Alles ist möglich: Jubel für Neuinszenierung von Pfitzners „Palestrina“ in München
Begeisterten Applaus gab es auch für die Dirigentin Simone Young, Generalmusikdirektorin in Hamburg, am Pult des Bayerischen Staatsorchesters. Die Inszenierung ist eine Koproduktion mit der Hamburgischen Staatsoper. In den Beifall für Regisseur Christian Stückl und sein Team mischten sich auch Buhrufe. Stückl ist Intendant des Münchner Volkstheaters und inszenierte erstmals an der bayerischen Staatsoper. Hans Pfitzners fast vierstündige Oper erzählt die Geschichte des italienischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina, eines der bedeutendsten Tonschöpfers des 16. Jahrhunderts.
Dessen «Palestrinastil» wurde durch das Konzil von Trient (1545 - 1563), mit dem die römische Kirche auf die Reformation reagierte, als offizielles Vorbild der katholischen Kirchenmusik anerkannt. Pfitzner machte daraus eine Parabel auf das Verhältnis zwischen Künstler und Politik in einer sich radikal verändernden Welt, in dem sich auch sein eigenes Schaffen spiegeln sollte. Die spätromantische Oper wurde 1917 am Münchner Prinzregententheater uraufgeführt. Regisseur Stückl und sein Bühnen- und Kostümbildner Hageneier blieben weitgehend an der Oberfläche der Handlung, sparten allerdings nicht mit Regieeinfällen.
So ließ Stückl die Konzilsteilnehmer in einer langen Stretch-Limousine vorfahren oder Papst Pius IV. als überlebensgroße Puppe in einem pinkfarbigen Schrein auftreten. Während die Sphäre des Komponisten und seines Sohnes realistisch dargestellt wurde, erschienen die kirchlichen Würdenträger überwiegend als derbe Karikaturen in neonfarbenen Kostümen.
Eine Premierenkritik von nmz Online folgt in Kürze!
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