben für eine Konzerttournee in Deutschland und Israel. Zum dritten Mal nach 2011 und 2013 schließen sie sich zum «Young Philharmonic Orchestra Jerusalem Weimar» zusammen, um so ein Zeichen für ein besseres gegenseitiges Verstehen zu setzen. Der Chefdirigent der Dresdner Philharmoniker, Michael Sanderling, wird das Orchester auf Zeit zum zweiten Mal dirigieren.
Online

„Ich will den Gral!“ – „Parsifal“ als Oper für Kinder bei den Bayreuther Festspielen

„Ich will den Gral!“ – „Parsifal“ als Oper für Kinder bei den Bayreuther Festspielen
27. 07. 2015 (Peter P. Pachl) - Wie lässt sich Wagners vielschichtigstes Werk in eine gut einstündige Oper für Kinder ab 5 Jahren verwandeln? Man eliminiere sämtliche Chöre, die religiöse, soziologische und Regenerationsebene und erzähle die Handlung linear als ein Märchen vom leidenden König, dessen Wunde nur durch jenen Speer geheilt werden kann, der sie schlug. So in der Fassung von Katharina Wagner, Nikolaus Richter und dem Regisseur Tristan Braun.
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Abschied von Neuenfels’ Rattenmärchen – „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen

Abschied von Neuenfels’ Rattenmärchen – „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen
27. 07. 2015 (Peter P. Pachl) - Das gehört zur „Werkstatt Bayreuth“: nicht nur das jeweilige Regieteam arbeitet an den Ergebnissen des Vorjahres weiter, quasi auch eine Weiterarbeit des Publikums findet statt, deutlich festzustellen an der sich verändernden Rezeption. So blieb Hans Neuenfels’ ursprünglich sehr kontrovers aufgenommene Sicht auf Wagners „Lohengrin“ als ein deutsches Rattenmärchen beim Premierenabend bei der Premiere im sechsten Festspielsommer ohne Widerspruch und wurde mit Standing Ovations gefeiert.
Titelseite der nmz 2015/07.
Von Theo Geißler

Atemlos …

(Theo Geißler) … durch die Nacht angelt sich höchst ertragreich seit fast zwei Jahren Helene Fischer gemeinsam mit ihrem anonymen Liebsten. Preisgekrönt dank allem, was in unserer Glitzerwelt an umsatzbegründeten „Auszeichnungen“ an Land zu ziehen ist. „Atemlos durch die Nacht, bis ein neuer Tag erwacht, atemlos einfach raus, Deine Augen ziehn mich aus…“. Steht zu erwarten, dass ihr übernächster Superhit „Pausenlos durch den Tag“ (wie die Deutsche Bank es mag) betitelt ist, falls noch Zeit zum Anziehen bleibt. Gesponsert vom Bundesverband der Deutschen Industrie und den Bildungsministerien der Länder. [Vorabdruck aus der nmz 7/8 2015]
Magazin: Der mit dem Kopf tanzt - In memoriam Ornette Coleman
Musikleben: Gipfelsturm mit angezogener Handbremse - Musikalische Verwertungsgesellschaft C3S vor vielen Hürden
Berichte: Wenn Musik in Musik übersetzt wird - 15 Jahre Berliner Konzertreihe Labor Sonor: eine Vorschau
Chorszene: Polyphone Girlanden, Performance und viel Folklore - Kräftemessen und Begegnung: der 14. Internationale Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf
Pädagogik: And the winner is: Osnabrück - Der dritte YEAH! Award erfindet sich neu und macht aus der Friedensstadt eine Festivalstadt
Verbände: Glückwünsche zum Goldjubiläum - Hans Josef Menke für Verdienste um die JMD geehrt

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Dreieckige Schreckenskammern – Katharina Wagners Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“ in Bayreuth

Dreieckige Schreckenskammern – Katharina Wagners Neuinszenierung von „Tristan und Isolde“ in Bayreuth
26. 07. 2015 (Peter P. Pachl) - Katharina Wagner ist mit dieser Inszenierung ein echter Wurf gelungen. Die eigenwillig faszinierende Lesart in einer Macht- und Schreckens-Endzeit trifft auf ein sehr hochwertiges musikalisches Niveau, obgleich Christian Thielemanns sehr breite Interpretation nicht mit dieser Inszenierung zusammenspannt, sondern sich quasi immer wieder konterkarierend zu behaupten trachtet. Die Bayreuther Festspieleröffnung wurde zu einem runden Erfolg.
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Pressekonferenz ohne die Festspielleitung – Die Bayreuther Festspiele aktiv gegen den Schwarzmarkt

Pressekonferenz ohne die Festspielleitung – Die Bayreuther Festspiele aktiv gegen den Schwarzmarkt
25. 07. 2015 (Peter P. Pachl) - Ungewöhnlich waren Ort, Zeitpunkt und Zusammensetzung der diesjährigen Pressekonferenz der Bayreuther Festspiele: am Nachmittag des Vortages zur Eröffnung standen der Kaufmännische Geschäftsführer der Festspiele und der Festspielpressechef den Vertretern der Medien Rede und Antwort. Die Festspielleitung hingegen fehlte – seitens der Festspielleiterin Katharina Wagner durch Proben für die TV-Übertragung ihrer Inszenierung „Tristan und Isolde“ infolge der kurzfristigen Umbesetzung der weiblichen Hauptpartie zu entschuldigen, seitens ihrer Schwester Eva Wagner-Pasquier kaum nachvollziehbar.
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Haus Wahnfried wieder offen - Kein «Disneyland» für Wagnerianer

Haus Wahnfried wieder offen - Kein «Disneyland» für Wagnerianer
24. 07. 2015 (dpa) - Bayreuth - Ein Ort der Heldenverehrung? Eine Wagner-Puppenstube? Mitnichten. Das erweiterte Richard-Wagner-Museum in Bayreuth schafft den Spagat - und ist Erinnerungsort an einen ebenso großen wie umstrittenen Komponisten, aber auch Raum für kritische Auseinandersetzung.