Eine musikpolitische Kämpfernatur

Dr. Gerd Eicker zum 60. Geburtstag


(nmz) -

Wer ein Amt wie das des Vorsitzenden des Verbandes deutscher Musikschulen übernimmt, gewinnt zu seinem Hauptberuf einen zweiten hinzu. Gerd Eicker hat sich 1995 zu diesem Schritt entschlossen und führt seitdem einen der größten, bestorganisierten Verbände unter dem Dach des Deutschen Musikrates. Auch zuvor hatte er sich schon vielfach ehrenamtlich engagiert: als Vorstandsmitglied und langjähriger Vorsitzender im Baden-Württembergischen Landesverband, als Gründungsvorstand der Landesakademie Ochsenhausen, als Vorstandsmitglied auf Bundesebene im Verband deutscher Musikschulen seit 1990 und in vielen anderen Ämtern und Funktionen. Am 24. November feiert Gerd Eicker seinen 60. Geburtstag.

Ein Artikel von Reinhart von Gutzeit.

Eicker ist eine „musikpolitische Kämpfernatur“ – wichtig in einer Zeit, wo viele Musikschulen mit dem Rücken zur Wand stehen und einen Verteidigungskampf um dringend notwendige Ressourcen führen müssen. In dem Bewusstsein, dass unanfechtbare Qualität der Schulen und ihre Integration in ein musikpädagogisches Netz die wichtigsten Bestandsgaranten sind, hat Gerd Eicker in seiner bisherigen Amtszeit den Themen Qualitätsmanagement und Kooperation die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Die Modifizierung des Strukturplans gehört in diesen Zusammenhang ebenso wie die Qualitätssicherungs-Systeme QsM und EDuR oder die Neustrukturierung der berufsbegleitenden Lehrgänge „Leitung von Musikschulen“, die er im Rahmen der Bundesakademie Trossingen verantwortlich betreut. Die regelmäßigen Kontakte mit den Vertretern der allgemein bildenden Schulen sind ihm ein besonderes Anliegen – nicht nur aus „diplomatischen Gründen“, sondern aus bildungspolitischer Überzeugung. Er weiß, dass die Entwicklung zur Ganztagsschule eine Chance für die musikalische Bildung vieler Jugendlicher bedeuten kann, wenn Schule und Musikschule zur engen Zusammenarbeit bereit sind.

Keine Frage, dass sein Rat, seine Impulse und Ideen auch im Präsidium des Deutschen Musikrates und in der Europäischen Musikschul-Union gebraucht und geschätzt werden. „Von Hause aus“ ist Gerd Eicker, wie so viele Musikschulleiter, Schulmusiker. Neben der Musik studierte er Pädagogik, Philosophie und Germanistik und verband in seiner Dissertation im Bereich der Liedforschung die Leidenschaft für die Musik mit der Liebe zur Sprache.
Kann man als Leiter einer Musik- und Kunstschule, als musik- und kulturpolitischer „Multifunktionär“ noch aktiver Musiker und Musikpädagoge bleiben? Gerd Eicker versucht es konsequent mit sorgsamem Zeitmanagement. Von der Geige her kommend, mit den Erfahrungen als langjähriger Konzertmeister des Niederrheinischen Kammerorchesters, gibt er dirigierend sein Wissen und sein Engagement an die jungen Musiker weiter und betreut als künstlerischer Leiter seit vielen Jahren die „Winnender Schlossmusik“.

Einen herzlichen Glückwunsch dem erfolgreichen, gut erhaltenen 60er!

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