Resozialisation
Ein Artikel von Martin Hufner.
Der Inhalt des Textes, der dann folgt, kann kaum noch besser werden. Aber besonders schlimm ist die ganz unglückliche Aufrechnung: „Das Ziel, jeder Bürgerin und jedem Bürger kulturelle Teilhabe unabhängig seiner sozialen und ethnischen Herkunft zu ermöglichen, darf nicht dazu führen, dass sich Kreativität nicht mehr lohnt.“ Leute, wo ist denn da der Zusammenhang, den man unterstellt? Und selbst wenn es dazu führen würde, wie wäre es, dann das Metier zu wechseln. Niemand wird gezwungen, kreativ zu sein, aber so klingt es. Wer hat denn überhaupt festgelegt, dass Kreativität sich lohnen müsse. „Arbeit muss sich wieder lohnen“, schrie es vor kurzem der Westerwelle vom Plakat. Und der war wohl auch Vater des Gedankens, wenn es nicht sowieso der Gorny Dieter war. Der liebt nämlich die runden Tische, die man sich vom Deutschen Musikrat zu diesem Thema wünscht, natürlich mit dem notorischen Neumann als Strohmann obendrauf. Einen Schreibtisch in der Schule wünscht man denen, die diese Resolution verabschiedet haben, mit etwas Literatur drauf meinetwegen zum Nachsitzen. Alternativ dürfte auch ein Häkelkurs nicht unter 34 Wochen genügen – der Deutsche Musikrat braucht eher eine Resozialisation als eine weitere Resolution.
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