Ilija Trojanow erhält Würth-Preis für Europäische Literatur
In der Begründung der Jury heißt es, der Titel eines Essays von Trojanow «Kampfabsage. Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen» (2007), könnte das Motto all seiner Arbeiten darstellen. «Dokumentation, Reisebericht, ethnologische Studie, Reportage, Erzählung und andere Formen der Fiktionalisierung bilden ein ästhetisches Ganzes, das dem Leser ein neues Gefühl für die Komplexität inter- und transkultureller Wirklichkeitserfahrungen vermittelt.» Anstelle des Üblichen und zum Klischee gesunkenen «Dialogs der Kulturen» trete das Modell «einer neuen Dialogizität der Kulturen». Dies sei die «vielleicht kreativste Antwort auf die Herausforderungen und Gefahren einer kulturellen Nivellierung».
Der Würth-Preis für Europäische Literatur wird alle zwei Jahre verliehen, um «den Blick auf ein Europa der kulturellen Vielfalt zu richten». Er wurde von der Adolf Würth GmbH im Jahre 1997 gestiftet und einer Jury anvertraut. In den vergangenen Jahren waren die Autoren Hermann Lenz (1997), Claudio Magris (2000), Claude Vigée (2002), Harald Hartung (2004) Herta Müller (2006) und Peter Turrini (2008) ausgezeichnet worden.
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