Völlig losgelöst vom Mainstream
Das Bebersee Festival 2003 – Ein großer Erfolg und künstlerischer Glanzpunkt!
Ein Artikel von Martin Albrecht-Hohmaier.
Die Leitung des Festivals obliegt dem aus der Nähe von Stuttgart stammenden, in Berlin an der HdK ausgebildeten und international sehr erfolgreichen Pianisten Markus Groh sowie Monika Treutwein und Hans-Christoph Mauruschat. Zu den Solisten zählten so prominente – einerseits international erfahrene, andererseits dem höchst vielversprechenden Nachwuchs zuzurechnende – Künstler wie Tanja Becker-Bender, Adrian Brendel, Aline Champion, Florian Donderer, Mojca Erdmann, Håvard Gimse, Viviane Hagner, Stefan de Leval Jezierski, Aleksandar Madzar, Michael Nündel, Paul Rivinius, Wolfgang E. Schmidt, Arabella Steinbacher, Wilfried Strehle, Tanja Tetzlaff und Knut Weber.
Das Eröffnungskonzert am 26. Juli stand unter dem Titel „Französische Impressionen“, gespielt wurden Werke von Ravel, Debussy und César Franck. Das dritte Konzert unter dem Titel „Very british“ gab Einblicke in seltener zu hörende Werke von Roger Quilter, Elgar, Britten sowie Birtwistle und wurde von DeutschlandRadio aufgezeichnet. Im Programm „deutsche Romantik“ am 31. Juli waren es Aline Champion, Adrian Brendel und Aleksandar Madzar, die mit ihrer überaus feinsinnigen Interpretation von Mendelssohns zweitem Klaviertrio opus 66 zum Höhepunkt des Abends wurden.
Vor dem letzten Konzert, das in dessen 175. Todesjahr allein Werken Schuberts gewidmet war, bescherten in dem wiederum sehr reizvollen ungarischen Programm „Liszt plus …“ die kurzfristig eingesprungene Arabella Steinbacher und Wolgang E. Schmidt mit ihrem perfekten, geradezu symbiotischen Zusammenspiel bei Kodálys Duo für Violine und Violoncello op. 7 dem Auditorium eine musikalische Sternstunde. Im Anschluss an dieses akustische Feuerwerk gelang es Adrian Brendel vier überwiegend auf einfachstem Material beruhende Stücke aus Kurtágs Work in progress „Signs, Games and Messages“ mit ausdrucksstarkem Gestus in einer überaus konzentrierten Interpretation den gespannt lauschenden Zuhörern näher zu bringen.
Der große Erfolg dieses Festivals liegt in seiner Konzeption. Ein vom Mainstream erfreulich unabhängiges Programm wird von hervorragenden, vorwiegend jungen Künstlern gespielt, die – zusammen mit der Leitung des Festivals im nahe gelegenen Hotel Döllnsee untergebracht – mit bester Spiellaune und in der Spannung zwischen Relikten des Kalten Krieges und idyllischer Natur der Schorfheide Kammermusik mit viel Freude zelebrieren.
Martin Albrecht-Hohmaier
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