Lisztiger Tastenzauber und Lust am Lernen
Fortbildungskurse des Bayerischen Tonkünstlerverbandes
Ein Artikel von Andrea Fink.
Mit seinem pädagogischen Credo und seiner virtuosen Brillanz begeisterte Ingolf Turban seine zwölf jungen und jugendlichen aktiven Geiger mit seinem Workshop Violine in der Hochschule für Musik und Theater in München. Die Warteliste der Anmeldungen war lang, weitaus mehr Teilnehmer wollten aktiv am Kursgeschehen teilhaben. Den musikalischen Genuss erlebten nicht nur die Kursteilnehmer, sondern auch zahlreiche Besucher der München-Premiere „Die Turbans in Concert“. Fazit: nächster Workshop mit dem begnadeten Geiger im Februar 2012.
Bereits zwei Wochen später gastierte Prof. Michael Wessel mit dem Klavierkurs „Die Kunst des Übens“, ebenfalls in der Hochschule für Musik und Theater in München. Wessel hat das Thema in seinem umfangreichen Buch „Die Kunst des Übens“ aufgegriffen und gründlich erörtert. „Üben“ ist laut Wessel das Erarbeiten von Werken und somit nicht vom Interpretieren zu trennen. Mitglieder und zahlreiche Musikpädagogen fanden sich ein, um Praxis und Technik der „Kunst des Übens“ am Beispiel kennenzulernen und gemeinsam mit den aktiven Teilnehmern, überwiegend Studenten, zu erleben.
Auch nach 25 Jahren sind die jährlich in der Faschingswoche stattfindenden Kammermusik-Meisterkurse in der Musikakademie Hammelburg beliebter denn je. Bereits vier Wochen vor Anmeldeschluss zeichnete sich ab, dass wir die Kurse mit „Ausverkauft“ kennzeichnen dürfen und logistische Höchstleistungen für die Unterbringung in der Akademie erforderlich waren. Meisterliches Klavier mit Alfredo Perl, virtuoses Violoncello mit Guido Schiefen, einfühlsame Geigentöne mit Sonja Korkeala und südamerikanische Gitarrenklänge mit Andreas von Wangenheim begleiteten insgesamt 43 Teilnehmer in dieser Woche. Ziel dieser Kurse ist es, einerseits den persönlichen Meisterkurs beim jeweiligen Dozenten zu erleben, andererseits gemeinsam zu musizieren und Kammermusikwerke einzustudieren. Bereits zu Kursbeginn begeisterte das Dozentenkonzert die Zuhörer mit einem Klangreigen aus Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich. Mit dem Werk „Miroirs“ von Joseph-Maurice Ravel interpretierte Alfredo Perl die kleinen, ganz unterschiedlich gearteten Miniaturen mit höchster musikalischer Vielseitigkeit, präzise und farbenprächtig. Mit dem Terzetto für Violine, Gitarre und Violoncello von Niccolò Paganini schloss sich der Kreis zur Romantik und zu Franz Liszt, der in seiner Jugend von Paganini verzaubert wurde und dessen Leben eine große Wirkung auf ihn hinterließ. Zum Kursende stellten die Dozenten ein vielfältiges und spritziges Programm für die Teilnehmerkonzerte zusammen. Eine Woche gemeinsames Üben, Zeit miteinander und Zeit für sich und sein Instrument, so das Resümee der Teilnehmer des Kurses, und hoffentlich bald wieder – Kammermusik-Frei-Zeit in einer wunderbaren Atmosphäre. Ausblick auf 2012: Kurserweiterung ist vorgesehen!
So blicken wir voller Zuversicht in die zweite Jahreshälfte, in der uns bekannte und neue Gesichter begegnen, die unser Kursprogramm ergänzen und neu beleben. So macht Fortbildung allen Spaß – wir freuen uns darauf!
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