Einblicke in die Strukturen
Der „italienische Musik-Almanach“ ist neu erschienen
Ein Artikel von Eckart Rohlfs.
Was dem Deutschen Musikrat sein dreijährlicher Musik-Almanach, ist dem italienischen sein alle zwei Jahre neu aufgelegter Annuario, jetzt in der neunte Ausgabe präsentiert mit einem extra Registerband, konsultierbar auch über die Webseite www.cidim.it. Neben den zentralen und regionalen öffentlichen Institutionen bekommt man Einblick in die Struktur von Italiens Musikorganismus für Autoren, Interpreten und Pädagogen, für Theater, Orchester und das weitere Konzert- und Veranstaltungswesen. Hier findet man die Anlaufstelle für wenigstens 300 nationale und internationale Musikwettbewerbe, die Kontaktmöglichkeiten zu 700 Komponisten, 800 Dirigenten, 4.000 Instrumentalmusikern, 1.000 Vokalisten und etwa 2.500 Ensembles vom Duo bis Orchester. Also des Musikland Italiens ganze (klassische, also„ernste“) Interpretenwelt öffnet sich hier neben dem verzweigten Angeboten der elementaren bis zur Hochschul-Aus- und Weiterbildung, in Großstädten ebenso wie in abgelegensten Provinzorten. Dazu ein Blick auf einige hundert Festivals zwischen Aosta und Taormina, auf mindestens 1.500 wirtschaftliche Unternehmungen aus Produktion, Vertrieb, Service und Publicity, die Musik möglich machen und natürlich davon leben. Der Annuario mag helfen, Kontakte zu knüpfen zu über einem Dutzend Jugendorchester, zu 200 Spezialensembles für Alte oder Zeitgenössische Musik. Man entdeckt, dass die Tradition des Streichinstrumentenbaus nicht nur in Cremona zu Hause ist. Viele versteckte Archive, Forschungsstätten und Stiftungen laden ein zu erkunden, was sich hinter Culturale silencio, Sonologia und Musica verticale verbirgt. Was diese Edition gegenüber früheren Ausgaben nicht mehr bringt, ist ein kommentierender Textteil als Katechismus aller musikrelevanten Regularien und „Supports“ öffentlicher Hand.
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