Ausklang
Ein Artikel von Martin Hufner.
Aber wo sind denn die andern aus der sogenannten E-Musik? Die Lachenmanns, die Zenders, die Spahlingers, die Eggerts…? Hat wirklich keiner Lust gehabt, für die Wahl in den Aufsichtsrat der GEMA sich bereit zu stellen, oder war da gar eine Angst, nicht gewählt zu werden? Man kann es ja verstehen, Komponieren und Verwalten, Komponieren und gute Bedingungen für Komponisten schaffen, das sind drei Dinge, die nicht gut zusammenpassen wollen, nicht wahr? Das überlässt man dann lieber einem Jörg Evers, dem Komponisten von Filmmusiken zu „Werner-Beinhardt”, „Voll Normaal”, „Manta Manta” oder „Ballermann 6”. Wo bleibt da ihre Kontrakadenz, Herr Lachenmann? Aber was soll‘s, im GEMA-Statement von Enjott Schneider wird gezeigt, welchen Platz die „Neue Musik” einnehmen möge: „,Neue Musik‘ sollte sich attraktiver machen und statt eines 5-Prozent-Publikums jene weiteren 30 Prozent zurückgewinnen, die aus Frustration vor einem zu verengten Begriff zeitgenössischer Musik dann zu ,musealen Musikformen‘, zu Popmusik oder zu Crossover-Musik sich zurückgezogen haben… Mehr Wirkungsästhetik statt selbstreflexive Werkstrukturen.” Eben! Wer wirken will, muss wirken wollen und wer mitwirken will, muss auch mitwirken wollen. Also später nicht zetern, jammern und klagen: über die GEMA, über das System und dass die Welt so ungerecht ist – wer seine Recht nicht wahrnimmt, wird seine Rechte nicht wahrnehmen können.
Siehe auch: Mehr gesellschaftliche Wertschätzung
GEMA-Mitgliederversammlung 2003: Statement zur Situation „Neue Musik“ · Von Enjott Schneider
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