Auf den Leib geschrieben
Deutsche Ensemble Akademie: Nachwuchsforum
Ein Artikel von Achim Heidenreich.
Ältere Semester konnten sich bei Olga Rajewas „Intermezzo“ für Klarinette, Violoncello und Klavier nostalgisch freuen. Was wie eine instrumental improvisierte Publikumsbeschimpfung mit Fragmenten aus der Mao-Bibel schien, war indes ein streng durchkonstruierter Rekurs auf Texte von Wladimir Sorokin. Die 1971 geborene Komponistin schafft es in der Tat, Wortlaut und Wortbedeutung ständig in der Schwebe zu halten – Narrheit, narrativ. Steingrimur Rohloffs „Pont du monologue“ für Frauenstimme, Gitarre und elektronische Klänge am letzten Konzertabend kontrastierte dazu mit lyrischen Überlagerungen, computertechnischen Klangerweiterungen, Raumsimulationen und vor allem in der frappant ins Ohr springenden Instrumentation und Balance zwischen elektronischer Bearbeitung und deren Mutterklängen im Saal. Musik und Sprache war hier die Rückführung der Musik auf ihren vokalen und wohl auch rituellen Ursprung.
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