Stimmschäden rechtzeitig vorbeugen

Ein neuer Ratgeber für Sänger und Pädagogen


(nmz) -

Oft ist es persönliche Betroffenheit, die zur Auseinandersetzung mit einem Thema führt. So auch hier: die Autorin, konfrontiert mit der Erkrankung der eigenen Stimme und selbst Gesangslehrerin und Stimmbildnerin, sah sich veranlasst, sich ausführlicher mit der Gesundung und Gesunderhaltung des Stimmorgans zu beschäftigen. Das führte schließlich zu dem Anliegen, das dabei erworbene Wissen und die eigene Erfahrung weiterzugeben. Denn wer sich professionell mit der Singstimme beschäftigt, sollte frühzeitig Stimmstörungen erkennen können. Dieses Bewusstsein möchte die Autorin wecken.

Ein Artikel von Beate Rohlfs.

Einführend erörtert sie die  Basisfunktionen der Stimme, den fließenden Übergang von der  Sprechstimme zur Singstimme, vom  Laien zum  Berufssänger und findet Kriterien für eine „gesunde Stimme“. Sie hat recht: aus Mängeln in der Gesangstechnik kann allzu leicht eine funktionelle Stimmstörung entstehen, die möglicherweise sekundär organische Folgen nach sich zieht. So sollte eine Gesangslehrperson zu Beginn jeder Arbeit mit einem Sänger anhand einer „check-up-Liste“ durch Gespräch und Höreindruck Hinweise auf eine mögliche Stimmstörung ausschließen. Auf diese Weise vermag das Buch Lehrenden wie Übenden zu helfen, sich die nötigen Kenntnisse anzueignen, um Stimmschäden und Stimmstörungen vorbeugen zu können.

Der Hauptteil des Buches besteht aus praktischen Übungen, thematisch sortiert nach den Teilbereichen des Gesangsunterrichts wie Tonus und Körperhaltung, Resonanz, Stimmbandschluss, Stimmeinsatz, Atmung und Artikulation. Die Übungen haben schwerpunktmäßig das Ziel, die Eigenwahrnehmung des Sängers zu schulen und Stimme und Körper täglich „dort abzuholen, wo sie sind“. Dafür findet der Pädagoge hier die notwendigen Hinweise und Beobachtungsaufgaben, ergänzt um die zugrunde liegenden anatomischen Zusammenhänge und physiologischen Abläufe. Ein weiteres Kapitel gibt – für Nichtmediziner gut verständlich – einen Überblick über Nomenklatur und Symptomatik von Stimmstörungen aus medizinischer Sicht sowie deren Behandlungsformen.

Dazu erhält man Tipps für stimmhygienische Maßnahmen, die jeder Profi-Sprecher- und Sänger kennen sollte. Eine ausführliche Bibliographie und eine Übungsübersicht schließen das Buch ab. Als Logopädin mit dem Schwerpunkt Stimmtherapie begrüße ich dieses Kompendium deshalb, weil es für Sänger und Gesangspädagogen wichtige fachspezifische und medizinisch fundierte Inhalte zur Gesunderhaltung der Stimme bereitstellt und Stimmtherapeuten gesangspädagogisches Basiswissen vermitteln kann.

Beschriebene Rezensionsobjekte: 

Die gesunde Stimme

  • Julia Schiwowa
  • Nepomuk Verlag
  • 148 S.
  • ISBN 978-3-907117-22-4
  • 15,90 Euro
  • Ein umfassender Ratgeber zur Gesunderhaltung der Stimme und zum Umgang mit Stimmstörungen. Mit vielen Übungen. (Musikpädagogische Schriftenreihe, MN 721)
     

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