Product Placements - Aktion in Berlin


(nmz) -
Die Anmeldung der Komposition "Product Placements" geriet zu einem Spektakel. Zahlreiche Filmteams waren zugegen, eine Pressekonferenz wurde eröffnet. Die Gema will sich bewegen, vielleicht.
12.09.2008 - Von Martin Hufner

Eine Aktion, die es in sich hatte.

wow

Dass die Neue Musik mal so in Erscheinung tritt ist an sich schon super. Aber ich bewundere auch den Mut des jungen Komponisten, derart aktiv zu werden. Sowas fehlt in der Neue-Musik-Landschaft völlig. Hoffentlich wird Kreidler bald auch auf den großen Festivals Neue Musik aktivistisch zum Ausdruck bringen.


70.200 mal eine Verletzung der Bearbeitungsrechte

Werter Hufi, lieber Theo,

es ist schon erstaunlich, welch verquasteten Themen die NMZ eine ganze Seite widmet!
Was trieb Eure Griffel auf der Tastatur dazu? Der Brass auf die GEMA einschlagen zu können? Der Frust? Oder die Folgen der Zwei-Maß-Logik Eures Ex-Ministerpräsidenten?

Dieser “Künstler” verstößt 70.200 mal gegen das UrhG weil er die Rechteinhaber nicht VOR einer Bearbeitung um Freigabe frägt. Um die GEMA geht es doch erst sekundär! Und Ihr huldigt so einem Quatsch dann auch noch! Ja wo samma denn?

Wäre der “Künstler” denn einverstanden, wenn Dritte an seinen Kompositionen Bearbeitungen vornähmen ohne ihn vorher zu fragen, so wie es das UrhG vorschreibt?

Kunst ist getragen von Kreativität. Diese Aktion strotzt vor Dummheit - und die NMZ reiht sich dilettantisch ein.


Nicht korrekt

Lieber Bernd Schweinar,

ich mache es ja ungern, aber leider muss ich Dir hier widersprechen. Denn es ist nämlich trotzdem so, dass der Bearbeiter (Kreidler) vor der Veröffentlichung sehr wohl den Urheber gefragt hat, ob er das darf. Und die Freigabe hat er erhalten.

Punkt 2 ist aber, dass man den Urheber sehr wohl selbst dann nennen müsste, wenn er kein urheberrechtlich verwertbares Material verwendet hätte - meinethalben das ganze Stück mit Volksweisen aus dem 17. Jahrhundert gemacht hätte.

Die GEMA interessiert sich auch dann für den Urheber des bearbeiteten Materials, wenn dieser überhaupt nicht in diesem Sinne GEMA-relevant ist.

In den Hinweisen zum Anmeldebogen heißt es da: “Originaltitel von verwendeten Volksweisen oder anderer im Original urheberrechtlich freier Werke sind hier zu nennen. Wurden urheberrechtlich geschützte Werke verwendet, ist generell die Genehmigung der Rechteinhaber der geschützten Werke in Kopie beizufügen.”

Wie gesagt, letzteres hat Kreidler getan, womit sich Deine Kritik wohl in Luft auflösen dürfte.

PS: Aber selbst die GEMA teilt deine Auffassung hier ja nicht, da sie wiederum geltend macht, dass man die Originale nicht erkennen könne. Insofern können sie nicht geschützt sein - zumindest GEMA-technisch. Die GEMA beruft sich dazu aufs Urheberrecht. Der entsprechende Passus steht in § 24:

§ 24 Freie Benutzung
(1) Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden.
(2) Absatz 1 gilt nicht für die Benutzung eines Werkes der Musik, durch welche eine Melodie erkennbar dem Werk entnommen und einem neuen Werk zugrunde gelegt wird.”


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