Münchner Philharmoniker bleiben bei ihren Forderungen an Thielemann

19.09.09 -
München - Im Streit um die Zukunft von Christian Thielemann als Münchner Generalmusikdirektor wollen die Philharmoniker von ihrer Haltung nicht abrücken. Sehr gerne könne Thielemann Generalmusikdirektor bleiben, die Forderungen des Orchesters müssten aber erfüllt sein, sagte Orchestervorstand Stephan Haack der «Süddeutschen Zeitung» (Samstagausgabe). Das Orchester wünsche sich mehr «Offenheit und Freiheit».
19.09.2009 - Von Agentur ddp, KIZ

Der Münchner Stadtrat hatte am 22. Juli fast einstimmig beschlossen, Thielemanns Vertrag als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker nicht über die Saison 2010/2011 hinaus zu verlängern. Kernpunkt des Streits war, das letzte Entscheidungsrecht über die künstlerische Gestaltung von Programmen, die nicht von Thielemann selbst geleitet werden, auf Intendant Paul Müller zu übertragen. Diesen Wunsch des Orchesters wollte Thielemann nicht akzeptieren.

Haack und sein Vorstandskollege Wolfgang Berg verteidigten die Klausel. Der Wunsch des Orchesters habe sich aus «verschiedenen Dingen ergeben, die sich in den Monaten davor angehäuft» hätten, erläuterte Berg. Die Philharmoniker seien zu der Überzeugung gelangt, «dass man gerade in Bezug auf Gastdirigenten und auf Fragen, wie das Orchester für die Zukunft aufgestellt werden soll, unterschiedlicher Meinung war». Daher habe man überlegt, wie die Zukunft des Orchesters «auf vernünftige Füße gestellt» werden könne.

Zugleich kritisierten die Vorstände Thielemanns Zurückhaltung gegenüber Auslandstourneen. Das ganze Orchester wolle mit dem Dirigenten zusammenarbeiten, «wir wünschen uns aber viel mehr internationale Präsenz mit ihm, als wir sie bis jetzt zeigen durften», betonte Haack. «Wir sind international zu wenig präsent, da ist ein Vakuum.» Thielemann müsse dem Orchester deutlicher zeigen, dass es für ihn die «Nummer Eins» sei.

Haack hält es für möglich, dass es doch noch zu einer Einigung mit dem Dirigenten kommt: «Ich habe den Glauben daran noch nicht aufgegeben», sagte er. «Jetzt spricht man wieder miteinander, und das ist das Wichtigste.» Wenn man jetzt ernsthaft und möglichst baldaufeinander zugehe, «dann könnte es weitergehen».

 

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