Simon vs. Kreidler: Komponisten im ästhetischen Bloggerkampf unterwegs
Vor allem seine Kritik des geltenden Urheberrechts und seiner Umsetzung durch und in Verwertungsgesellschaften hat gewiss nicht nur Freunde gefunden. Aber das wäre auch zu einfach und wohl auch nur wenig streitbar.
Nun hat ein Komponisten-Kollege geantwortet: Art-Oliver Simon hat sich in seinem Blog umfangreich auf Kreidlers Ideen bezogen und sie unter dem Titel „Du sollst stehlen - Bemerkungen zur trendigen Aufweichungstendenz des Begriffes der geistigen Urheberschaft“ einer Kritik unterzogen, die wenig feinfühlig wirkt. So wirft Simon Kreidlers Einlassungen in den Positionen 2007 vor, sie kämen einer „geistigen Notenverbrennung“ (in der ersten Fassung „Bücherverbrennung“).
Kreidler beantwortete Simons Vorwürfe in einem „Offenen Kommentar einer Polemik“. Die nmz ist an diesem Streit interessiert und verweist ihrer Leser gerne an beide Seiten zurück. Streiten Sie mit Kreidler und Simon.
Seien Sie aber auch streibar mit uns. Gerne geben wir auch ihre Meinung zum Thema wieder. Entweder gleich unten im Kommentarbereich oder, sofern es sich anbietet, in Form eines eigenen nmz-Internet-Dossiers. Mail an cms@nmz.de genügt.
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Komisch an der Angelegenheit
Komisch an der Angelegenheit ist meines Erachtes, dass in der Neuen Musik doch nicht ernsthaft Geld “erwirtschaftet” werden kann, und dann könnte man doch gleich einen freieren Umgang mit der Frage der Urheberschaft pflegen, oder sind Leute wie dieser Simon so Ego-Kasper die sich nichts nehmen lassen wollen?
schön wär’s ja wenn die
schön wär’s ja wenn die komponisten alle so originell wären dass sie zu recht auf ihre ideen pochen könnten, aber die einheits-neue-musik die man auf jedem festival hört ist nun wirklich nicht kein fall für’s patentamt. dagegen hat kreidler wirklich mal was neues gemacht mit der gema-aktion.
Ich fände interessant, wie
Ich fände interessant, wie andere Komponisten und Veranstalter der Neuen Musik zu diesen Fragen stehen.
in der neuen musik ists so still
in tat, kol, die diskussion um derlei sachen geht an den “neue musik szenen” vielfach vorbei. gelegentlich findet sich mal eine unterschrift unter bedenklichen appellen, das wars dann schon.
manche verbände oder organisationen geben auch noch laut (vut, gema, deutscher komponistenverband), aber die argumente sind nur pekuniär begründet, selten aus der szene oder dem wunsch des einzelnen.
generell wird die rechnung aufgemacht, dass das rechtesystem dem schutz und der finanziellen situation der komponisten in der neuen musik angemessen ist (natürlich immer noch zu klein etc.)
ich denke aber, was maier in kommentar 1 auch sagt, die finanziellen gründe werden es nicht sein können. denken wir nur, die rundfunkanstalten würden solche musik komplett kippen (sowohl im auftrags-, veranstaltungs- wie im wiedergabebereich), dann wären in der summe die auswirkungen wirklich fatal. wenn mich nicht alles täuscht, ist gerade das rundfunkmodell aber nur eine form der quersubvention, erledigt von den gebührenzahlern.
wenn man es präzisiert, sollten dann gerade solche werke auch wieder an den gebührenzahler zurückfließen, oder den künstler oder wen sonst auch immer. denn so oder so ist auch neue musik eine gesellschaftsaufgabe - oder sie ist, wie man bei den kommentaren von charlotte seither in der aktuellen taktlos-ausgabe nachhören kann, ein solipsistisches luxusgut.
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