Verankerung in der Bildungslandschaft

Aus der Arbeit des Bundesvorstandes: Kooperation Musikschule – allgemein bildende Schule


(nmz) -

Bereits auf dem diesjährigen Musikschulkongress in Hannover „Musikschule mit Vergnügen“ konnte inmitten reichhaltiger Angebote von Arbeitsgruppen, Festveranstaltungen und Konzerten das derzeitige Schwerpunktthema des VdM für die kommenden Jahre nicht überhört werden: „Öffentliche Musikschulen sind Teil des deutschen Bildungssystems“.

Ein Artikel von Angelika Lutz-Fischer.

Ausgabe: 
9/03 - 52. Jahrgang

So lautete die Vorgabe zur Plenumsdiskussion in Hannover, so lautet der Titel eines Positionspapiers des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) über sein Postulat, die öffentlichen Musikschulen in der gesamtdeutschen Bildungslandschaft zu verankern, gemeinsam mit der allgemein bildenden Schule ein angemessenes Angebot für eine allgemeine Musikalisierung und für eigenes Musizieren zu machen.
In Anbetracht einer sich drastisch ändernden Schullandschaft mit schulischen Ganztagsangeboten und der aufgrund der Ergebnisse der PISA-Studie dringend notwendigen Diskussionen über Inhalte und Strukturen des deutschen Bildungssystems zieht der VdM die kultur- und bildungspolitische Folgerung, „Kindern und Jugendlichen so früh wie möglich Gelegenheit zu kontinuierlicher institutionalisierter Förderung durch Musik zu geben. Dazu brauchen wir in weitaus stärkerem Maße als bisher kreative Allianzen zwischen allgemein bildenden Schulen und Musikschulen. […] Die öffentliche Musikschule mit eigenständigem Profil gehört als selbstverständliche Kooperationspartnerin in der weiteren Bildungsplanung dazu.“

So versteht sich der im vergangenen September neu gewählte Bundesvorstand des VdM als Strategiekommission für das Thema „Musikschule im öffentlichen Bildungssystem“.
Diese Strategiekommission hat eine Kampagne entwickelt, die auf kommunal-, landes- und bundespolitischer Ebene möglichst viele Partner des poltischen, kulturellen und pädagogischen Lebens mit einbinden will in das Engagement wider die zunehmende musikalische Verarmung in Familien und Kindergärten, wider die teils dramatische Reduzierung des schulischen Musikunterrichts, für eine umfassende kreative Schul- und Persönlichkeitsbildung unserer Kinder und Jugendlichen.

Eine Gesamtaktion „Musikalische Bildung“ aller Musikverbände im Deutschen Musikrat, Kontakte zu den Kommunalen Spitzenverbänden, eine Initiative im Kulturausschuss des Deutschen Bundestags, Positionierung in der Kulturstiftung der Länder mittels einer großen Publikation mit hohem Verbreitungsgrad zum Thema Musikschule – allgemein bildende Schule werden angestrebt.

Natürlich impliziert dies eine akkurate detaillierte Vorarbeit, zum Beispiel durch umfassende Sammlung der Länderrichtlinien zur Ganztagsschule und der diesbezüglichen Erfahrungen außerhalb Deutschlands in den europäischen Nachbarländern in Zusammenarbeit mit der EMU. Vernetzung aller Aktivitäten zu diesem Thema, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungskonzepte auf Bundesebene und gemeinsame Fortbildungen des VdM mit dem vds sollen zur Entwicklung eines auf die jeweiligen schulischen Systeme der einzelnen Bundesländer übertragbaren Kooperationskonzepts von öffentlicher Musikschule mit allgemein bildender Schule führen.

Auch das Herbstsymposion des VdM, zu dem namhafte politische Entscheidungsträger der Länder geladen sind, dient dazu, gemeinsam mit einer eigens dafür eingerichteten Projektgruppe des Bundesverbandes dieses Kooperationskonzept zu entwickeln und voranzutreiben, das schließlich in die Entscheidungsebene der Kultusministerkonferenz Eingang finden soll. Denn Grundvoraussetzung für die gelingende angestrebte Kooperation ist die Schaffung der dafür notwendigen Rahmenbedingungen durch die politisch Verantwortlichen.
Eine große arbeitsintensive Aufgabe für die Mitglieder des neuen Bundesvorstandes. Sie fordert jeden daran Beteiligten, sie ist sinnvoll und nötiger denn je, denn – so Bundespräsident Rau: „…da geht es auch um die kulturelle Zukunftsfähigkeit unseres Landes. (…) Die Musikerziehung in Deutschland muss – auch in Zeiten knapper Kassen – einen hohen Stellenwert behalten und sie muss ihn zurückgewinnen, wo sie ihn verloren hat.“
Bundespräsident Johannes Rau lässt seinen Worten Taten folgen in Form eines von ihm veranstalteten Projekttages „Musik für Kinder“ am 9. September in Berlin, bei dem viele Beiträge durch den VdM eingebracht, respektive durch den VdM initiiert wurden.

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