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Hochschule Nachrichten (2009/12)

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Neue Preisträgerinnen und ein bestätigtes Präsidium in Nürnberg - Ehrenpromotion für Ludwig Finscher - Tiago de Oliveira übernimmt Weimarer Stiftungsprofessur für Transcultural Music Studies - Stiftung der Hochschule für Musik und Theater Leipzig gegründet

Ausgezeichnete Pädagoginnen
Neue Preisträgerinnen und ein bestätigtes Präsidium in Nürnberg

Die Hochschule für Musik Nürnberg vergibt jährlich Musikpädagogische Preise für besondere Studienleistungen in der künstlerisch-pädagogischen Studienrichtung. Als beste Absolventinnen wurden im Rahmen des Aktionstages Musikalische Bildung am 19. November 2009 in der Kategorie I (Hauptfach oder Zusatzfach Klavier) Teresa Strobel (1. Preis, 1.500 Euro) und Maryna Dorf (2. Preis, 1.000 Euro) und in der Kategorie II (alle weiteren Fächer) Anne Hüttinger (Klarinette, 1. Preis, 1.500 Euro) und Sanya Myla Cotta (Violine, 2. Preis, 1.000 Euro) ausgezeichnet. Eine besondere Anerkennung (500 Euro) erhielt Viola Wenk (EMP/Klarinette).

Seit dem 20. November hat die Hochschule für Musik Nürnberg ein gewähltes Präsidium: nmz-Redakteurin Prof. Dr. Renate Reitinger (Musikpädagogik) und Alfons Brandl (Chor- und Ensembleleitung), die bisher kommissarisch tätig waren, wurden vom Hochschulrat mit überwältigender Mehrheit in das Amt der Vizepräsidentin und des Vizepräsidenten gewählt. Zusammen mit Prof. Martin Ullrich, der seit 1. Oktober das Amt des Präsidenten innehat, werden sie nun vor allem die anstehenden gro-ßen Umbaumaßnahmen der Hochschulgebäude sowie die Reform der bisherigen Diplomstudiengänge ins Werk setzen.
www.hfm-nuernberg.de

Ehrenpromotion für Ludwig Finscher

Prof. Ludwig Finscher wurde am 9. November 2009 in einem feierlichen Festakt die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät I der Universität des Saarlandes verliehen. Er erhielt diese akademische Auszeichnung als einer der international renommiertesten Musikwissenschaftler unserer Zeit.

Finscher war Präsident der deutschen Gesellschaft für Musikforschung und der Internationalen Gesellschaft für Musikwissenschaft. Er ist Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern der Bundesrepublik Deutschland sowie Mitglied des Ordens „Pour le mérite“. 2006 erhielt er aus der Hand des italienischen Staatspräsidenten den mit einer Million Schweizer Franken dotierten Premio Balzan. Finscher ist auch einem breiteren Publikum als Herausgeber der Neuausgabe der Enzyklopädie „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ bekannt.

Nach dem Grußwort des Universitätspräsidenten Prof. Volker Linneweber hielt der Leiter des Instituts für Musikwissenschaft, Prof. Rainer Kleinertz, die Laudatio auf den Jubilar. Er gewährte Einblicke in die bahnbrechenden „Studien zur Geschichte des Streichquartetts“, mit denen Finscher sich 1967 in Saarbrücken habilitierte. Umrahmt wurde der Festakt vom Streichquartett der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern mit Werken Joseph Haydns. Der sich anschließende Empfang bot vielen seiner Fachkollegen, Weggefährten und ehemaligen Studierenden Gelegenheit zum angeregten Austausch mit Prof. Finscher.

Werkzeuge für die Musiksuche entwickeln
Tiago de Oliveira übernimmt Weimarer Stiftungsprofessur für Transcultural Music Studies

Der Musikethnologe Prof. Dr. Tiago de Oliveira übernimmt eine Stiftungsprofessur für Transcultural Music Studies an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Mit der Einrichtung durch die Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung erhält das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena gleichzeitig mit der Einrichtung des Forschungsschwerpunktes „Geschichte des Jazz und der populären Musik“ – im Rahmen der Exzellenzinitiative des Freistaats Thüringen – ein zusätzliches Profil.

