„Die Orgel kann alles“ Gunther Rost gibt seinen Einstand als „Organist in Residence“ der Bamberger Symphoniker


(nmz) -
Seit Beginn der Saison 2012 / 2013 ist Gunther Rost, geboren 1974 in Würzburg, Organist in Residenz bei den Bamberger Symphonikern – Bayrische Staatsphilharmonie berufen und zugleich als Kurator verantwortlich für die Konzeption der von Edgar Krapp (nunmehr emeritiert) begründeten Orgelreihe. Die Wahrnehmung der Orgel als Instrument in ausschließlich sakraler Funktion möchte Gunther Rost nachhaltig verändern.
07.12.2012 - Von Hans-Dieter Grünefeld

Gleich für sein Debüt in neuer Funktion am 9. Dezember 2012 hat er solche Aspekte berücksichtigt: Bei der „Missa brevis“ von Zoltan Kodaly, Repräsentant der klassischen Moderne aus Ungarn, wird die Orgel so zu hören sein, das sie "in ihren vielen Klangfacetten variabel wie ein Orchester" erscheint. Im übrigen wird dadurch auch der Chor in der für solche Aufführungen hervorragend geeigneten Konzerthalle Bamberg optimale Dialogmöglichkeiten haben. Eingeflochten in dieses nicht ganz traditionellen Adventskonzerts ist als besonderer Klangschmuck die „Suite für Orgel“ (Prélude, Sicilienne und Toccata) von Maurice Duruflé, einem bedeutenden französischen Organisten und Komponisten des 20. Jahrhunderts, die Gunther Rost bewusst ausgewählt hat, „um dem Publikum auch in diesem Kontext ungewohnte Hörerfahrungen anzubieten.“

Langfristig sieht Gunther Rost seine Aufgabe als Kurator darin, „für die Orgel neue Konnotationen“ zu etablieren. Er ist überzeugt, „dass die Orgel alles kann“, sogar dafür legitimiert ist, dass man Transkriptionen wie die 24 Préludes von Frédéric Chopin, original für Klavier komponiert und ein Meisterwerk der Romantik per se, respektabel gestalten kann. Sein Argument ist: wenn man Cembalo-Werke von Johann Sebastian Bach auf einem modernen Klavier oder gar in anderen Besetzungen interpretiert, dann ist zumindest der Versuch gestattet, Fremd-Repertoire auf die Orgel zu übertragen.

Diese Ambitionen teilt Gunther Rost mit einigen Kollegen aus der Organistengeneration der Gegenwart. Ihnen wird er bei weiteren Konzerten der Saison Gelegenheit geben, ungewöhnliche Programm-Konstellationen vorzustellen: so dem Virtuosen Jean Guillou aus Frankreich, der eigene Kompositionen und auch seine Adaption der „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky spielen wird, sowie den „jungen Wilden“ Cameron Carpenter aus den USA und Konstantin Volostnov aus Russland. Mit Gunther Rost bricht die Orgel zu bisher nicht erlebten Klangabenteuern auf!

Konzerttermin
Orgelkonzert in der Konzerthalle Bamberg
9. Dezember 2012, 17 Uhr 
Gunther Rost, Orgel
Chor des Bayrischen Rundfunks, Ltg.: Peter Dijkstra 
Programm:
Francis Poulenc: Quatre motets pour le temps de Noël
Maurice Durufle: Orgelsuite
Morten Lauridsen: O magnum mysterium
Zoltan Kodaly: Missa brevis für Chor und Orgel 

 

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