Marke Musikrat
Ein Artikel von Martin Hufner.
Man findet zwar das typische musikalische Inventar wieder, aber in welch hintergründiger Symbolik: Zwei Kreuze, die hinter einem Violinschlüssel fis und cis bedeuten könnten, was auf D-Dur oder h-Moll schließen lassen könnte. Die Tonart D-Dur galt einmal als „von Natur aus etwas scharff und eigensinnig, und zum Lärmen, lustigen, kriegerischen und aufmunternden Sachen wohl am allerbequemsten…“. Wenn das mal nicht ein gutes Omen ist: Ja, so möge der Deutsche Musikrat sein, eigensinnig, lärmend, aufmunternd. Das h-Moll findet man als Tonart dagegen in Schuberts sogenannter „Unvollendeter“ oder Tschaikowskys 6. Sinfonie, die den Beinamen „Pathetique“ trägt. Auch dies symbolträchtig: Leidenschaft im Umgang mit dem Musikleben fordernd und als ein prinzipiell unvollendbares Projekt anzusehen. Die Spiegelungen einer Note und des Bass-Schlüssels mag an reflektierendes Arbeiten denken lassen, auch auf kleinste Differenzen zu achten (punktierte Achtel). Dass die Noten außerhalb der Notenlinien stehen, mahnt an, auch an die Musik jenseits der Systeme zu denken. Den sehr diffusen Hintergrund muss man lange anschauen: Aber, es könnten die Schatten von Werkzeugen einer Notenstecherei sein und damit auf die große Geschichte des musikalischen Handwerks hinweisen, das langsam schwindet in der digitalen Welt aus Bits und Bytes. Noch ist die Marke erhältlich, heben Sie sie sich auf und erinnern sie gegebenenfalls in Briefen an den Deutschen Musikrat durch dieses Meisterwerk des Anspruchs an eben diesen.
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