Ferchow vor der Röhre – Ferry cross the Mersey, Irene Langemanns Liverpool-Film
Aber auch neben den Beatles hat Liverpool einiges zu bieten. Die einstige britische Industriemetropole am Mersey River befindet sich gerade im Umbruch. Das klebrige Image der Arbeiterklasse wird seit einiger Zeit aufgemotzt. Liverpool präsentiert sich als gesunde, zeitgemäße Stadt. Die aber genug Nostalgie aufweist, den Touristen einen Beatles-Urlaub zu ersparen.
Irene Langemann macht dabei das einzig Richtige: Sie lässt die Menschen aus Liverpool die Geschichte ihrer Stadt erzählen. Der Schuldirektor führt durch einen Stadtteil und erinnert sich wie Ringo Star jeden Morgen an seinem Haus vorbei kam. Der Archäologe führt kurz durch die Kunstgeschichte der Stadt, Musical- Schauspieler erzählen über ihr Verhältnis zur Stadt und die Beatles Coverband „Mersey Beatles“ mimt den ständigen Begleiter des Films.
Unaufgeregt aber nachhaltig kommen im Film Liverpools Kulturbeiträge zum Vorschein, deren Spektrum weit über Künstler hinausgeht, die weltweit bekannt sind. Auch die Segmente Literatur, Architektur, Films und Theaters stehen ebenbürtig neben der Musik.
Ein spannendes, intimes Portrait einer großen Kleinstadt, die den Aufhänger „Kulturhauptstadt“ letztlich nicht nötig hätte. Mit ihm aber hoffentlich mehr Menschen erreicht, um die Attraktivität Liverpools bekannt zu machen.
Liverpool - Beat City (Deutschland, 2008, 60min., ZDF/ARTE)
Regie: Irene Langemann, 16:9 (Breitbildformat)
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Feine Filmkritik von Ferchow
Sonst holt der immer den Knüppel aus dem Sack. Aber jetzt wird er richtig sensibel. Schön, dass ihr fimeflüsterer auch genaue Töne findet. Gratuliere, Herr Ferchow - und hauen sie ruhig mal wieder rein.
Vielen Dank sagt fanzine
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