Theaterintendant: Dessau nach Sparkurs «Stadt ohne Zukunft»

12.02.10 -
Dessau-Roßlau - Der Generalintendant des von der Schließung bedrohten Anhaltischen Theaters Dessau, André Bücker, befürchtet angesichts der geplanten radikalen Kürzungen für die Stadt den «Niedergang eines Gemeinwesens». Sollte die Streichliste Wirklichkeit werden, wäre Dessau «eine Stadt ohne Zukunft und Perspektive», sagte er am Freitag.
12.02.2010 - Von kiz-lieberwirth - Agentur ddp, KIZ

Die Schließung des Dessauer Theaters nach über 200 Jahren wäre ein Offenbarungseid für die Verantwortlichen im Land. Mit der kulturellen Infrastruktur komme der Stadt auch die Lebensqualität abhanden. Bund und Länder seien aufgefordert, die Kommunen nicht länger finanziellzu strangulieren, sondern sie zu entschulden, sagte Bücker. Ansonsten drohe der Bundesrepublik ein «flächendeckendes Sterben der Kultureinrichtungen». Nicht nur Banken und Automobilkonzerne seien «systemrelevant».

Dessaus Bürgermeister Klemens Koschig (parteilos) hatte zuvor eine Prüfliste zur Konsolidierung des städtischen Haushalts vorgelegt. Danach sollen ab 2013 jährlich 13,8 Millionen Euro eingespart werden. Das Anhaltische Theater muss nach der Liste diesem Zeitpunkt an nur noch mit der Hälfte der jährlichen kommunalen Unterstützung von sieben Millionen Euro auskommen. Mit der Streichliste droht nicht nur der Wegfall Hunderter Stellen, auch zahlreiche Kultur- und Sporteinrichtungen stünden vor dem Aus.
 

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