Whitney Houston: It’s not right, but it’s okay


(nmz) -
Ein Artikel von Stefan Raulf.

Ausgabe: 
5/99 - 48. Jahrgang

Gerade schien sie schon über Allerwelts-Balladen nicht mehr hinaus zu kommen, da überrascht die Soul-Diva mit einer uptempo-Single, bei der vor allem die Gestaltung des Beats eine gewisse Raffinesse der Produzenten spüren läßt. Ein vertrackt arrangierter, Marimbaphon-ähnlicher Sound bildet das Grundmuster. Das hält an den zwei Akkorden fest, reichert sich aber nach der ersten Strophe mit einen üppigen Arsenal aus vor allem perkussiven Ornamenten an, im reizvollen Kontrast zum Wechselgesang von Frau Houston mit dem Backgroundchor im Refrain. Das Schöne (und eigentlich Houston-untypische) daran ist, daß das akustische Gesamtbild sich nicht zum Kitsch-Bombast aufbläht, sondern recht trocken und nah am Ohr bleibt. Das Schreckliche daran ist das Video, das das brave Image von Whitney Houston mit etwas verruchtem Schwarzlack-Design aufpeppen will. Da ist sie sichtlich im falschen Film gelandet.

Mr. Oizo: Flat Beat

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Vor einem halben Jahr noch diskutierte man in der Welt der Werber und Popverkäufer, wie es diese eine „gute alte“ Jeans-Firma wohl schaffen würde, ihre Marke wieder in der „Szene“ zu etablieren. Nun wissen sie’s: mit einer Figur aus der Muppets-Werkstatt, dem französischen Pop-Stylisten Quentin Dupieux alias Flat Eric und einem Werbespot, der den Namen der Firma gar nicht nennt. Aber die „Kommunikationsindustrie“ funktionierte, das Label verankerte sich sozusagen hintenrum, und das Knuddeltier bekam sein eigenes Video (und darin sogar sein eigenes Büro samt Sekretärin). Die Musik selbst klingt erst einmal so, wie der Track heißt: flach. Doch Dupieux schien zu wissen, daß so ein dünnes rauhes House-Etwas zur rechten Zeit durchaus seinen Reiz hat. Ähnliches passierte im deutschen Schlager, als „Da Da Da“ von Trio mit so einer reduzierten Pop-Ästhetik Erfolg hatte.

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