Ausprobieren vor Studieren

Versuch einer kindgerechten Klavier-Methodik


(nmz) -
Johanna Rabe: Hase Hans und seine Freunde, johannamusikrabe@aol.com, Preis: 12,50 €
Ein Artikel von Alexandra Scherer.

Ausgabe: 
3/10 - 59. Jahrgang

In einer ersten Übung muss der Klavierschüler „Fahrzeuge raten“, also auf den Tasten ausprobieren, was etwa wie ein Auto, Traktor oder Schiff klingt. „Ausprobieren“ ist das Stichwort, das auch auf den nächsten Seiten von Johanna Rabes Klavierschule „Hase Hans und seine Freunde“ zum Tragen kommt. „Spiele das Lied mit H, mit der rechten Hand. Spiele mit links im gleichen Rhythmus etwas dazu, probiere verschiedene Töne aus“, heißt es da etwa. Schrittweise wird das Kind an Notenwerte, Rhythmus, an Pausenzeichen und schließlich an die richtige Notenschrift gewöhnt. In dieser geht es dann mit einfachen kleinen Liedern zu phantasievollen Texten über Giraffen, Eisenbahnen oder Kaugummis weiter, immer begleitet von liebevollen Zeichnungen von Hase Hans und seinen Freunden.

Bis zum Ende bleiben die Lieder extrem schlicht, es fehlt der Ohrwurm, eine bekannte Melodie, die ein Kind zum häufigen Üben ans Klavier locken könnte. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist der niedrige Schwierigkeitsgrad, der diese Musikschule gerade für die allerjüngsten Schüler ideal macht und sie ohne große Mühe oder Theorieunterricht spielerisch an die Grundbegriffe der Musik heranführt. Immer wieder gibt es außerdem Übungen, die dazu anregen, die verschiedenen Klangfarben eines Klaviers einfach einmal auszuprobieren: das Summen einer Fliege mit Trillern oder die wilde Fahrt der Eisenbahn. Das Kind verliert so auf ganz einfache Weise seine Scheu vor dem Ausprobieren, eine Lektion, die kaum überschätzt werden kann.

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