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Darmstadt

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Im Gleichgewicht von Distanz und Toleranz
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Darmstadt schmückt sich seit einigen Jahren mit dem offiziellen Beinamen einer „Wissenschaftsstadt“. Es könnte scheinen, als gerate damit der alte Slogan „In Darmstadt leben die Künste“ ins Hintertreffen, doch warum sollten sich Kunst und Wissenschaft nicht gegenseitig befruchten? Das läge nah bei einer Stadt von überschaubarer Größe – die Einwohnerzahl liegt unter 140.000 –, in der es neben Technischer Universität und Fachhochschule ein Staatstheater, eine Tonkunstakademie und eine Reihe künstlerisch orientierter Museen und Institute gibt.

Zum Musikleben in Darmstadt ·Ein Zwischenbericht von Klaus Trapp Darmstadt schmückt sich seit einigen Jahren mit dem offiziellen Beinamen einer „Wissenschaftsstadt“. Es könnte scheinen, als gerate damit der alte Slogan „In Darmstadt leben die Künste“ ins Hintertreffen, doch warum sollten sich Kunst und Wissenschaft nicht gegenseitig befruchten? Das läge nah bei einer Stadt von überschaubarer Größe – die Einwohnerzahl liegt unter 140.000 –, in der es neben Technischer Universität und Fachhochschule ein Staatstheater, eine Tonkunstakademie und eine Reihe künstlerisch orientierter Museen und Institute gibt.Kunst in literarischer, bildnerischer und musikalischer Ausprägung hat Tradition in Darmstadt, erinnert sei nur – das 20. Jahrhundert im Blick – an die „Schule der Weisheit“ des Grafen Keyserling oder den Kreis der „Dachstube“ um Kasimir Edschmid und Carlo Mierendorff, an den „Darmstädter“ Jugendstil, der auf der Mathildenhöhe bleibende Gestalt gefunden hat oder an die „Kranichsteiner Ferienkurse“ für Neue Musik, die im heutigen Internationalen Musikinstitut weiterleben. So prägten vielfältige künstlerische Impulse den Ruf einer Stadt, die sich, nur wenige Kilometer von der Metropole Frankfurt entfernt, am Tor zu Bergstraße und Odenwald gelegen, ihr Eigenleben bewahrt hat. Das Musikleben bietet hier weit mehr als künstlerischen Ausdruck der „Provinz“. Doch auch Darmstadt kommt nicht daran vorbei, dass das „Leben der Künste“ immer wieder an finanzielle Schranken stößt. Gut nur, dass sich Initiativen, auch und gerade privater Art, entfaltet haben, die das böse Wort vom „Sterben der Künste“ Lügen strafen.

Wo lebt Musik in Darmstadt? Geht man dieser Frage im wörtlichen Sinn nach, durchstreift man die Stadt auf der Suche nach den Räumen, in denen Musik zu erleben ist, dann fällt eines auf: Tradition und Fortschritt, Geschichte und Gegenwart liegen besonders dicht beieinander, durchdringen sich auf vielfältige Weise. Die historischen Gebäude, soweit sie nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges restauriert wurden, künden einerseits von musikalischen Entwicklungen der Vergangenheit, andererseits dienen sie dem Musikleben heute in oft ganz anderer Form. Die Musik als Zeitkunst ist der Binsenweisheit, dass die „Zeit nicht stehen bleibt“, ja in besonderem Maß unterworfen. Das Schloss im Zentrum der Stadt, in dem die Landgrafen, später Großherzöge von Hessen residierten, dient heute der Musik vor allem im archivarischen Sinn. Die Landesbibliothek bewahrt viele Handschriften der Komponisten auf, die einst das Darmstädter Musikleben prägten, wie Wolfgang Carl Briegel, Christoph Graupner oder Arnold Mendelssohn. Klingende Musik erlebt man dort noch in kammermusikalischer Form im modern gestalteten Vortragssaal – und vom wiedererstandenen Glockenspiel im Schlossturm. Der französische Baumeister Remy de la Fosse, der das Schloss 1717 plante, entwarf auch die Orangerie, die ihre „große“ Zeit in den Nachkriegsjahren hatte, als sie – bis 1972 – das Landestheater beherbergte. Im Provisorium begegnete man der Raumnot mit künstlerischer Fantasie. Das „Sellner-Theater“ der Jahre von 1951 bis 1961 gab neben dem Schauspiel auch der Oper eigene Impulse. Die Orangerie präsentiert sich heute, innen neu hergerichtet, als stilvoller kleiner Konzertsaal. Das alte Großherzogliche Hoftheater, 1819 von Georg Moller geschaffen, wurde als Staatsarchiv wieder aufgebaut. Nur zwei kleine Säle dienen dort noch der Musik, eine Zwitterlösung, die von vielen bedauert wird. Das 1971 eröffnete neue Staatstheater hat in seinen beiden Häusern nebst einer Werkstattbühne Raum für Oper, Sinfonie- und Kammerkonzerte – und natürlich für Schauspiel und Tanztheater. Nach dreißig Jahren steht in den nächsten Jahren eine gründliche, aufwändige Überholung an; noch weiß man nicht, unter welchen Umständen sich dieser einschneidende Prozess abspielen wird.

