Der unermüdliche Klängesammler: Gedenkkonzert für Reinhard Schulz in München
Die verstörte und verstörende Schönheit des Adagios aus Schuberts Streichquintett, der erst allmählich sich einstellende Einklang in den „Dialoghi d’amore IV“ von Nikolaus Brass und schließlich der lebensbejahende, den Tod als Erneuerung verstehende Schlussmonolog des Försters aus Janáceks „Schlauem Füchslein“ – das waren die Stationen eines dankbaren Rückblicks auf den unermüdlichen Klängesammler.
Eingeladen hatte die Münchner Gesellschaft für Neue Musik in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater München. Gastgeber Siegfried Mauser sowie die nmz-Herausgeber Gerhard Rohde und Theo Geißler würdigten Reinhard Schulz als Kollegen und Freund, das Trio Coriolis (Michaela Buchholz, Klaus-Peter Werani, Hanno Simons) mit Gesa Harms und Jan Mischlich (Schubert), Susanne Schlusnus, Heinz Friedl und Philipp Kolb von piano possibile (Brass) sowie Günter Papendell, Minas Borboudakis und Andreas Skouras (Janácek) gaben dem Gedenken eindringliche musikalische Kontur.
Gerade in den eben zu Ende gegangenen Donaueschinger Musiktagen habe man Reinhard Schulz’ Urteil, seine Fähigkeit das Relevante vom Belanglosen zu unterscheiden, schmerzlich vermisst, führte Gerhard Rohde aus; Theo Geißler erinnerte an den autonomen, nicht instrumentalisierbaren Gehalt von Musik, auf dem Schulz – trotz des Wissens um kulturpolitische Zusammenhänge und pädagogische Desiderate – immer beharrt habe.
Aus der Tiefe des Janácek’schen Waldes, der für ihn der Bayerische war, nickte Reinhard Schulz uns mit den in einer Naturapotheose aufgehenden Schlussworten des Försters noch einmal zu, wir lauschten dem Nachklang.
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