Die Petition zieht weitere Kreise
Die GEMA-Kritikerin Monika Bestle gründet „Interessengemeinschaft Kultur in Deutschland“
Ein Artikel von Juan Martin Koch.
Mit einer solchen Organisation im Rücken verspricht sich Monika Bestle, so ihre Äußerung gegenüber der nmz, eine stärkere Position im Zusammenhang mit der bevorstehenden Anhörung in Sachen GEMA vor dem Bundestag. Die Zielrichtung der IKID beschränke sich aber nicht auf die GEMA-Baustelle: „Es wird noch ein großes Stück Arbeit sein, unsere Politik davon zu überzeugen, dass Kultur ein wichtiges Gut für die Menschen ist und dass es die Aufgabe der Politik ist, sich den gravierenden Problemen zu stellen“, heißt es dazu allgemein in Bestles offenem Brief, in dem die Initiatorin außerdem schreibt:
„Um im Streitfall tätig werden zu können, müssen sie oder das einzelne Vereinsmitglied die Gerichte, mit oft sehr unbefriedigendem Erfolg, bemühen. Dies ist der gesetzlich vorgeschriebene Weg für eingetragene Vereine und Verbände! Aus diesem Grund möchte ich einen anderen Weg einschlagen und unser im Grundgesetz verankertes ‚Bürgerrecht‘ in Anspruch nehmen. Dieser Weg wurde bereits durch die Petition eingeschlagen, die sich direkt an die Regierung wendet und sie bittet, zu überprüfen, ob das Handeln der GEMA mit unseren Gesetzen vereinbar ist. Wenn dem so ist, sollten wir die Regierung bitten, zu überprüfen, ob unsere Gesetze noch unseren demokratischen Werten gerecht werden. Ein freier Zusammenschluss ist die einzige Möglichkeit, um unpolitisch politisch zu werden! […] Fangen wir klein an, indem wir den Finger in die ‚Wunde‘ GEMA legen und geben wir uns Raum, Visionen zu entwickeln für ein neues Denken im Land. Es gibt zahlreiche ‚Baustellen‘. Versuchen wir, ein kulturelles Bewusstsein zu schaffen, damit der Mensch mit seinen Bedürfnissen jenseits vom Kommerz wieder mehr in den Vordergrund gelangt. Schaffen wir neben der Möglichkeit, Probleme aufzuzeigen und zu beseitigen, eine Vernetzung Gleichgesinnter auf der Basis von Ehrlichkeit und Vertrauen. Unsere Gesellschaft ist reif für eine Veränderung!“
Es bleibt abzuwarten, ob der Impuls zur konzertierten Aktion, der sich im Fall der GEMA wohl hauptsächlich aufgrund des gemeinsamen Feindbildes so erfolgreich vervielfältigte, auch für einen solchen, im Moment noch recht vage definierten Zusammenschluss ausreicht.
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