Erstes konkretes Ergebnis der neuen Professur ist die Ausrichtung eines internationalen Workshops zum Thema „Automatische Klassifikation von Musik“, der vom 11. bis 13. November 2009 erstmals an der Hochschule stattfand.

Ziel der intensiven Fachgespräche war es, der Thüringer Forschung an der Schnittstelle von Informationstechnologie und Musikwissenschaft eine international führende Position zu verschaffen.

Aus dieser Kooperation, die auch das Internationale Archiv für Jazz und populäre Musik (L+R-Musikarchiv) in Eisenach mit einbezieht, sollen eine zuverlässige Methode für die automatische Musikklassifizierung sowie neue nutzerfreundliche Werkzeuge für die Suche und das Auffinden von Musik aus der ganzen Welt – basierend auf Audio-Analyse in digitalen Klangdatenbanken – entwickelt werden.

Die potenzielle Anwendung ist vielfältig: Sie reicht von der wissenschaftlichen Erschließung von Musik in ihren kulturübergreifenden Merkmalen über den Einsatz in Musikarchiven, Rundfunk und im Musikunterricht bis hin zu privater Musiknutzung in Computer und Handy.
www.hfm-weimar.de

Ein Kreis schließt sich
Stiftung der Hochschule für Musik und Theater Leipzig gegründet

Mit einem öffentlichen Festakt wurde am 4. November, dem Todestag von Hochschulnamenspatron Felix Mendelssohn Bartholdy, die „Stiftung der Hochschule für Musik und Theater Leipzig“ ins Leben gerufen. Als deren Präsidenten konnten die Schauspielerin Nadja Uhl und der Dirigent Fabio Luisi gewonnen werden.

Als Gründungsstifter beteiligten sich neben dem Freundeskreis der Hochschule, der zugleich Träger der Stiftung ist, die Unternehmen Verbundnetz Gas AG, Aengevelt Immobilien GmbH & Co. KG Düsseldorf, Leipziger Stadtbau AG und die Stiftung 100 Jahre Yamaha e.V.
Mit der Stiftungsgründung schließt sich für die Hochschule ein historischer Bogen: Als Mendelssohn 1843 das damalige „Conservatorium der Musik“ ins Leben rief, spielte privates Stiftungskapital eine Rolle. Denn 1839 hinterließ Oberhofgerichtsrat Heinrich Blümner dem König Friedrich August II. eine Summe von 20.000 Talern zur Förderung eines Instituts für Kunst oder Wissenschaft. Mendelssohn gelang es, den Monarchen für die Schaffung eines Conservatoriums der Musik – dem damals ersten in Deutschland – zu gewinnen.

Nach der Unterstützung von Lehre und Studium durch private Stiftungen auch während der folgenden 100 Jahre bedeutete die Zeit des NS-Regimes einen dramatischen Einschnitt für die Hochschule: Durch den Krieg wurden wichtige Gebäude, Instrumente und andere Bestände zerstört. Auch fand die vormalige Art der privaten Förderung dort ebenso wenig Platz wie im späteren Staatssystem der DDR.

Als 1991 der Neubau des Großen Saals der Hochschule eingeweiht werden konnte, war wieder bürgerliches Engagement ausschlaggebend: Der Freundeskreis der HMT brachte damals eine Summe von einer Million DM auf, die als Voraussetzung für eine Baufinanzierung durch den Freistaat Sachsen galt.

Für die Sicherung von Lehre und Studium muss sie heute erneut mit einem unabhängigen Vermögen ausgestattet werden, um Stipendien, Stiftungsprofessuren und Stiftungslehraufträge zu finanzieren. Als kapitaler Grundstock steht dafür jetzt ein Vermögen von 100.000 Euro zur Verfügung.

Neuer Ehrendoktor der Leipziger Musikhochschule ist der Komponist Klaus Huber. Die Verleihung fand am 20. November im Rahmen des Symposiums „Musik und Gegenwart“ statt. www.hmt-leipzig.de

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