Das über 400 Jahre alte Jagdschloss Kranichstein, in den Wäldern nordöstlich Darmstadts gelegen, ist ein weiterer Beweis für das widersprüchliche Wechselspiel von Zeit und Raum. 1946 traf sich im historischen Gemäuer die Avantgarde der Neuen Musik. Wolfgang Steinecke hatte die „Kranichsteiner Ferienkurse“ angeregt, die zu einer jährlichen, später zweijährlichen Einrichtung wurden. Der jeweils im Rahmen der internationalen Ferienkurse vergebene „Kranichsteiner Musikpreis“ erinnert an diese Zeit des Aufbruchs. Und es ist durchaus symbolträchtig, dass der Komponist Hans Ulrich Engelmann, 1946 als „Teilnehmer Nr. 1“ eingetragen, in Darmstadt lebt. Heute finden im renovierten Marstall sowie im Parforcehof des Jagdschlosses Konzerte und sommerliche Festspiele statt. Einen idealen Konzertsaal besitzt Darmstadt nicht. Die ungeliebte, ungemütliche Kongresshalle, die immerhin 1.200 Besuchern Platz bietet, soll einem Einkaufszentrum weichen. Und die übrigen Räume sind allenfalls für Kammerkonzerte geeignet: der bescheidene Saal des Justus-Liebig-Hauses oder der jüngst eröffnete, variabel zu nutzende Konzertraum in der „Centralstation“, einem ehemals fürs Elektrizitätswerk errichteten Gebäude im Herzen der Stadt.

Unter den Kirchen ist, nicht nur aus musikalischen Gründen, zuerst die Stadtkirche zu nennen, die baulich bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. In ihr kann man bis heute bedeutsame kirchenmusikalische Veranstaltungen – vom Orgelkonzert bis zum Oratorium – hören. Die Pauluskirche präsentiert mit Stolz eine schöne Schuke-Orgel. Eine Reihe weiterer Kirchen, von Eberstadt im Süden bis Arheilgen und Wixhausen im Norden, bietet Raum für musikalische Aktivitäten.

