Ruttkamp und Steinhäuser treffen Markus Stenz
Komponistenworkshop von Gürzenich-Orchester und Landesmusikrat
Mit außerordentlicher Professionalität ging das Orchester den Workshop an und vermittelte gleich zu Beginn in einem Durchlauf das „Nachtlicht“ in einer ungemein plastischen Tonsprache. Komponist und Initiatoren des Workshops waren beglückt und es begann die Detailarbeit.
Die förderte manche Kritik aus den Musikerreihen zu Tage: Eine zentrale, ständig wiederholte Figur der Violinen ließ sich nicht mit einem Bogenstrich nehmen und setzte einem geforderten Accelerando enge Grenzen.
Schlagzeuger konnten ihr eigenes Tun nicht hören, weil eine Weisung, Klänge mit dem Bogen am Perkussionsinstrument zu erzeugen, diese im Orchester untergehen ließ.
Steinhäusers „wandernde Wege“ schätzte Stenz als so arbeitsintensiv ein, dass er sich nach der Durchlaufprobe nur einen Ausschnitt vornahm, an dem er Eigenschaften des Werks exemplarisch erarbeitete. Steinhäuser setzt in vielen Partien auf das Obertonspektrum und komponiert Teile der Obertonreihe beispielsweise eines stehenden Klangs der Violoncelli in die anderen Orchesterinstrumente hinein. So einfach dies klingt, so schwer sind die beabsichtigten Klangeffekte zuweilen zu realisieren.
Seitens der „Arbeitsgemeinschaft Musik in Beruf, Medien und Wirtschaft“ des Landesmusikrats NRW hatten deren Vorsitzende Peter Tonger und André Sebald (Stellvertreter) den Workshop initiiert. Die Jury bestand neben diesen beiden aus Manfred Trojahn, Hans Lüdemann, Frank Hilberg und Markus Stenz. Der Generalmusikdirektor zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis und regte eine Wiederholung für Anfang 2010 an.
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