Autropop

Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune: Wellen der Angst


(nmz) -
Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune: Wellen der Angst. Trikont/Indigo 804062
Ein Artikel von Ursula Gaisa.

„Wellen der Angst“ ist bereits das zweite Album der fünf österreichischen FM4-Wien-Radiomoderatoren, und keine Angst vor dem etwas effekt-heischerischen Bandnamen … David Pfister, Fritz Ostermayer, Robert Zikmund, Christian Fuchs und David Hebenstreit stehen zuvorderst in einer langen Ahnenreihe. Helmut Qualtinger hätte sicher Beifall geklatscht bei so viel Wienerischem Schmäh und Weltschmerz, vereint in melancholischen Liedern, gewürzt mit augenzwinkerndem Humor. Ein Liebeslied beginnt da zum Beispiel so: „Nix is so grauslich wie lauwarmes Bier – außer wir trinkens gemeinsam …“

Gegründet wurde die Neigungsgruppe 2003 als Lesequartett im Geiste des Wiener Aktionismus – und von Mötley Crüe. Seitdem touren die Herren erfolgreich durch Österreich und Deutschland, und im September 2007 erschien ihre erste CD „Good Night Vienna“, auf der sie bekannte Popsongs im Geist des Wienerliedes umdichteten und uminterpretierten. Für den vorliegenden Nachfolger wurden jetzt auch eigene Lieder geschrieben, und es geht natürlich um die Liebe, den Suff, das langsame Sterben und den Verfall, die typischen Themen des Wienerliedes eben. Rau und ungeschliffen, vorgetragen im Chor, begleitet von Gitarren, Geigen, Akkordeon und Ukulele.

Und es geht ans Herz, wenn die fünf im Titelstück, einer Umdichtung nach Lou Reed, zu den lustigen Klängen einer Schweineorgel von den „Wellen der Angst“ berichten, die einen überfallen, wenn „Aus der Nosn rinnt Bluat“, und man nichts dringender braucht als ein Pulver zur Beruhigung, denn „der Schnaps is scho weg“. Und wenn das alles nichts mehr hilft, gibt’s halt wenigstens „A scheene Leich“.

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