Schwerer als die Beantwortung der Raum-Frage fällt die der Frage nach den Inhalten. Mit dem Beharrungsvermögen der Darmstädter verbindet sich oft eine mangelnde Bereitschaft zur Koordination. Es ist offenbar schwer, langfristige Planungen unter einen Hut zu bringen, zu vermeiden, dass verschiedene Institutionen die gleichen Werke aufs Programm setzen oder dass mehrere wichtige Konzerte zur gleichen Zeit stattfinden. Und was die Neu-Gier betrifft, so hält sie sich in Darmstadt entgegen dem internationalen Ruf durchaus in Grenzen. Das Publikum kommt bei Veranstaltungen mit Neuer Musik mehrheitlich von draußen. Wie man musikalische Neuheiten an die Hörer heranbringt, ohne sie vor den Kopf zu stoßen, zeigt das Staatstheater Darmstadt in seiner Opern- wie Konzertstrategie. Intendant Gerd-Theo Umberg, Generalmusikdirektor Marc Albrecht, Operndirektor Friedrich Meyer-Oertel setzen auf ein ausgewogenes Programm, das neben bekannten immer wieder auch selten gespielte oder ganz neue Werke bringt. So stehen in der jetzigen Spielzeit beispielsweise neben „Figaros Hochzeit“ oder „Hoffmanns Erzählungen“ die deutsche Erstaufführung des „Letzten Virtuosen“ von Lars Klit sowie die Uraufführungen von Wolfgang Mitterers „Ka und der Pavian“ und Jocy de Oliveiras „As Malibrans“. Das Publikum honoriert Programmgestaltung wie Realisierung durch zunehmend guten Besuch.

Im Bereich des Sinfoniekonzerts erfolgt solche Akzentuierung durch Einbeziehung neuer Werke in sparsamer Dosierung, worin ein Stück pädagogischen Bemühens um den konservativ-kritischen Darmstädter Hörer steckt. Neben der eher konventionellen Kammermusikreihe gibt es den innovativen Zyklus „Soli fan tutti“, der von Orchestermusikern bestritten wird und immer wieder durch die Ausgrabung von Raritäten aufhorchen lässt. Schultheatertage, Familien- und Jugendkonzerte suchen den Kontakt zum Publikum von morgen herzustellen. Das ist keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der gute Wille oft „auf die Probe“ gestellt wird in den Punkten gemeinsamer Vorbereitung und notwendiger Disziplin, doch bleibt erfreulich, dass man nicht mit Resignation, sondern mit Experimentierfreude auf Probleme antwortet.

Bemerkenswert ist, dass es in Darmstadt in großer Breite eine Orchester- und Chorarbeit gibt, die auf der Begeisterungsfähigkeit musikalischer Laien aufbaut. So ist der „Instrumentalverein“ ein Dilettantenensemble, das sich bis zur Veranstaltung veritabler Sinfoniekonzerte zu steigern vermag, mit klassisch-romantischem Schwerpunkt. Die Technische Universität bietet ein Sinfonieorchester, ein Kammerorchester und einen Chor auf, die sich ein breites Repertoire vom Barock bis zur Moderne erarbeitet haben. Auf privater Initiative basieren die „Konzerte im Schloss“, bei denen Einheimische und Gäste mitwirken. Das Bestreben, im musischen Bereich einen Ausgleich gegenüber Naturwissenschaft und Technik zu suchen, mag auch den Anstoß zur Gründung des „Kammerorchesters Merck“ gegeben haben, das sich, vom Chemieunternehmen gefördert, inzwischen zur fast schon professionellen Kammerphilharmonie gemausert hat.

