Bilanz-Arena
Ein Artikel von Martin Hufner.
Die Zeiten gehen nicht nach Kunst und Bildung, sondern nach deren Vernichtung. Der sozialistische Alt-Ossi Richard Wagner wusste dies genau, als er auf die Barrikaden ging. Er verlangte eine Revolution, nicht eine popelige Reform. Nachdem er den „unentgeldlichen“ Zugang zum Theater forderte, mahnte er an: Die „Sache des Staates, oder mehr noch der betreffenden Gemeinde, müsste es aber sein, aus gesammelten Kräften die Künstler für ihre Leistungen im Ganzen, nicht im Einzelnen zu entschädigen. Wo die Kräfte hierzu nicht hinreichen, würde es für jetzt und für immer besser sein, ein Theater, welches nur als industrielle Unternehmung seinen Fortbestand finden könnte, gänzlich eingehen zu lassen…“.
Nicht enger schnallen, locker machen. Man braucht nicht mehr Kulturmanager, sondern mehr befreite, freie Kunst. Okay, geht nicht, will keiner, ist zu aufwendig, macht Arbeit – war ja nur so eine Idee; wie damals 1848, als man Theater und Kunst wollte und keine reine Bilanz-Arena.
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