Dünnfunk
Ein Artikel von Martin Hufner.
Angeblich erfüllen die Herrschaften nur einen sozusagen basisdemokratischen Auftrag, nämlich mehr Hörer zu erreichen, so wie Politiker mehr Wähler. Das Mittel der ersten Wahl ist natürlich Brot und Spiele, oder wie im Hörfunk seichte Musik (ja, aus Schwarz-Weiß wird wohl die HR1-Lounge) und Gelaber. Neu war allerdings, dass in Hessen eine Initiative „Rette dein Radio” mobil machte, unter ihnen Heiner Goebbels, Gert Scobel, Cora Stephan und die Gruppe Badesalz. Der Initiative wirft man aus der HR-Chefetage vor, das Radio zwanghaft in „Hochkultur” und „Dudelfunk” einzuteilen. „Diese Spaltung der Belegschaft wird nicht gelingen,” meinen Reitze und Sommer. Nein, denn sie ist schon vollstreckt nicht nur beim Hessischen Rundfunk sondern quer durch Deutschland. Theo Geißler startete seinen Artikel mit einem Text Bert Brechts: „Ein Mann, der etwas zu sagen hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen was zu sagen hat”. Doch wer redet heute eigentlich noch von Zuhörern. In den Augen der Entscheider sind es nur Durchhörer. Klappe halten, das graue Teil zwischen den Ohren auf Durchzug stellen und Gebühren zahlen, dafür ist das Quoten-Futter gut.
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