Der von Wolfgang Seeliger geleitete „Konzertchor Darmstadt“, der sich der Pflege des A-cappella-Singens wie der Aufführung oratorischer Werke widmet, konnte internationale Anerkennung gewinnen. Der von Horst Gehann betreute „Bach-Chor“ hat sich kein geringeres Ziel gesetzt als die Aufführung des Bach’schen Gesamtwerks. Dieses Großprojekt läuft nun seit rund zwanzig Jahren, und es ist ein wesentlicher Teil des Schaffens von Bach zu Wiedergabe gelangt. Daneben existieren Vereine, die auf eine lange Tradition zurückblicken können. Seit fast 170 Jahren besteht der „Musikverein“, der durch den betreuenden Chordirektor André Weiss mit dem Theater verbunden ist. Er wird beispielsweise bei der Aufführung der „Gurrelieder“ von Schönberg unter Marc Albrecht, die demnächst ansteht, mitwirken. Kaum „jünger“ sind einige der Vereine, die im Deutschen Sängerbund zusammengeschlossen sind. So sind etwa der „Mozartverein“, die „Liedertafel“ und der Gesangverein „Frohsinn“ im Vorort Eberstadt über 150 Jahre alt. Wie stark das sängerische Engagement gerade auf der Laienchorebene ist, sollen einige Zahlen zeigen: allein im Deutschen Sängerbund sind 21 Vereine mit fast tausend Sängern vertreten, darunter ein Frauenchor, neun gemischte, neun Männer-, zwei Jugend- und drei Kinderchöre. Mindestens so wichtig wie diese Statistik ist die Feststellung, dass diese Chöre geschmacklich an sich gearbeitet haben, dass künstlerische Qualität auch hier Richtschnur ist. Und immer noch kein Ende des Singens: bei den Kirchenchören ist eine wachsende Aktivität zu verzeichnen. Die Kantorei der Stadtkirche nimmt hier eine führende Position ein. Kantor Berthold Engel strebt eine große Bandbreite an, vom A-cappella-Gesang bis zu Messe und Oratorium, vom Mittelalter bis zur Moderne, und er sucht erfolgreich die Jugend fürs Chorsingen zu gewinnen. Bedeutsam ist auch, dass sich neben dieser zugkräftigen Kantorei in einer ganzen Reihe evangelischer und katholischer Gemeinden eine Chorarbeit entwickelt hat, die über die Ausgestaltung von Gottesdiensten hinaus die Form der Abendmusik wie des großen Konzerts pflegt. Nimmt man die Chöre der Akademie für Tonkunst und der Schulen hinzu, so entsteht ein Bild, das nicht nur zahlenmäßig die Freude am Singen belegt. Weitere Farbtupfer im Gemälde des Laienmusikwesens steuern örtliche Kammerorchester und - gruppen, ein Akkordeon-Konzertverein, ein Mandolinenorchester und verschiedene Blasorchester bei.
Wenn Darmstadt sich als ein Zentrum des Jazz fühlen darf, dann verdankt es dies dem Jazz-Institut, das seinen Sitz im historischen Kavaliershaus des Bessunger Jagdhofs gefunden hat. Nach der Übernahme der Jazz-Sammlung von Joachim-Ernst Berendt durch die Stadt 1983 entschloss man sich, ein Institut zu gründen, das zugleich der Archivarbeit wie der Planung von Veranstaltungen dienen sollte. Das von Wolfram Knauer geleitete Institut beherbergt eine der größten öffentlichen Jazzsammlungen Europas mit über 40.000 LPs, mehr als 5.000 CDs, dazu eine umfangreiche Bibliothek samt einem Zeitschriftenbestand von über 900 verschiedenen Titeln. Dass der Jazz lebt, zeigt ein Blick in den monatlich erscheinenden Jazzkalender, der zahlreiche Konzerte ankündigt, etwa mit der „Darmstädter Bigband“ oder der Band „En Hauffe Leit“. Die Rockszene präsentiert sich in besonders bunter Form beim jährlichen Schlossgraben-Fest, wenn an die fünfzig Gruppen auf verschiedenen Freilichtbühnen auftreten.

So sehr der Darmstädter Lokalpatriot ist – alljährlich feiert er sein „Heinerfest“, das auch allen Bereichen der Musik ein Podium gibt, meist im Freien –, so ist er doch dem Fremden gegenüber aufgeschlossen. Die Chopin-Gesellschaft, die ihren Sitz in Darmstadt hat, fördert den deutsch-polnischen Kulturaustausch, veranstaltet Konzerte, Kurse und internationale Klavierwettbewerbe. Die Deutsch-Indische Gesellschaft organisiert alle zwei Jahre „Tage der Indischen Musik“. Und die Kontakte zu vierzehn europäischen Schwesterstädten beinhalten auch diverse musikalische Aktivitäten.

