Axel Linstädt

Die neuen Kandidatinnen und Kandidaten für das Präsidium des Musikrates


(nmz) -

Axel Linstädt, 53 Jahre alt, ist seit 22 Jahren beim Bayerischen Rundfunk tätig, zunächst als Redakteur, dann sieben Jahre lang Leiter der Musikabteilung im Studio Franken, seit vier Jahren Hauptabteilungsleiter Musik in München. Er studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften. Linstädt machte sich auch als Komponist von Fernseh- und Filmmusiken einen Namen: zum Beispiel zu den Filmen „Im Lauf der Zeit“ von Wim Wenders, „O.K.“ und „Der Graben“ von Michael Verhoeven, „Das Brot des Bäckers“ und „Soweit das Auge reicht“ von Erwin Keusch und weitere.

Ihr Lieblingskomponist/ -interpret, Ihre Lieblingsmusikrichtung?

Fehlanzeige! Da ich kein Teenger, Schwarmgeist oder Mitlied eines Fan-Clubs bin, habe ich dementsprechend auch keinen speziellen Favoriten. Ich bewundere schlicht alle exzellenten Musiker verschiedener Epochen, Stile und Gattungen. Die Liste reicht von Arcadelt bis (Udo) Zimmermann, von Willem Breuker bis Orange Blue. Meine Vorliebe gilt dementsprechend jeder originären und interessanten Musik, ganz gleich, ob E oder U, Jazz oder Pop, sofern die Qualität stimmt.

Ihre Beweggründe, sich zur Wahl des Präsidiums des Deutschen Musikrates zu stellen?

Ich habe großes Interesse, aktiv daran mitzuarbeiten, die wichtigen Vorgaben und Ziele des DMR realisieren zu helfen, das heißt, ich möchte auch bei dieser Institution ganz einfach im Dienste der Musik etwas bewegen…

Was sind Ihre Pläne? Wo möchten Sie sich schwerpunktmäßig engagieren?

Ein Hauptakzent wird sicher auf dem Themenbereich „Musik und Medien“ liegen.

Wo sehen Sie besondere Stärken des Deutschen Musikrates, wo Defizite?

Ich sehe jede Menge Aktivposen von “Jugend musiziert” über Bundesjugendorchester bis zum Bundesjazzorchester, besonders erwähnen möchte ich dennoch die CD-Reihe „Edition Zeitgenössische Musik“ und die CD-Dokumentation „Musik in Deutschland 1950–2000“. Sicher kann man die eine oder andere Maßnahme noch optimieren, doch echte Defizite vermag ich nicht zu erkennen.

Welches sind Ihrer Meinung nach die dringlichsten Aufgaben des Deutschen Musikrates?

Weiterhin wird die wesentliche Aufgabe darin bestehen, der öffentlichen Meinung und den politischen Kräften Bedeutung und Stellenwert der Musik für die Gesellschaft immer wieder zu verdeutlichen, ferner die zahlreichen musikpolitischen Aktivitäten auf allen Ebenen zu fördern.

Ihre Vision für das Musikleben im Jahr 2010?

Ich tauge nicht zum Hellseher und glaube nicht, dass „Visionäre die wahren Realisten“ sind, deswegen gibt es von mir keinen Entwurf für ein „Musik-Utopia 2010“. Prognosen, die im Bereich der Medien oder des Musiklebens über eine Zeitspanne von drei Jahren hinaus gehen, sind meines Erachtens reine Spekulation.

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