Die Band funktioniert, so muss es sein
Leserbriefe zum Bericht Rolling Stones, Grönemeyer und Bruce Springsteen, nmz 7/8-03, S. 41
Man wundert sich ja schon, dass so ein Fachblatt überhaupt etwas über das Stones-Konzert in München berichtet, Neue Musik war ja gar nicht angekündigt. Aber es wurde ja eigentlich auch nicht über Musik berichtet sondern nur über alte Musiker und alte Besucher, wobei noch nicht ganz klar wurde, was eigentlich schlimmer ist.
Sie sollten dann doch lieber keinen Star-Reporter mehr auf solche Veranstaltungen strafverschicken. Und denken Sie bitte rechtzeitig daran, auch Ersatz für Herrn Geißler zu finden, der wirkt auch nicht mehr so taufrisch. Und darauf kommt’s doch an, gelle ?
Weiterhin noch ein Tipp: Bezahlen Sie doch Ihre jungen Mitarbeiter ordentlich, dann könnten die sich auch eine Uhr leisten und Sven Felchow hätte gemerkt, dass er 130 Minuten diesen Terror ertragen musste. Bei uns Alten aus dem Heim ist es ja ehrlich gesagt noch schlimmer, wir werden ja anscheinend schon jahrelang mit der Vergasung bedroht, wenn wir nicht hingehen, oder was hat die Anspielung auf Nervengas für eine Bedeutung?
Axel Schumacher, Berlin
Ganz große Musikkritik liest man in der Neuen Musikzeitung. Davon habe ich mich jetzt auch selbst überzeugen können. Was quält sich ein Wolfgang Doebeling vom Rolling Stone eigentlich damit, sein profundes Wissen und seine messerscharfen Analysen in Worte zu packen, wenn es doch so einfach geht wie beim Bericht einer Ihrer Mitarbeiter über das Konzert der Rolling Stones in München. Den Hinweis auf das Nervengas „Agent Orange“ hätte ich aber gerne noch einmal genauer erläutert. Zitat: „Als junger Mensch vermisste man schmerzlich „Mixed Emotions“ und fühlte sich beleidigt als Keith Richard – einem völlig verblödeten Vietnam-Veteran ähnelnd – zwei Songs („Slipping Away“ und „Happy“) in einer Gnadenlosigkeit herausrotzte, die das Nervengas „Agent Orange“ in ein völlig anderes Licht rückt.“
Thomas Bolte, via E-Mail
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