Eine runde Sache: Tonkünstlerverband Bamberg

Eine Bilanz zum fünfjährigen Bestehen


(nmz) -

Fünf Jahre ist es her, dass sich im Februar 2000 zwölf tatkräftige „Tonkünstler“ in Bamberg zusammenfanden mit dem Ziel, den Tonkünstlerverband Bamberg nicht neu zu erfinden, nein, sondern nach 28 Jahren Dornröschenschlaf wieder zu beleben.

Ein Artikel von Katja Pütz.

Hier nun ein Versuch zu beschreiben, was in den fünf Jahren musikalisch passiert ist: In einer kleinen Stadt wie Bamberg, die kulturell und insbesondere musikalisch ein derart vielfältiges Programm zu bieten hat, gehört ein Tonkünstlerverband natürlich mit zum „guten Ton“. Mit dieser Idee war auch schon 1952 der „Verband Bamberger Tonkünstler“ in die Öffentlichkeit getreten und konnte bis 1977 das musikalische Leben der Kleinstadt auch wesenhaft etwa durch den Hausmusik-Wettbewerb und verschiedenste Konzerte mitgestalten. Die Neugründung im Jahr 2000 hat sich den Schutz des Privatmusikwesens auf die Fahnen geschrieben. Damit unterstützt der Tonkünstlerverband Bamberg in seiner Region explizit und auf konkreter Ebene ein großes Anliegen des Landesverbandes Bayerischer Tonkünstler. Diese Unterstützung hat sich in den fünf Jahren seines Bestehens seit der Neugründung in der Organisation verschiedenster musikalischer Aktivitäten geäußert. Da sind zum einen zu nennen die Workshops zu primär musikalischen Themen wie „Verzierungen im Hochbarock“ mit der Barockoboistin Stefanie Haegele oder „Jazz-Piano“ mit Harald Hauck und zum anderen Workshops zu musikpädagogisch relevanten Themen wie „Feldenkrais für Musiker“ mit Hildegard Wind oder einem Workshop zum Thema „Meine Stimme im Unterricht“ mit Johanna Sander. Die Organisation von Schülervorspielen ist ein weiterer Zweig der Unterstützung des Privatmusiklehrertums. Im Zuge des Wettbewerbs um die „Kulturhauptstadt Europas“ ist es dem Tonkünstlerverband Bamberg gelungen, mehrere Kooperationsmodelle mit anderen kulturschaffenden Institutionen und Vereinen in Bamberg aufzubauen, was nicht zuletzt aus der Idee heraus geboren war, dass auf einem derart engen Territorium wie Bamberg Kultur nur miteinander, nicht gegeneinander sinnvoll zu erhalten und zu schaffen sei. Da das Feld der Konzerte in Bamberg bereits sehr gehaltvoll und erfolgreich von verschiedensten Bamberger Institutionen bestellt wird, hat der Tonkünstlerverband seinen Schwerpunkt auf musikpädagogisch relevante Themen verlegt. In Zusammenarbeit mit den „konzertierenden Organisationen“ versucht er gerade in einer Zeit, in der für kreatives Lernen immer weniger Raum bleibt, musikpädagogische Akzente zu setzen. Dafür stehe die im vergangenen Jahr äußerst erfolgreich angelaufene Reihe der „Familienkonzerte“.

Von außen betrachtet erscheint die Arbeit der Bamberger Tonkünstler vielleicht nicht sehr spektakulär, vor allem vor dem Hintergrund der Massen- und Megaveranstaltungen, an denen sich alles messen lassen muss. Mit seinen 40 Mitgliedern hat der Bamberger Verein auch nicht die Größe und das Gewicht, tonangebend für das Kulturleben der Stadt voranzuschreiten, in einer Zeit der kulturpolitischen Schnellschüsse aber wird die kontinuierliche und gründliche Arbeit an der Basis zunehmend wichtig sein. Und diese Aufgabe möchte der Tonkünstlerverband Bamberg e.V. auch in Zukunft wahrnehmen und ausbauen.

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