Bayern wirbt um mehr Musikschulen
Eindrücke von der Musikmesse Ried/Oberösterreich
Ein Artikel von Sieghart Brodka.
Eine nächste Musikmesse wird es in zwei Jahren wieder im Oktober geben.Bewährt hat sich die Mehrfachteilung des Konzepts in Instrumentenschauen jeder Gattung, Direktinfos und Konzerte auf fünf Schaubühnen, ferner den Musikschul-Kongress (Schwerpunkt-Themen: „Lampenfieber“, „Musik im Alter“), je einen Blasorchester- und Chorwettbewerb („Oberösterreich singt“) und dem jugendbezogenen „Podium.Jazz.Pop.Rock“-Musikwettbewerb als Österreichisches zweites Bundesfinale. Zudem gab es einige Sonderschauen („250 Jahre Klavierbau“, „Steirisches Harmonika-Spiel“) sowie nicht wenige Lebende Werkstätten. Der Oberösterreichische Rundfunk und das Fernsehen übertrugen eine ganze Menge an Eindrücken und Aufführungen. Ein eigenes, vielumfassendes Programm auf der Aktionsbühne/Halle 18 stellte der „Tag Bayerischer Musikschulen“ am 9. Oktober dar, gleichzeitig als Messepartnerschaft konzipiert, mit zwölf Orchestern, Chören und Ensembles aus dem benachbarten Niederbayern (Volks- wie Klassische-Musik-Gruppen, das große Blasorchester „Dingolfinger Musikanten“).
Hier wünscht man sich und bewirbt durch den organisierenden Verband Bayerische Sing- und Musikschulen (VBSM), Dachverband Bayerischer u u Musikrat, einen größeren staatlichen Ausbau. Anwesend waren der Zweite VBSM-Vorsitzende Klaus Hatting, der Leiter der Musikschule Landkreis Passau, sowie Beisitzer Georg Schwimmbeck, Leiter der Städtischen Musikschule Dingolfing.
Immerhin hat ein Drittel der bayerischen Bevölkerung keinen Zugang zu öffentlichen Musikschulen, besonders in Niederbayern inklusive Bayerischem Wald, der Oberpfalz, Mittelfranken, dem nördlichen Oberbayern und Schwaben. Bund wie Land Oberösterreich sind dagegen in der grundmusikalischen Ausbildung ein großes Vorbild und mit Schulen reich strukturiert dank öffentlicher Förderung. Nach Herzenslust konnten sich junge wie ältere Besucher der „Music Austria“ an den Instrumenten vieler Erzeuger und großer Musikhäuser bedienen, die Objekte von Musik-Verlagen oder -Interessenverbänden begutachten, sich für musikalische Seminare oder Schulungen anmelden. Instrumentelle Neuerungen gab es in einigen Gattungen, zum Beispiel Bläsermundstücke aus Holz (Lignum-Tech/J. Würth, D-74379 Ingersheim), Geigenaufbau im Block (C-Violine/C. Kober, A-5310 Mondsee), ferner in der 250-Jahre-Klavierschau sowohl eine Nachfertigung eines Hammerflügels aus der Mozartzeit (Watzek/Wien) wie ein Konzertflügel mit Karbonfaser-Resonanzboden (Steingräber/Bayreuth).
Als größtes Fach-Ereignis im österreichisch-bayerischen Raum zeigte sich die viertägige Schau nicht nur als wichtige wirtschaftliche Plattform, sondern auch als musikpädagogische Schau und Bindeglied für häusliche wie berufliche Musikbetätigung.
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