Zum „Leben“ der Musik gehört die Vermittlung des musikalischen Handwerks – so gesehen lässt sich Darmstadt geradezu als eine Hochburg der Musikpädagogik bezeichnen. Denn Förderung kompositorischer, instrumentaler, vokaler sowie musikdidaktischer Fähigkeiten ist die Aufgabe dreier wichtiger Institute. Das Internationale Musikinstitut hat gleichsam sein Ohr am Puls der Neuen Musik, es registriert Tendenzen und gibt sie weiter, eröffnet ein Forum des Austauschs von Ideen und Ergebnissen bei den im Zweijahresrhythmus stattfindenden Ferienkursen, aber auch in einem Archiv, das rund 30.000 Partituren, 3.000 Bücher, eine Fülle von Zeitschriften und Bildmaterial sowie 2.000 Stunden an Musik- und Wortaufzeichnungen umfasst. Solf Schaefer, der das Institut seit über vier Jahren leitet, möchte die Neue Musik aus ihrem Elfenbeinturm herausführen, sie öffnen für Anregungen aus anderen Kunstbereichen. So findet im Rahmen der Ferienkurse 2000 das Projekt „Nutzflächen“ unter Leitung von Christina Kubisch und Gerhard Müller-Hornbach in zwei ehemaligen Fabrikhallen statt, Klanginstallation und Komposition verbindend. Erstmals wird ein Workshop zum Thema „Klangkunst“ veranstaltet, in dem „Grenzgänger“ ausdrücklich willkommen sind, das Freiburger Experimentalstudio betreibt an drei Tagen das „Klanglaboratorium“, bei dem ein Informationssystem für Instrumentalklänge (ISIS) vorgestellt wird. Schaefer legt Wert darauf, immer wieder neue, vor allem auch junge Komponisten und Interpreten in die Vermittlung einzubinden.

Nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Musikinstitut ist das gleichfalls in Darmstadt beheimatete Institut für Neue Musik und Musikerziehung, das jährlich während der Osterferien seine Arbeitstagung mit Vorträgen, Seminaren, Kursen, Workshops und Konzerten veranstaltet. Was die Neue Musik betrifft, so haben sich beide Institute thematisch angenähert, „Öffnung“ schreiben beide auf ihr Panier. Seit zwei Jahren bestimmt Rudolf Frisius als Vorstandsvorsitzender die Geschicke dieses Instituts, und er bemüht sich, die thematische Ausrichtung wie das personelle Angebot attraktiv zu gestalten, um dem zu beobachtenden Schwund der Teilnehmerzahlen zu begegnen.

Die Akademie für Tonkunst schließlich, von Hartmut Gerhold geleitet, ist ein Ausbildungsinstitut mit Fachschule und Musikschule. Hundert Lehrkräfte mit unterschiedlichen Stundendeputaten unterrichten in dem vorbildlich gestalteten, 1987 bezogenen Gebäude, 1.600 Schüler werden in der Musikschule betreut, 110 Studierende besuchen die Abteilungen der Fachschule, die auf die Berufe des Sängers, Instrumentalisten, Komponisten und Musikerziehers vorbereiten. Die jährlich stattfindenden „Tage für Neue Musik“ bieten ein auch überregional wichtiges innovatives Spektrum. Seit Jahren ringt die Akademie um Anerkennung des Hochschulstatus, um die Möglichkeit zur Erteilung von Diplomen, doch die von der Landesregierung erhofften Impulse in dieser Richtung blieben bisher aus.
Überhaupt ist die Kulturpolitik in Land und Stadt von einem wohlwollenden Laissez-faire geprägt. Dass in Zeiten des Sparens das Musikleben ein so vielfältiges Profil besitzt, ist zu einem wesentlichen Teil persönlichen, auch privaten Initiativen zu verdanken, und man muss anerkennend feststellen, dass die städtischen und staatlichen Einrichtungen immerhin am Leben gehalten werden. Wenn dabei gerade die Neue Musik in Darmstadt ein Zuhause gefunden hat, dann mag dies darin begründet sein, dass Abgeschiedenheit und Aufgeschlossenheit, kritischer Geist und Neugier, Distanz und Toleranz an diesem Ort in vernünftigem Gleichgewicht stehen. Noch leben in Darmstadt die Künste.

Siehe dazu auch: nmz mit system (Musikleben in kleineren Städten

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